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Düsseldorf: Tiefe Krise – Gemeinde gegen Firmung durch Woelki


"Vertrauen verloren"
Tiefe Krise – Gemeinde gegen Firmung durch Woelki

Von dpa
23.05.2021Lesedauer: 2 Min.
Kardinal Woelki (Archivbild): "Wir haben das Vertrauen in Sie als Bischof verloren", heißt es in dem von 140 Personen unterzeichneten Brief an den Kardinal.Vergrößern des BildesKardinal Woelki (Archivbild): "Wir haben das Vertrauen in Sie als Bischof verloren", heißt es in dem von 140 Personen unterzeichneten Brief an den Kardinal. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)
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Kardinal Woelki steckt mit dem gesamten Erzbistum in einer schweren Krise. Grund sind zahlreiche Missbrauchs- und Verschleierungsvorwürfe. Nun äußern sich Mitglieder zur anstehenden Firmung durch den Kardinal.

Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde St. Margareta in Düsseldorf haben den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki in einem Offenen Brief aufgefordert, von einer geplanten Firmung abzusehen.

"Wir haben das Vertrauen in Sie als Bischof verloren", heißt es in dem von 140 Personen unterzeichneten Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Sie sind für uns – leider – nicht mehr glaubwürdig. Wir haben das Vertrauen verloren, dass mit Ihnen als Erzbischof ein wirklicher Neuanfang gelingen kann."

Das Erzbistum Köln befindet sich seit vielen Monaten in einer tiefen Krise, die sich unter anderem in einer Welle von Kirchenaustritten spiegelt. Woelki hatte ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Missbrauchsgutachten wegen rechtlicher Bedenken lange zurückgehalten. Aber auch seit der Veröffentlichung eines neuen Gutachtens hält die Glaubwürdigkeitskrise an. Zuletzt war Woelki über Wochen damit beschäftigt, die Beförderung eines Pfarrers zu rechtfertigen, der vorher zugegeben hatte, Sex mit einem 17 Jahre alten Prostituierten gehabt zu haben.

"Das darf nicht sein!"

Eine Firmung ist ein katholisches Ritual, mit dem im Teenager-Alter die Bindung an die Kirche gestärkt werden soll. Woelki will die Firmung dem Brief zufolge am 9. Juni vornehmen. Am 27. Mai soll ein Gespräch mit Mitgliedern des Pfarrgemeinderats und anderen Teilnehmern stattfinden. "Medienvertreter sind dazu von Ihnen nicht erwünscht", heißt es in dem Brief. "Einen offenen Dialog auf Augenhöhe stellen wir uns anders vor."

Weiter kritisieren die Unterzeichner: "Wir haben den Eindruck, dass Sie durch dieses Gespräch am 27. Mai und mit der Durchführung der Firmung am 9. Juni den verlorenen Kontakt zur Basis suchen. Das ist nachvollziehbar, aber damit instrumentalisieren Sie die Firmfeier. Das darf nicht sein!" Nach den Regeln der Kirche könne Woelki auch andere Priester mit der Durchführung der Firmung beauftragen. "Wir empfangen Sie gerne zu einem späteren Zeitpunkt nach dem Tag der Firmung in unserer Gemeinde zum Gespräch – auf Augenhöhe, ohne Vorbedingungen und öffentlich."

Der Koordinator des Briefes, Peter Barzel, berichtete am Sonntag, im vergangenen Jahr hätten einige Vertreter der Reformbewegung 2.0 aus der Gemeinde ein Gespräch mit Woelki gehabt. "Der Kardinal hat ihnen gesagt, wenn sie meinen würden, dass es so wie zurzeit nicht weitergehe, dann müssten sie eben austreten."

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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