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Frankfurt: Hauptsitz der Deutschen Börse wird zum Gymnasium – problematisch?


Börse wird zum Gymnasium: Bitterer Nachgeschmack bei Politikern


03.11.2023Lesedauer: 2 Min.
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Trotz Bedenken des Revisionsamts mietet die Stadt die Gebäude an der „Neuen Börse“ als Standort für zwei Gymnasien an. Die Stadtverordneten haben entsprechenden Plänen des Magistrats am Donnerstagabend zugestimmt. Als Maßgabe der Stadtverordneten soll die Stadt die Möglichkeit bekommen, den Gebäudekomplex zu kaufen.Vergrößern des Bildes
Der ehemalige Hauptsitz der Deutschen Börse in Frankfurt wird schon bald zu einer Bildungseinrichtung umfunktioniert. War das die richtige Entscheidung? (Quelle: imago stock&people)

Wo früher die Deutsche Börse saß, entstehen Bildungsstätten. Die beiden Gymnasien werden bereits im kommenden Sommer eröffnet.

Der ehemalige Hauptsitz der Deutschen Börse in Frankfurt wird bis zum Jahr 2026 vollständig zu zwei neuen Gymnasien umgebaut. Die Lokalpolitik zweifelt wegen zu hoher Kosten daran, dass das die richtige Entscheidung war. Doch eine Alternative habe es wohl nicht gegeben.

Die Stadt rechnet mit Platz für etwa 1.600 Schüler. Trotz andauernder Bauarbeiten werden die Schulen bereits im kommenden Sommer eröffnet, wie Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bekannt gab. Um den Schulbetrieb aufnehmen zu können, wird zunächst eine Containeranlage auf dem Gelände errichtet.

Das Revisionsamt hat Bedenken bezüglich der hohen Mietkosten, die die Stadt mit jährlich 13 Millionen Euro tragen müsste. Grund dafür seien unter anderem die "schlechten energetischen Werte" des Gebäudes sowie unverhältnismäßig hohen Betriebskosten. Gleichzeitig steht die Stadt bei der Suche nach geeigneten Flächen für neue Schulen unter Druck.

Gymnasien im Hauptsitz der Börse: Volt-Fraktion stimmt dafür

Die die Volt-Fraktion in Frankfurt stimmt für den Einzug der beiden Gymnasien ins ehemalige Gebäude der Deutschen Börse. Es sei jedoch keine leichte Entscheidung gewesen. Die angespannte Situation an Frankfurter Gymnasien habe Ausschlag gegeben, denn eine Alternative stünde nicht zur Verfügung.

"Wenn wir nicht zugestimmt hätten, hätten wir in Kauf nehmen müssen, dass eine Vielzahl an Schülern im kommenden Jahr keinen Schulplatz in Frankfurt bekommen oder Klassengrößen unvertretbar erweitert werden müssen. Somit hatten wir keinen echten Entscheidungsspielraum und das ist angesichts der finanziellen Dimension äußerst misslich", so Britta Wollkopf, bildungspolitische Sprecherin in der Fraktion.

"Schulen schaffen um jeden Preis" - problematisches Vorgehen?

Zwar werde die Umnutzung eines Bestands- bzw. Bürogebäudes für schulische Zwecke ausdrücklich begrüßt, Vertragsverhandlungen müssen dennoch im Sinne der Frankfurter geführt werden. "Unser Anspruch an die Schulbauplanung ist eine andere. Wir können nicht buchstäblich Schulen schaffen um jeden Preis", so Wollkopf abschließend.

Auch SPD-Fraktionschefin Ursula Busch findet die beschlossene Lösung bezüglich der Gebäude an der Neuen Börse "nicht ideal". Das aber sei niemandem entgangen.

"Sardinenbüchsenhaltung" von Schülern

Die CDU stimmte gegen die Anmietung. Ihre bildungspolitische Sprecherin Sara Steinhardt verglich die Räumlichkeiten der Neuen Börse mit "Sardinenbüchsenhaltung" von Schülern. "Auf so eine Schule würde ich als Kind nicht gehen wollen, und an so einer Schule möchte ich auch nicht unterrichten", sagte Steinhardt, die hauptberuflich Lehrerin ist. Für die zunächst aufgestellten Container-Klassenzimmer an der Neuen Börse gebe es laut ihr auch andere Standorte, die in Frage kommen könnten – wie etwa am Ben-Gurion-Ring oder auf dem ehemaligen Fiat-Gelände in Griesheim.

Das Architekten-Team, das die Gebäude für schulische Zwecke umbauen soll, sei wiederum "begeistert" und sehe in der ehemaligen Börsen-Immobilie viel Potenzial. Der Vorschlag für die alternativen Container-Standorte seitens der CDU-Sprecherin werde diesem Anliegen nicht gerecht. Es sei essenziell, dauerhafte Lösungen für Schulen zu finden.

Verwendete Quellen
  • fr.de: "Stadt Frankfurt mietet die Neue Börse für zwei Gymnasien an" (Stand: 3.11.2023)
  • Pressemitteilung der Volt-Fraktion vom 03.11.2023
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