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Köln-Kreuzfeld: Neuer Stadtteil mit 3.000 Wohnungen geplant

"Vorzeige-Veedel"  

Das erwartet die Kölner im neuen Stadtteil Kreuzfeld

Von René Denzer

30.03.2021, 12:08 Uhr
Köln-Kreuzfeld: Neuer Stadtteil mit 3.000 Wohnungen geplant . Das Areal im Kölner Norden (Archivbild): In Chorweiler entsteht der Stadtteil Kreuzfeld, wo unter anderem 3.000 Wohnungen gebaut werden sollen. (Quelle: Christopher Dröge)

Das Areal im Kölner Norden (Archivbild): In Chorweiler entsteht der Stadtteil Kreuzfeld, wo unter anderem 3.000 Wohnungen gebaut werden sollen. (Quelle: Christopher Dröge)

8.000 Menschen sollen in Köln-Kreuzfeld ein neues Zuhause finden. Im neuen Stadtteil im Kölner Norden sind Tausende neue Wohnungen geplant. Für den Traum vom Eigenheim ist aber eher kein Platz.

Bei einer Schatzkarte ist das Ziel mit einem "X" oder einem "+" markiert. In Köln auch. Doch anstatt Gold, Silber oder Perlen soll sich an dem "+" dann "Kreuzfeld" befinden. Ein "Vorzeigestadtteil", wie Oberbürgermeisterin Henriette Reker das geplante neue Veedel im Stadtbezirk Chorweiler im Kölner Norden vergangenes Jahr im Wahlkampf betitelt hat. 8.000 Menschen sollen dort ein neues Zuhause finden, rund 3.000 Wohnungen sind auf 80 Hektar Land geplant. 

Nach der Auftaktveranstaltung im Dezember vergangenen Jahres geht es nun mit dem "wettbewerblichen Dialog" in die nächste Phase des Verfahrens. Nun sollen die Grundlagen für den weiteren Planungsprozess erarbeitet werden. Das hierfür ausgerufene Motto "Land Stadt +feld" soll dabei die Schnittstelle zwischen urbaner und ländlicher Entwicklung besonders in den Fokus nehmen.

Um der Öffentlichkeitsbeteiligung gerecht zu werden, informierten Vertreter der Stadtverwaltung und externe Fachleute bei einer Online-Veranstaltung über das Verfahren sowie dessen Ziele. So handele es sich bei dem "wettbewerblichen Dialogverfahren" um ein neues Planungsinstrument, sagte Simon Hubacher vom Entwicklungsbüro Urban Catalyst, das den Planungsprozess moderiert. Dabei arbeite die Kommune, anders als bei einer Ausschreibung, "im Dialog" mit den Wettbewerbsteilnehmern an Lösungen.

Stadt setzt auf sechs Planungsbüros

Im Fall von "Kreuzfeld" setzt die Stadt auf sechs Planungsbüros. Die haben bis Juni Zeit, ein Konzept zu entwickeln, so Hendrik Schwark, der im Stadtplanungsamt Projektleiter für den neuen Stadtteil ist. Die Öffentlichkeit soll dabei nicht außen vorgelassen, sondern in verschiedenen Veranstaltungen mit eingebunden werden. Ihr sollen die Konzepte im August vorgestellt werden. Im Anschluss daran wird ein Begleitgremium aus Experten unterschiedlicher Fachrichtungen drei Entwürfe auswählen, die wieder öffentlich zur Diskussion gestellt werden. Im Dezember soll dann ein Planungsbüro den Zuschlag bekommen.

Eine Karte der Stadt zeigt: Zwischen Blumenberg und Worringer Bruch soll der neue Stadtteil entstehen. (Quelle: Stadt Köln)Eine Karte der Stadt zeigt: Zwischen Blumenberg und Worringer Bruch soll der neue Stadtteil entstehen. (Quelle: Stadt Köln)

Grüner neuer Stadtteil

Das muss sich an dem Motto "Land Stadt +feld" orientieren. Der neue Stadtteil solle eine "Landschaftsstadt neuen Typs" werden. Das "+" in dem Motto stehe für Ideen und Themen für die Stadt von morgen. "Das Plus macht alles möglich, ist eine Variable, ein Platzhalter für Zukünftiges. Es ist geheimnisvoll, unerforscht und macht mutig", sagte Moderator Klaus Overmeyer.

Im Klartext heißt das: Der neue Stadtteil soll sich in die ländliche Umgebung einfügen, ökologische und klimatische Gesichtspunkte beachten und überhaupt sehr grün sein.

Der Vorstellung einiger Teilnehmer der Online-Veranstaltung vom Eigenheim im Grünen wurde ein Riegel vorgeschoben. Kölns Baudezernent Markus Greitemann sieht Raum für Einfamilienhäuser "sehr, sehr kritisch". Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, liege der Fokus auf Wohnungen in Geschossbauten. Mindestens 30 Prozent sollen gefördert werden.

Bei einem neuen Stadtteil muss natürlich auch die Infrastruktur stimmen. Deshalb gehört ein ausreichendes Angebot an Kitas und Schulen genauso dazu wie Mobilität und Verkehrsanbindung.

Digitale Safari für Bürgerinnen und Bürger

Wie eine Schatzsuche trotz Karte lange dauern kann, so ist es auch bei der Entwicklung eines neuen Stadtteils. Zwei bis drei Jahre wird es dauern, bis die Bebauungspläne erstellt sind. Erst dann können die Bauanträge gestellt werden. "Rund fünf Jahre wird es dauern, bis die ersten Steine gelegt werden", so Hendrik Schwark vom Stadtplanungsamt.

Im Rahmen des "Wettbewerblichen Dialogs" können Bürgerinnen und Bürger bis zum 10. April an einer "Digitalen Safari" teilnehmen. Dabei können sie in drei Themenblöcken ihre persönlichen Erfahrungen, Erwartungen und Visionen für Kreuzfeld übermitteln und auf einer digitalen Karte verorten. Diese Erkenntnisse sollen in die Arbeiten der sechs ausgewählten Planungsteams mit einfließen.

Verwendete Quellen:

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