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Völlers Wunsch: Den Freunden "noch viele Jahre zusehen"

Von dpa
15.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Rudi Völler
Rudi Völler (M), GeschĂ€ftsfĂŒhrer Sport von Leverkusen, steht nach der Partie im Fanblock. (Quelle: Marius Becker/dpa/dpa-bilder)
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Am Ende seiner fast halbstĂŒndigen Rede vor seinen engsten Wegbegleitern Ă€ußerte Rudi Völler einen bewegenden Wunsch. "Ich hatte viel GlĂŒck in meinem Leben", sagte der 62-JĂ€hrige bei seiner offiziellen Abschiedsfeier bei Bayer Leverkusen am Samstagabend im Bayer Kasino mit alten Förderern von Otto Rehhagel ĂŒber Berti Vogts bis Reiner Calmund: "Mein Wunsch ist, dass ihr alle das GlĂŒck und die Zufriedenheit habt, die ich hatte. Und dass ich noch viele Jahre Zeit bekomme, euch dabei zuzusehen."

Am Nachmittag nach dem 2:1 gegen den SC Freiburg war Völler spontan zum VorsĂ€nger auf dem Zaun geworden. FĂŒr die ersten Tage nach dem Ende als GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Bayer Leverkusen hat die Fußball-Ikone klare PlĂ€ne. Am Sonntag wollte der fĂŒnffache Vater mit seinen Söhnen die 2. Liga schauen, um Ex-Club Werder Bremen und dem Hamburger SV mit Manager-Zögling Jonas Boldt im Aufstiegsrennen die Daumen zu drĂŒcken. Am Montag bricht Völler zu seiner letzten Dienstreise in offizieller Mission nach Mexiko auf, danach will er auf Mykonos urlauben und sich dann an ein Leben mit mehr Zeit gewöhnen. In ein Loch fallen werde er sicher nicht, versicherte der Weltmeister von 1990, und sich auch nicht auf die faule Haut legen.

Sportlich betĂ€tigen kann er sich kĂŒnftig auf dem Golfplatz. Dem Golfen habe er sich bisher mit Verweis auf den Terminkalender verweigert, berichtete Ex-StĂŒrmer Stefan Kießling, heute "Koordinator Lizenz" bei Bayer, und ĂŒberreichte Völler ein Golfset mit persönlich signierten BĂ€llen von allen Mitarbeitern. "Jetzt hast du endlich die Zeit dafĂŒr", sagte Kießling.

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"Ein bisschen Wehmut" sei beim Abschied schon dabei, sagte Völler: "Aber ich freue mich auch, kĂŒrzerzutreten." ZunĂ€chst musste er noch eine körperliche Höchstleistung bringen und erstmals in mehr als 40 Jahren Profi-Fußball auf den Zaun klettern. "Völler auf den Zaun" hatten die Fans gefordert - und ihr Rudi folgte dem Ruf, stimmte mit Mikrofon ein "ufta tĂ€terĂ€" an und hĂŒpfte mit den AnhĂ€ngern. "Ich wusste natĂŒrlich den Text nicht", gestand er: "Aber ich hatte einen Souffleur."

Das Wichtigste sei, "dass ich mich nicht verletzt habe. In meinem Alter muss man ja aufpassen bei solch akrobatischen Aktionen", sagte Völler lachend. Es sei sein "erstes Mal" auf dem Zaun gewesen: "In meiner aktiven Zeit gab es so was ja nicht."

Als Calmund ihn nach dem Karriere-Ende zu seinem Assistenten machen wollte, habe er gesagt: "Sportdirektor? Ich weiß gar nicht, was das ist und was ich da tun soll." Es war der Beginn einer mehr als 20 Jahre langen FunktionĂ€rs-Karriere, nur fĂŒr vier Jahre unterbrochen fĂŒr die Zeit als DFB-Teamchef. Als er 1994 als Spieler zu Bayer kam, habe Calmund "als Folklore oder Hollywood erst Bernd Schuster und dann mich geholt. Und trotzdem waren relativ wenig Zuschauer da", sagte Völler, der als Mitglied des Gesellschafter-Ausschusses und Club-Botschafter im Verein bleibt, und blickte mit Stolz auf seine Zeit in Leverkusen - obwohl sie titellos blieb: "Das hat sich enorm entwickelt. So eine Stimmung wie heute, besser geht es nicht."

Die Fans hatten ihn vor dem Spiel mit einer riesigen Spruch-Choreographie gefeiert. Auf acht Bannern wurden quer ĂŒber den Block berĂŒhmte Zitate Völlers ausgebreitet wie zum Beispiel "Du sitzt hier auf deinem Stuhl, hast drei Weizenbier getrunken und bist schön locker" aus dem legendĂ€ren TV-Interview mit Waldemar Hartmann oder "Wer so was macht, hat den Fußball nie geliebt" zum Karriere-Ende von Marcell Jansen im Alter von 29 Jahren. "Einige waren glaub ich gar nicht von mir", sagte Völler lachend: "Aber wenn der Tag lang ist, erzĂ€hlt man viel Blödsinn."

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