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Köln führt diskriminierungsfreie Amtssprache mit Genderstern ein

Von t-online
Aktualisiert am 24.03.2021Lesedauer: 2 Min.
Kölns OB Henriette Reker (Archivbild): Im Vorwort des Leitfadens begründet sie die Umstellung der Kölner Amtssprache.
Kölns OB Henriette Reker (Archivbild): Im Vorwort des Leitfadens begründet sie die Umstellung der Kölner Amtssprache. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)
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Wer im März schon Post von der Stadt Köln bekommen hat, könnte darin bereits neue Formulierungen entdeckt haben. Denn: Die Stadt Köln will ihre Sprache verändern – etwa mit diskriminierungsfreien Begriffen und Genderstern. Dabei helfen soll ein Leitfaden.

"Leitfaden für eine wertschätzende Kommunkation" heißt das mehr als 50 Seiten starke Dokument der Stadt. Darin gibt es Tipps, wie diskriminierende Sprache vermieden werden kann und wie geschlechtergerechte Sprache in den Amtsstuben verwendet werden soll. Seit 1. März kommt der Leitfaden zum Einsatz – ältere Vordrucke ohne die Sprachanpassungen sollen jedoch noch weiter zum Einsatz kommen.

Im Vorwort des Dokuments begründet Oberbürgermeisterin Henriette Reker, dass man immer wieder vor gesellschaftlichen Veränderungen stehe, "die wir sowohl inhaltlich als auch sprachlich neu angehen müssen". So sei es auch mit der Verwaltungssprache. "Alte Sprachgewohnheiten und Redensarten zu ändern, ist nicht leicht und bedeutet für uns alle, die eigenen Gewohnheiten zu überprüfen."

"Lernende" statt "SchĂĽler

Ein großer Teil des Leitfadens behandelt die "geschlechterumfassende Sprache": Die männliche Sprachform soll vermieden werden, etwa mit Begriffen wie "Führungskraft" statt "Chef" oder "Lernende" statt "Schüler". Als Alternative wird der Genderstern empfohlen, wenn die geschlechterumfassende Ansprache nicht möglich sei. Für die Aussprache empfiehlt der Leitfaden eine kurze Sprechpause anstelle des Sternchens.

Um auch sexuelle Orientierungen abzudecken sollen auch Bezeichnungen wie "Vater" und "Mutter" in Formularen geändert werden, etwa zu "Elternteil". Statt "Frau X mit ihrem Mann" solle besser die Formulierung "Frau X mit Partner*in" verwendet werden.

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Auch andere Dimensionen der Diskriminierung werden in dem Leitfaden behandelt – etwa Religion, ethnische Herkunft oder Menschen mit Behinderung. So sollen beispielsweise Sonderzeichen in Namen – gerade bei Menschen mit Migrationshintergrund – in den Schreiben der Stadt auch korrekt dargestellt werden.

Nicht nur Männer im Mittelpunkt

Neben der Sprache geht es auch um andere Formen der Kommunikation: Bei Präsentationen solle beispielsweise bei der Bildsprache auf Ausgewogenheit geachtet werden – heißt: Nicht nur Männer im Mittelpunkt und keine Rollenklischees reproduzieren.

Orientiert hat sich die Stadt an einem ähnlichen Leitfaden der Stadt Dortmund, welcher dort bereits seit Mai 2020 zum Einsatz kommt. Zunächst sollen in Köln noch alte Materialen wie Formulare aufgebraucht werden, bevor mit der neuen Amtssprache nachgedruckt wird – bis Ende 2022 sollen dann alle Veröffentlichungen der Stadt angepasst sein.k

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Von Michael Hartke
Henriette Reker

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