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Köln: Ein Leben voller Hingabe für Bedürftige – Sack e.V.


Gespräch mit Erika Wittkamp
Ein Leben voller Hingabe für Bedürftige


15.02.2024Lesedauer: 3 Min.
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Erika Wittkamp: Die 81-Jährige hat vor 25 Jahren den Verein Sack e.V. mitgegründet.Vergrößern des Bildes
Erika Wittkamp: Sie ist Mitbegründern des Vereins Sack e.V. (Quelle: Jannik Meyer)

Erika Wittkamp kann es nicht ertragen, wenn es anderen Menschen schlecht geht. Deshalb hat sie vor 25 Jahren einen ganzen besonderen Verein gegründet.

Vor 25 Jahren hat die 81-jährige Erika Wittkamp gemeinsam mit Ernst Mommertz den Verein Sack e.V. gegründet, um im ehrenamtlichen Einsatz Bedürftigen zu helfen – eine Organisation, die sich unter anderem auf die Bereitstellung von Lebensmitteln für Menschen in Not konzentriert.

"Ich könnte niemals auf dem Sofa sitzen und nichts tun – was soll ich zu Hause? Ich liebe die Menschen und kann es nicht ertragen, wenn es ihnen schlecht geht. Deswegen helfe ich, damit es ihnen besser geht", erklärt Erika Wittkamp ihre Motivation für die ehrenamtliche Arbeit.

Alle zwei Monate bekommen bedürftige Personen einen Sack voller nahrhafter Lebensmittel bereitgestellt. Dieser Sack enthält ein Sortiment von 23 Produkten und ist angepasst an die Haushaltsgröße. Von Nudeln über Erbsen und Rotkohl bis hin zu speziell angefertigter Putensalami berücksichtigt Sack e.V. die Bedürfnisse der Menschen. "Zu gerne würden wir den Menschen einmal im Monat den Sack zur Verfügung stellen", so Wittkamp. "Aber dafür reicht unser Geld nicht aus." Inzwischen gibt es rund 1.000 Haushalte mit circa 3.500 Personen in Köln, die den Sack voller Lebensmittel in Anspruch nehmen – eine finanzielle und logistische Herausforderung für den Verein.

Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden

Montags bis donnerstags arbeitet die Rentnerin im Verein, der seinen Sitz im Kölner Stadtteil Ossendorf hat. "Ich bin so ein bisschen das Mädchen für alles", sagt Wittkamp, und erläutert: "Ich erledige die Korrespondenz, bin zuständig für die Ware und halte Kontakt zu unseren Mitgliedern und Paten." Der Verein besteht aus vier Vorstandsmitgliedern, drei angestellten Mitarbeiterinnen und einem Fahrer, der die Lebensmittel ausliefert. 25 Ehrenamtliche unterstützen beim Packen der Säcke.

Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden und die Beiträge der Mitglieder und Paten. Rund 30.000 Euro benötigt der Verein im Monat, um die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. "Das ist eine große Herausforderung für uns, bisher haben wir das aber immer gut hinbekommen", findet Erika Wittkamp. Die Lebensmittelausgabe an Bedürftige ist aber nicht die einzige Aufgabe des Vereins. Weiterhin werden 19 Kindergärten in sozial schwachen Gebieten mit Lebensmitteln für ein gesundes und nahrhaftes Frühstück unterstützt. "70 Prozent der Kinder bekommen von den Eltern kein Frühstück mit in den Kindergarten, das bricht mir das Herz", sagt Erika Wittkamp.

Zahl der Hilfsbedürftigen steigt

Die Menschen, die durch den Sack e.V. unterstützt werden, sind sehr unterschiedlich. Viele sind Rentner, deren Rente nicht zum Überleben reicht. "Sie haben teilweise nur einen geringen freien Beitrag im Monat zur Verfügung, wie soll man damit über die Runden kommen?", fragt sich Wittkamp.

Leider nimmt die Zahl der Menschen, die Hilfe benötigen, immer mehr zu. Deswegen weiß Erika Wittkamp, dass das ursprüngliche Ziel des Vereins so schnell nicht erreicht werden kann. "Sinn und Zweck unseres Vereins ist es, dass es uns irgendwann nicht mehr geben sollte, weil es den Menschen besser geht – leider ist aber eher das Gegenteil der Fall." Doch allzu lange möchte Erika Wittkamp das Ehrenamt nicht mehr ausführen.

Am 30. August findet ein Fest anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Sack e.V. statt – ein guter Termin, es in Zukunft etwas ruhiger angehen zu lassen, meint Wittkamp. Vorher sei es aber wichtig, eine oder zwei Verstärkungen im Vorstand zu bekommen.

Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Erika Wittkamp
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