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Mitte-Deutschland-Verbindung: Bahn frei für Elektrifizierung

Von dpa
14.02.2022Lesedauer: 2 Min.
Bundesverkehrsminister Volker Wissing
Bundesverkehrsminister Volker Wissing spricht im Bundestag. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Die 600 Millionen Euro teure Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung zwischen Weimar und Gößnitz kann kommen. Das teilten Bundesverkehrsministerium und Thüringer Landesregierung am Montag mit. Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung der Bahn habe ergeben, dass das Projekt rentabel sei, sagte ein Regierungssprecher in Erfurt. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) habe bei Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) angerufen und die Nachricht überbracht. "Jetzt können wir loslegen", schrieb Ramelow dazu auf Twitter.

"Diese Strecke ist eine wichtige Ost-West-Verbindung auf der Schiene", sagte Wissing laut Mitteilung seines Ministeriums. Durch die Elektrifizierung könnten Züge künftig schneller, leiser, umweltfreundlicher und günstiger fahren.

Mit der Bestätigung der Wirtschaftlichkeit könne die Entwurfs- und Genehmigungsplanung starten. Baustart soll nach Angaben des Thüringer Verkehrsressorts im Jahr 2026 sein, bis 2028 soll die Elektrifizierung abgeschlossen sein. Die 595 Millionen Euro dafür werden vom Bund übernommen. Thüringen beteiligt sich an der Planung mit 4,6 Millionen Euro.

Die Kosten für das Projekt waren zuvor mit nur etwa 300 Millionen Euro angegeben worden. Laut Bundesverkehrsministerium kommt es wegen etlicher zusätzlicher Maßnahmen aber zu Kostensteigerungen: Die Zahl der Gleisabschnitte wird erhöht, Überholgleise sollen verlängert und höhere Geschwindigkeiten ermöglicht werden.

Im Januar hatte das Thüringer Verkehrsministerium befürchtet, dass der Bund sich vor dem Hintergrund der Kostensteigerungen nicht wie geplant an der Finanzierung beteiligen könnte. Politikerinnen und Politiker im Freistaat hatten empört reagiert. Die Bahn hatte schon damals darauf verwiesen, dass die gutachterliche Einschätzung noch nicht abgeschlossen sei.

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Thüringens Verkehrsministerin Susanna Karawanskij (Linke) zeigte sich am Montag erfreut über die Nachricht. Sie sagte aber auch: "Wir wollen, dass neben der Streckenelektrifizierung auch die komplette Zweigleisigkeit umgesetzt wird und setzen uns dafür weiter beim Bund ein." Die Landesregierung habe alle Vorbereitungen dafür getroffen, um in die nächsten Planungsphasen einzusteigen. Im kürzlich verabschiedeten Thüringer Haushalt sah der Landtag dafür einen Millionenbetrag vor.

Die Elektrifizierung der rund 115 Kilometer langen Strecke zwischen Weimar, Gera und Gößnitz war schon vor Jahren beschlossen worden. Daneben wird aber auch noch um einen zweigleisigen Ausbau eines Teilabschnitts zwischen Hermsdorf und Gera gerungen. Der Bund hatte zuletzt signalisiert, sich nicht an der Finanzierung der Kosten von geschätzt 130 bis 170 Millionen Euro beteiligen zu wollen. Thüringen pocht weiter auf den Ausbau.

Politiker etlicher Parteien zeigten sich erfreut über die Zusage aus Berlin, forderten aber auch weiter den zweigleisigen Ausbau. Die CDU im Land zeigt sich noch skeptisch: "Wir haben schon viele Versprechungen gehört. Die Zusage des Bundesverkehrsministers braucht Thüringen schriftlich und mit einem klaren Zeitplan", sagte Generalsekretär Christian Herrgott. Bis 2028 müsse alles gebaut sein.

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