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Hannover: Handy zeichnet Mord an Ehefrau auf


Frau mit Messer getötet
Handy zeichnete Mord auf: "Ich werde dich umbringen"

Von t-online, pas

Aktualisiert am 02.01.2023Lesedauer: 3 Min.
Frau in Wohnung in Hannover getötetVergrößern des BildesEinsatzkräfte der Polizei stehen vor dem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Limmer (Archivbild): Hier stach der Mann zu. (Quelle: -/dpa/dpa)
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Eine Frau will sich in Hannover von ihrem Ehemann trennen. Der tötet sie mit achtzehn Messerstichen. Vor Gericht wurde jetzt das Protokoll der Tat vorgetragen.

Im Mordprozess gegen einen Mann ist das Protokoll einer Tonaufnahme verlesen worden, die offenbar während der Tat angefertigt worden ist. Das berichtet "Bild" vom letzten Verhandlungstermin am Landgericht Hannover. Zu hören sei dabei ein Streit zwischen dem 62-jährigen Tatverdächtigen und seiner 57-jährigen Ehefrau gewesen, die mit 18 Messerstichen getötet worden ist. Die Aufnahme war zuvor offenbar heimlich von ihr vor der Tat gestartet worden, bevor sie ihm von ihrer geplanten Trennung berichten wollte.

Seit einem Monat beschäftigt sich die Schwurgerichtskammer im Landgericht Hannover mit dem VW-Mitarbeiter Osman T.: Er ist wegen Raubmordes und versuchten Mordes seiner Ehefrau angeklagt. Bereits zum Prozessauftakt gestand T., seine Frau am 8. Juni in Limmer getötet zu haben. Bei einem neuen Termin wurde laut "Bild" bekannt, dass das Opfer, Gülüsan T., heimlich die Aufnahmetaste ihres Handys eingeschaltet hatte, bevor es am Frühstückstisch in der gemeinsamen Wohnung zu einem Trennungsstreit zwischen den Eheleuten kam.

Hannover: Handy zeichnet Mord auf

Demnach hätten sich beide zunächst über die Themen Trennung, Geld, Unterhalt und Familie unterhalten. 14 Minuten lang zeichnet das Handy die Tat laut dem Blatt insgesamt auf. Zu hören sind Vorwürfe von Gülüsan T., der ihr demnach untreu gewesen sei. "Du hast mein Leben ruiniert", zitiert die Zeitung aus dem Protokoll – als sie mit ihrem Anwalt und einer Klage droht, sei die Stimmung am Küchentisch gekippt. Sie hätte laut "Hannoverscher Allgemeinen" (HAZ) auch Sex-Bilder auf dem Handy ihres Mannes gefunden.

In Minute sieben des Protokolls sei Osman T. aufgestanden und habe eine Schublade mit Besteck geöffnet. Danach seien gellende Schreie zu hören gewesen, so "Bild". Gülüsan T. habe geschrien: "Tu das nicht, tu’s nicht, lass mich das Messer hinlegen. Was hast du getan, was hast du getan?". Danach habe Osman T. seine anschließende Tat laut und deutlich angekündigt: "Ich werde dich umbringen." Gülüsan T. habe dann noch versucht zu beschwichtigen, erklärte demnach, sie habe einen Witz gemacht. Ohne Erfolg: Osman T. sticht mehrfach zu.

"Mein Mund ist voller Blut", ist das Letzte, was laut "Bild" noch von Gülüsan T. zu hören ist. Dann kündigt der Mann an, ihr den Hals aufzuschneiden. Ein letztes Mal schreit die Frau auf, dann stirbt sie.

Ermittler gehen von Raubmord aus

Mehrere Wertgegenstände von Gülüsan T. brachte er zur Post, schickte sie laut "HAZ" an seine Kinder. Danach betrank er sich, verständigte die Polizei, wobei er die Tat vorab einräumte.

Als die Beamten am Tatort eintrafen, griff der Mann eine Polizistin mit einem Messer an. Eine Schutzweste verhinderte Verletzungen an der Brust der Frau. Danach konnten die Beamten den Mann überwältigen. Später seien Ermittler am Tatort auf das Handy von Gülüsan T., das noch immer aufzeichnete, gestoßen.

Obwohl Osman T. die Tat bereits gestanden hat, spricht er bei Fragen nach dem genauen Ablauf von einem "Totalen Blackout" – er könne sich nicht mehr an die Tat in allen Einzelheiten erinnern.

Doch der ist für das Urteil wichtig: Während die Strafverfolger davon ausgehen, dass T. seine Frau heimtückisch, aus Habgier und aus niedrigen Beweggründen umgebracht hat, zeigt der sich reumütig: "Ich habe meine Frau geliebt, alles für sie gemacht" – am liebsten würde er laut "Bild" die Zeit zurückdrehen. Die Bluttat schilderte er laut "HAZ" als einen unkontrollierten Impuls: Ein Spruch seiner Frau wäre der Auslöser für seiner Messerattacke gewesen. Wenn das Gericht dies entsprechend beurteilt, könnte die Kammer auch auf Totschlag entscheiden, was eine deutlich kürzere Haftstrafe bedeuten würde.

Der Prozess ist noch bis zum 13. Januar 2023 terminiert.

Verwendete Quellen
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