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Essen: Ex-Schalke-Spieler täuschte eigenen Tod vor – fast vier Jahre Knast

1,2 Millionen Euro kassiert  

Ex-Schalker täuschte Tod vor – Gericht verhängt Haftstrafe

17.11.2021, 12:37 Uhr | dpa, t-online

Essen: Ex-Schalke-Spieler täuschte eigenen Tod vor – fast vier Jahre Knast. Der Angeklagte kommt in einen Gerichtssaal des Landgerichts (Archivbild): Weil er seinen Tod vortäuschte, muss er ins Gefängnis. (Quelle: dpa/Rolf Vennenbernd)

Der Angeklagte kommt in einen Gerichtssaal des Landgerichts (Archivbild): Weil er seinen Tod vortäuschte, muss er ins Gefängnis. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa)

Laut dem Urteil des Landgerichts Essen hat ein 35-jähriger Fußballprofi seinen Tod vorgetäuscht – um viel Geld zu kassieren. Er selbst behauptet, in den Dschungel entführt worden zu sein.

Ein ehemaliger Profi-Fußballer aus dem Kreis Recklinghausen ist wegen Versicherungsbetrugs am Dienstag zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Wie übereinstimmende Medien berichten, handelt es sich bei dem Angeklagten um einen ehemaligen Nachwuchsspieler des FC Schalke 04. Dort habe er allerdings nur bis zum Jahr 2007 in der A-Jugend gespielt, heißt es.

Der 35-Jährige hat nach dem Urteil des Essener Landgerichts in Kongo seinen Tod vorgetäuscht, damit seine mitangeklagte Ehefrau eine hohe Lebensversicherung kassieren konnte.

Ex-Schalker beklagt vor Gericht: "Wurde von Familie entführt"

Der 41-Jährigen sind Ende 2016 tatsächlich 1,2 Millionen Euro ausgezahlt worden. Auch sie wurde zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Der Ex-Fußballer hatte die Lebensversicherung 2015 abgeschlossen und war kurze Zeit später zu einem Besuch in die Demokratische Republik Kongo, das Heimatland seiner Eltern, aufgebrochen.

Von dort erreichte seine Frau Anfang 2016 die Nachricht, dass der heute 35-Jährige bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sei. Die entsprechenden Dokumente waren nach Deutschland übersandt worden.

Essen: "Überzeugt, dass es Versicherungsbetrug gegeben hat"

2018 war der ehemalige Fußballer jedoch in der Deutschen Botschaft in Kongos Hauptstadt Kinshasa aufgetaucht. Dabei hatte er erklärt, dass er nicht ums Leben gekommen, sondern entführt worden sei – von seiner Mutter und anderen Verwandten und Bekannten.

Die Familie habe ihn nach einer Reise im Urwald ausgesetzt. Anschließend habe er rund anderthalb Jahre gebraucht, um Kinshasa zu erreichen. Diese Geschichte glaubten die Richter am Essener Landgericht dem Mann jedoch nicht.

"Wir sind überzeugt, dass es einen Versicherungsbetrug gegeben hat", so Richter Markus Dörlemann bei der Urteilsbegründung. Die Entführungsgeschichte sei "völlig oberflächlich, ohne Details und Emotionen" geschildert worden und auch nicht überprüfbar. Beide Angeklagte hätten zusammengewirkt, um das Geld der Versicherung zu kassieren.

Die Angeklagten selbst hatten über ihre Verteidiger ihre Unschuld beteuert und eine Betrugsabsprache bestritten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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