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Köln: Warum Tauben nun ein eigenes Haus am Hansaring bekommen

Um Stadt sauberer zu machen  

Tauben bekommen eigenes Haus am Hansaring

29.11.2019, 10:28 Uhr
Köln: Warum Tauben nun ein eigenes Haus am Hansaring bekommen. Tauben sitzen auf einem Haus: Das Taubenhaus in Köln soll den Tieren eine Behausung geben. (Quelle: Dierk Himstedt)

Tauben sitzen auf einem Haus: Das Taubenhaus in Köln soll den Tieren eine Behausung geben. (Quelle: Dierk Himstedt)

Bürger in Köln beschweren sich über zu viele Tauben, die unter Brücken sitzen und die Bürgersteige zukoten. Auch die Stadt sucht nach Lösungen, um die Zahl der Tiere im Stadtgebiet zu reduzieren. Jetzt soll es eine tiergerechte Lösung geben.

Die Rufe der Tauben sind in Köln allgenwärtig. Keiner weiß genau, wie viele es sind. Schätzungen gehen von mehr als 100.000 Tieren in Köln aus, was für die Stadt große Probleme mit sich bringt. Wegen zugekoteter Bürgersteige und Schäden an Gebäuden durch die aggressiven Ausscheidungen der Vögel sind die Tauben vielen Bürgern mittlerweile ein Dorn im Auge.

Beim Taubenhaus, das nun in Köln eröffnet wurde, will man die Probleme mit den Tieren angehen. "Wir wollen durch eine artgerechte und intelligente Methoden dazu betragen, die Anzahl der Tiere zu reduzieren und ihnen zudem einen Schutzraum bieten", sagt Gwendolin Wonneberger. Die 31-jährige Tierschützerin betreut ein neues Taubenprojekt, das seit Mitte November am Hansaring läuft und von der Stadt finanziell gefördert wird.

Tiere soll weg von der Brücke

Wonneberger und die Initiative "Kölner Arbeitsgruppe gegen die Stadttaubenproblematik" haben dafür ein Konzept entwickelt, einen Schwarm Stadttauben von einem so genannten Tauben-Hotspot wie der Bahnunterführung am Hansaring wegzulocken und in einem benachbarten Vogelhaus einzunisten. Bei dem Schwarm handelt es sich um bis zu 200 Tiere, die in das neue Taubenhaus einziehen sollen.

"Wir wollen die Vögel durch regelmäßige Fütterungen und Eingewöhnungen in einer großzügigen Vogelvoliere dazu bringen, ihre Hockplätze unter der Brücke zu verlassen und dafür in unserem Taubenhaus zu leben", beschreibt Wonneberger das Konzept. Dazu kommt die 31-jährige täglich zweimal (vormittags und nachmittags) zum Füttern der Tiere vorbei.

Stadt unterstützt das Taubenprojekt

"Wir glauben an das Projekt und werden unserem Kooperationspartner zwei bis zweieinhalb Jahre Zeit geben, um zu schauen, ob wir damit Erfolge haben", sagt Konrad Peschen, Leiter des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes des Stadt Köln. Erfolg heißt laut der Stadt und Gwendolin Wonneberger in diesem Fall, die Tauben nachweislich in dem Taubenhaus am Hansaring einzunisten und zudem durch den Austausch von befruchtetem Gelege mit Kunsteiern die Population in dem dortigen Schwarm einzudämmen.

Taubenhaus-Betreuerin Gwendolin Wonneberger füttert die Tauben in Köln. (Quelle: Dierk Himstedt)Taubenhaus-Betreuerin Gwendolin Wonneberger füttert die Tauben in Köln. (Quelle: Dierk Himstedt)

Zudem hat die artgerechte Fütterung mit Getreide den Effekt, dass der Kot der Tiere weniger Schaden anrichtet und das meiste auch im Taubenhaus bleibt. Die städtische Abfallbeseitigung sorgt dann für die Entsorgung der Vogelhinterlassenschaften.

Zaun schützt Tiere vor Vandalismus

Wonneberger ist zuversichtlich, dass sie Erfolg haben werden: "Ich betreue in Neuss ein ähnliches Projekt mit guten Ergebnissen. Zudem hilft uns die augenblickliche Kälte: Die Tiere haben Hunger und überwinden dadurch schneller ihre Ängste vor der neuen Behausung."

Das neue Taubenhaus liegt direkt an der Haltestelle Hansaring. Umgeben ist es mit einem Bretterzaun, der vor möglichem Vandalismus schützen soll. Dahinter befindet sich das komplett aus Holz konstruierte Vogelhaus – passend angestrichen in taubenblauer Farbe. An der Rückwand der Laube sind in einem Baukastensystem die Nistkästen angebracht.



Drei Hockstangen unter der Decke geben den Vögeln ihre bevorzugten erhöhten Plätze. Über mehrere Einflugöffnungen können die Tiere jederzeit ihr Haus verlassen oder wieder hineinfliegen. Die Stadt und Gwendolin Wonneberger hoffen nun, dass die Tauben dieses Angebot auch annehmen.

Verwendete Quellen:
  • Gespräche mit Gwendolin Wonneberger und Konrad Peschen 

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