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Frankfurt Bahnhofsviertel: Boarding House statt Mietwohnungen


Boarding House statt Mietwohnungen
45 Mieter im Bahnhofsviertel müssen ausziehen

Von t-online, sfk

Aktualisiert am 04.03.2024Lesedauer: 2 Min.
45 Mieter sollen bis Ende Oktober 2024 das Gebäude verlassen, damit ein Boarding House entstehen kann.Vergrößern des Bildes45 Mieter sollen bis Ende Oktober 2024 das Gebäude verlassen, damit ein Boarding House entstehen kann. (Quelle: Redaktion)
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45 Mieter müssen bis Ende Oktober ihre Wohnungen im Bahnhofsviertel räumen. Grund dafür: Das Gebäude soll zu einem Boarding House umgebaut werden.

Im Gebäude Am Hauptbahnhof 4 soll ein Mietshaus zu einem Boarding House umgewandelt werden. Dafür müssen bis Ende Oktober 45 Mieter das Gebäude verlassen. Die Kündigungen wurden den Betroffenen bereits kurz vor Weihnachten zugestellt, wie das Journal Frankfurt berichtet. Geplant wird der Umbau von der in Luxemburg ansässigen Immobilien-Investmentgesellschaft First Solid Rock Portfolio Sàrl.

Nach Auszug der Mieter soll das Gebäude entweder kernsaniert oder abgerissen und neu gebaut werden. Anders als die im Gebäude wohnenden Menschen, wird das O‘ Reillys Pub, das sich ebenfalls im Gebäude befindet, langfristig dort bleiben – der Betreiber der Kneipe sei in die Pläne einbezogen worden.

Symbolfoto eines Zimmers in einem Boarding House.
Symbolfoto eines Zimmers in einem Boarding House. (Quelle: IMAGO / Verena Scholze/imago-images-bilder)

Was ist ein Boarding House?

Ein Boarding House ist auch unter dem Begriff "Serviced Apartment" oder "Zuhause auf Zeit" bekannt. Die voll möblierten Wohnungen mit Küche werden meist länger als Hotels belegt und werden insbesondere von Firmen genutzt, deren Mitarbeiter für längere Zeit in einer Stadt abseits des eigenen Wohnorts untergebracht werden müssen.

Linke: "Ein klassischer Fall von Gentrifizierung"

Kritik hagelt es vonseiten der Linken im Römer. "Das ist ein klassischer Fall von Gentrifizierung", sagt Eyup Yilmaz, wohnungspolitischer Sprecher der Partei. Die jetzigen Bewohner werden laut Yilmaz durch neue zahlungskräftige Mieter ausgetauscht. "Egal ob Neubau oder Sanierung: Die Eigentümerin plant hier mobilisiertes, teures Wohnen auf Zeit mit wenig Kündigungsschutz in Form eines Boarding House". Profite würden hier über Menschen gestellt werden, sagt Yilmaz. Er fordert nicht nur die Erhaltung der Mietwohnungen, sondern auch der Bezahlbarkeit.

Das Haus selbst sei knapp 60 Jahre alt. Der bisherige Eigentümer des Hauses habe laut Yilmaz das Gebäude bewusst "vergammeln" lassen und sei seiner Pflicht der Instandhaltung nicht nachgekommen. "Wirtschaftliche Verwertungsinteressen sind keine legitimen Kündigungsgründe", erklärt er weiter.

Yilmaz fordert die Stadt Frankfurt dazu auf, konsequent gegen den "klimaschädlichen Abriss" und die Zweckentfremdung vorzugehen. "Statt auf die juristischen Tipps der Stabsstelle Mieterschutz zu setzen und an die Hausgemeinschaft zu appellieren, muss die Politik, allen voran das SPD-geführte Planungsdezernat endlich handeln und alles daran setzen, dass die Mieter dort wohnen bleiben dürfen. Dieses Gebäude darf nicht weiter zum Spielball von Profitinteressen werden", so Yilmaz abschließend.

Verwendete Quellen
  • journal-frankfurt.de: "Mietshaus soll Boarding House werden" vom 1. März 2024
  • Pressemitteilung der Fraktion Die Linke im Römer vom 27. Februar 2024
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