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Ein Drittel mehr Insolvenzen im ersten Halbjahr 2021

Hannover  

Ein Drittel mehr Insolvenzen im ersten Halbjahr 2021

29.07.2021, 11:09 Uhr | dpa

Hannover (dpa/lni) - Bei den niedersächsischen Insolvenzgerichten sind im ersten Halbjahr dieses Jahres 8083 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt worden. Das entspricht einem Anstieg von knapp 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen am Donnerstag in Hannover mitteilte. Der Anstieg sei vor allem auf die gestiegene Zahl an Insolvenzen von Privatleuten und ehemals Selbstständiger zurückzuführen.

Ein Grund könnte nach Einschätzung der Statistiker eine Gesetzesreform bei den Privatinsolvenzen sein: Verbraucherinnen und Verbraucher können inzwischen schon nach drei statt wie bisher nach sechs Jahren von ihren Restschulden befreit werden. "Es ist zu vermuten, dass viele Privatpersonen mit einer Antragstellung zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bis ins Jahr 2021 gewartet haben", hieß es vom Landesamt für Statistik.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzverfahren lag im ersten Halbjahr 2021 demnach bei 6234, was einem Anstieg von rund 44 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Bei den ehemals Selbstständigen stiegen die beantragten Insolvenzverfahren ebenfalls, und zwar um rund 24 Prozent auf 1152 Verfahren.

Die Unternehmenspleiten waren den Angaben zufolge hingegen weiterhin rückläufig. Im ersten Halbjahr 2021 wurden 566 Anträge zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens von Unternehmen gestellt. Dies waren 169 Verfahren (23 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum.

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