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Steffen Baumgart: Seine Mission beim HSV ist die Bundesliga


Neuer Trainer
Baumgart legt beim HSV los: "Bin überzeugt, dass wir es können"


20.02.2024Lesedauer: 4 Min.
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Steffen Baumgart: Seit Dienstag ist der 52-Jährige neuer Cheftrainer des Hamburger SV.Vergrößern des Bildes
Steffen Baumgart: Seit Dienstag ist der 52-Jährige neuer Cheftrainer des Hamburger SV. (Quelle: Oliver Ruhnke)

Der HSV ist für Steffen Baumgart ein besonderer Verein. Früher war er Fan, nun ist er Trainer des Vereins. Seine Mission ist so klar wie sein Fokus.

Die Ahnentafel im Hamburger Volkspark ist lang. Christian Titz war im Oktober 2018 der Erste, dem die HSV-Bosse ob des fehlenden Vertrauens in den Bundesliga-Aufstieg die Kündigung schickten. Hannes Wolf, Dieter Hecking und Daniel Thioune kamen nicht über Platz vier hinaus. Zuletzt traf es Tim Walter, der es immerhin zweimal in die Relegation schaffte. Und nun sitzt da Steffen Baumgart als Kapitän mit auf dem großen Zweitliga-Schlachtschiff HSV. Er soll schaffen, was bisher noch keiner vor ihm geschafft hat.

Baumgart, 52, kennt die Bundesliga gut, kommt allein als Trainer in Köln und Paderborn schon auf 113 Spiele. Auch den Hamburger SV kennt er gut – er ist schon seit Kindertagen ein Fan der "Rothosen". "Beeindruckend" sei es, die Raute auf der Arbeitskleidung zu tragen, sagt 52-Jährige zum Antritt. Schon lange sei es sein Ziel gewesen, die Hamburger zu trainieren. "Wenn man sich als Kind für einen Verein entschieden hat, dann bleibt das so. Du wechselst öfter die Frau als den Verein". Zugleich stellte der Rostocker klar: "Ich bin nicht hier, weil ich HSV-Fan bin."

Steffen Baumgart will mit dem HSV in die Bundesliga

Seine Anwesenheit hat schließlich eine ganz andere Ursache: "Der Aufstieg ist der Grund, warum ich hier bin". Im besten Fall gelingt das noch in dieser Saison. Steffen Baumgart gab sich überzeugt, dass das ein großes, aber realistisches Ziel ist: "Wir spielen zu Hause noch gegen St. Pauli und Kiel und sind mit dieser Mannschaft in der Lage, jeden schlagen zu können. Ich bin kein Hellseher und kann nicht sagen, dass wir das werden, aber ich bin davon überzeugt, dass wir es können." Seine Mannschaft gehöre zu den besten der Liga.

Der 52-Jährige, das wird schnell klar, hat richtig viel Lust mitgebracht. Lust auf den HSV, Lust auf die Mission Bundesliga, Lust darauf, mit seinen neuen Jungs auf dem Platz loszulegen. Das Aus in Köln ist gerade erst zwei Monate her, doch die Kraftreserven des an der Seitenlinien oftmals energiegeladenen Steffen Baumgart sind offenbar wieder voll. Lange habe er jedenfalls nicht überlegen müssen, in Hamburg zuzusagen.

Emotional und energiegeladen, das kennen Spieler und Fans in Hamburg nur zu gut. Beide Eigenschaften ließen sich dem Vorgänger Tim Walter ebenfalls attestieren. Eine 180-Grad-Wende weg von allem, was der 48-Jährige im Volksparkstadion aufgebaut hat, wird es nicht geben. Soll es auch gar nicht: "Ich werde versuchen, mit dem Team gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie wir weiter erfolgreich bleiben. Denn, das muss ich sagen, man war nicht unerfolgreich."

Diesen Fußball will Steffen Baumgart beim HSV spielen lassen

Als Profi war Steffen Baumgart einst Stürmer. Auch als Trainer denkt der Rostocker vor allem nach vorne: "Mir geht es um Prinzipien. Ich will eine hohe Aggressivität im Spiel gegen den Ball, ein hohes und mutiges Anlaufen, dass wir immer wieder versuchen, Tore zu erzielen." Das schaffte der HSV zuletzt auch unter Walter, scheiterte dafür aber immer wieder an der eigenen Defensive.

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Die "Null" werde es mit ihm nicht oft geben, sagte Baumgart. Dafür aber viele Tore. "Es zeichnet diese Mannschaft aus, eine hohe Qualität nach Ballgewinnen zu haben, ein gutes Umschaltspiel und gute Möglichkeiten zu finden." Nicht nur die Klasse dafür sei vorhanden, das Selbstvertrauen sei trotz der letzten Ergebnisse ebenfalls groß genug. "Es ist eine Mannschaft, die immer wieder zurückkommt. Das kannst du nur, wenn du Selbstvertrauen hast."

Den klaren, fokussierten Eindruck aus der Pressekonferenz festigte Steffen Baumgart wenig später bei der ersten Trainingseinheit seiner Amtszeit. Seinen Spielern gegenüber pflegte der 52-Jährige einen lauten und deutlichen Ton. Im Zentrum stand vor allem die Arbeit mit dem Ball, auch das Zweikampfverhalten ließ der neue Cheftrainer üben.

400 Fans verfolgen Baumgarts erstes HSV-Training

Geschätzte 400 Fans verfolgten das Trainingsgeschehen am Dienstagnachmittag. Das kalte, graue Wetter konnte die HSVer nicht davon abhalten, das Debüt ihres neuen Trainers aus nächster Nähe zu begutachten. Immerhin haben sich nicht wenige Anhänger schon lange gewünscht, dass Steffen Baumgart in Schwarz-Weiß-Blau aufschlägt. Der 52-Jährige wurde mit lautem Applaus empfangen – als "Baumgart, Baumgart"-Rufe losgingen, schwappte die Atmosphäre sogar schon kurz in eine leichte Euphorie um.

"Er ist ganz klar Favorit Nummer eins gewesen", sagten drei Fans zu t-online, die aus Ostfriesland nach Hamburg gekommen waren. "Man träumt jetzt wieder". Sie lobten Baumgarts "ehrlichen" und "realistischen" Auftritt. "Er hat nicht gesagt, wir werden unbedingt aufsteigen, sondern dass wir oben mitspielen. Es war nicht nur das typische Phrasendreschen."

Ein Menschenfänger sei er, wurde Steffen Baumgart schon häufig attestiert. Nach seinem ersten Tag in Hamburg lässt sich das gut erahnen. Die Fans hat der neue HSV-Trainer jedenfalls schon überzeugt – jetzt geht es in den verbleibenden zwölf Ligaspielen darum, den klaren und fokussierten Blick mit dem großen Ziel Bundesliga auch auf dem Platz umzusetzen.

Verwendete Quellen
  • HSV: Pressekonferenz am 20. Februar 2024
  • Eigene Recherche
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