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Köln: Erzbistum wegen Gutachtens in Kritik – Missbrauch vertuscht?

Missbrauch vertuscht?  

Erzbistum Köln wegen früheren Personalchefs in Kritik

22.10.2020, 10:12 Uhr | Christoph Driessen, dpa

Köln: Erzbistum wegen Gutachtens in Kritik – Missbrauch vertuscht?. Der Kölner Dom bei Nacht (Archivbild): Kardinal Woelki steht wegen eines nicht veröffentlichten Gutachtens in der Kritik. (Quelle: imago images/CoverSpot)

Der Kölner Dom bei Nacht (Archivbild): Kardinal Woelki steht wegen eines nicht veröffentlichten Gutachtens in der Kritik. (Quelle: CoverSpot/imago images)

Die katholische Kirsche in Deutschland hat jahrzehntelang den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester vertuscht. Nun gerät das Kölner Erzbistum unter Druck, weil es ein Gutachten offenbar nicht veröffentlichen will.

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hat den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki zur Veröffentlichung des von ihm in Auftrag gegebenen Missbrauch-Gutachtens aufgefordert. "Kardinal Woelki wäre gut beraten, das Münchener Gutachten zeitnah der Öffentlichkeit bekannt zu machen", sagte der Münsteraner Professor am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln: Ein Kirchenrechtler wirft ihm "Wagenburgmentalität" vor. (Quelle: dpa/Vennenbernd)Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln: Ein Kirchenrechtler wirft ihm "Wagenburgmentalität" vor.

"Allerdings erweckt das Erzbistum Köln mit seinem Kardinal an der Spitze im Moment eher den Eindruck einer Wagenburgmentalität und schottet sich ab. Dies wird diesem Erzbistum dauerhaften Schaden zufügen."

Woelki hatte eine Münchner Kanzlei damit beauftragt, den Umgang des Erzbistums mit sexualisierter Gewalt zu untersuchen. In dem erstellten Gutachten sollten auf Woelkis ausdrücklichen Wunsch hin auch die Namen derjenigen genannt werden, die dafür verantwortlich waren, "dass Vorfälle von sexuellem Missbrauch gegebenenfalls vertuscht oder nicht konsequent geahndet wurden".

Brisantes in Archiven entdeckt

Im März sollte das Gutachten der Presse vorgestellt werden. Doch kurz vor dem angekündigten Termin machte Woelki einen Rückzieher, weil es rechtliche Bedenken gebe. Einen neuen Termin für die Veröffentlichung gibt es bisher nicht. Bekannt geworden ist bereits, dass die Münchner Juristen die Rolle des früheren Personalchefs im Erzbistum Köln, Stefan Heße, kritisch beurteilen.

Erzbischof Dr. Stefan Heße: Er hat in Köln Karriere gemacht und ist nun in Hamburg Erzbischof. Ein Gutachten bringt ihn offenbar in Zusammenhang mit Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen. (Quelle: imago images/Simon)Erzbischof Dr. Stefan Heße: Er hat in Köln Karriere gemacht und ist nun in Hamburg Erzbischof. Ein Gutachten bringt ihn offenbar in Zusammenhang mit Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen. (Quelle: Simon/imago images)

Heße ist heute Erzbischof von Hamburg. Heße, ein gebürtiger Kölner, hat in seinem Heimatbistum Karriere gemacht. Er war dort Personalchef und Generalvikar, bevor er 2015 als Erzbischof nach Hamburg wechselte.

Offenkundig ist, dass die Münchner Anwälte, die das Gutachten in Auftrag gegeben haben, durchaus Brisantes aus den Archiven des Hamburger Bistums zutage gefördert haben – und einer derjenigen, die das betrifft, ist Erzbischof Heße. Es gehe dabei um den Fall eines heute 69 Jahre alten Priesters, der in den 90er Jahren seine minderjährigen Nichten über Jahre hinweg schwer sexuell missbraucht haben soll. In diesem Sommer hat die Staatsanwaltschaft Köln Anklage gegen den Geistlichen erhoben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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