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Niedersachsen: Gefahr durch Rechtsextremismus und Islamismus nimmt zu


Verfassungsschutz warnt
"Demokratie ist bedroht": Rechtsextreme Gefahr in Niedersachsen wächst

Von afp
Aktualisiert am 13.06.2024Lesedauer: 2 Min.
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD): Die Idee, Gästefans bei Derbys nicht ins Stadion zu lassen, kommt nicht gut an.Vergrößern des BildesNiedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) stellte am Donnerstag den Verfassungsschutzbericht 2023 vor. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa)
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Der Verfassungsschutz in Niedersachsen sieht im Rechtsextremismus weiter die größte Gefahr für die Demokratie. Auch vom Islamismus gehe ein große Bedrohung aus.

Am Donnerstag wurde in Hannover der niedersächsische Verfassungsschutzbericht 2023 veröffentlicht. Derzeit würden "unsere Demokratie" und "unsere Art zu leben von unterschiedlichen Seiten bedroht und angegriffen", erklärte Landesinnenministerin Daniela Behrens (SPD).

In Niedersachsen sei die Zahl der Rechtsextremisten im Jahr 2023 leicht auf 1.690 gestiegen. Im Vorjahr waren es demnach 1.610 gewesen. Bei einzelnen Parteien seien jedoch auch Rückgänge bei den Mitgliederzahlen zu beobachten. So habe die rechtsextreme Partei Die Heimat, ehemals NPD, nur noch 220 Mitglieder. Die ebenfalls rechtsextreme Partei Die Rechte habe noch 20 Mitglieder und damit zehn ihrer Parteigänger verloren. Die Zahl der Neonazis stagniere bei 220, hieß es.

Warnung vor "neuer, teils gewaltorientierte Mischszene"

"Trotz der sinkenden Mitgliederzahlen ist die größte Gefahr für unsere Demokratie nach wie vor der Rechtsextremismus", erklärte Landesinnenministerin Daniela Behrens (SPD). "Insbesondere von der Vermischung mit der Szene der Reichsbürger und der Selbstverwalter geht Gefahr aus."

Die Zahl der in Niedersachsen aufgefallenen Reichsbürger und Selbstverwalter stieg demnach 2023 von 900 auf 1.080. Dabei würden die Grenzen zwischen Rechtsextremismus und Reichsbürgern oder Selbstverwaltern "zunehmend verschwimmen", erklärte das Ministerium. Es warnte davor, dass sich eine "neue, teils gewaltorientierte Mischszene" herausbilden würde.

AfD arbeite an Spaltung der Gesellschaft

Der Verfassungsschutz beobachtet demzufolge auch eine zunehmende Nähe der niedersächsischen AfD zu extremistischen Positionen und Akteuren. Darauf würden etwa Äußerungen in den sozialen Medien hindeuten. Die Einstufung des AfD-Landesverbands als rechtsextremistischer Verdachtsfall wurde in Niedersachsen um zwei Jahre verlängert. Erstmals war dies im Mai 2022 erfolgt.

Behrens erklärte, die Mitglieder der AfD würden auch in Niedersachsen "zunehmend öffentlich deutlich wahrnehmbar an einer Spaltung der Gesellschaft arbeiten und gezielt Ressentiments schüren". Der Präsident des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, Dirk Pejril, erklärte, eine weitere Beobachtung des AfD-Landesverbands durch den Verfassungsschutz sei "angesichts des an Einfluss gewinnenden völkisch-nationalistischen Lagers" geboten.

Weiterhin hohe Gefahr von Terroranschlägen

Einen weiteren Fokus legte der Verfassungsschutzbericht auf den Islamismus, von dem eine hohe Gefahr ausgehe. Vor allem durch den Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat in Afghanistan und Zentralasien bestehe "weiter eine hohe Gefahr von Terroranschlägen", hieß es in der Mitteilung des Innenministeriums. Als Anschlagsziele kämen insbesondere symbolträchtige Großveranstaltungen infrage – etwa die anstehende Fußballeuropameisterschaft hierzulande.

Seit dem Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel im Oktober sei zudem eine "breite Solidarisierung mit dieser Terrorgruppe wahrzunehmen". Vor allem in sozialen Medien hätten antisemitische Äußerungen deutlich zugenommen. Islamistische Akteure hätte ihr Auftreten in den sozialen Medien 2023 deutlich professionalisiert.

"Entwicklung, die beschämt"

Dies befeuert Behrens zufolge auch "die Emotionalisierung und Mobilisierung muslimischer Gruppen". Teilweise sei der Hamas-Angriff in den sozialen Medien glorifiziert worden, erklärte Behrens weiter. "Es ist eine Entwicklung, die erschüttert und beschämt", betonte sie.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur afp
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