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Köln: Mangel an Blutkonserven – Kliniken bitte um Spenden

Spender sehr gefragt  

Köln gehen die Blutvorräte aus – Kliniken in Sorge

Von René Denzer

08.07.2021, 13:14 Uhr
Köln: Mangel an Blutkonserven – Kliniken bitte um Spenden. Eine Ärztin steht vor Blutkonserven im Labor (Symbolbild): In Köln und auch bundesweit könnte der Vorrat bald knapp werden. (Quelle: imago images/McPHOTO)

Eine Ärztin steht vor Blutkonserven im Labor (Symbolbild): In Köln und auch bundesweit könnte der Vorrat bald knapp werden. (Quelle: McPHOTO/imago images)

In Köln werden die Blutkonserven knapp: Derzeit gibt es deutlich weniger Spender als normalerweise. Das hat auch etwas mit der Corona-Krise zu tun – und die Situation könnte sich verschlimmern.

Bundesweit gibt es derzeit einen Mangel an Blutkonserven – auch in Köln. Corona, die heißen Temperaturen der letzten Tage und die Sommerferien sorgen aktuell dafür, dass immer weniger Menschen ihr Blut spenden. Das kann zum Problem werden.

Denn der Bedarf an Blutkonserven in den städtischen Krankenhäusern Holweide, Merheim und im Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße ist unvermindert hoch. "Unsere OP-Kapazitäten steigen wieder deutlich an. Dringende Operationen, die aufgrund der Corona-Situation verschoben werden mussten, werden nun durchgeführt. Gleichzeitig verzeichnen wir in unseren Notaufnahmen wieder mehr Unfallopfer, weil der Verkehr weiter deutlich zunimmt", so Professor Dr. Horst Kierdorf, Ärztlicher Direktor der Kliniken Köln.

Lage in Köln könnte sich in den Sommerferien zuspitzen

Tatsächlich hat sich die Lage in ganz NRW in den vergangenen acht bis zehn Tagen deutlich zugespitzt, sodass auch die üblichen Aushilfsszenarien schwierig werden. "Dramatisch wäre es, wenn so wenige Blutkonserven vorliegen, dass zum Beispiel viele Verletzte bei einem großen Unfallgeschehen nicht optimal versorgt werden könnten", so eine Sprecherin der Kliniken Köln auf Anfrage von t-online.

Die Kliniken verzeichnen in der Regel an normalen Werktagen 80 bis 120 Blutspender. In den Sommerferien gehen diese üblicherweise um etwa 30 Prozent zurück. Zuletzt registrierten die Kliniken aber nur 40 bis 50 Spender am Tag. "Wenn sich diese Zahl ferienbedingt weiter reduziert, ist dies fatal", erklärte die Sprecherin. Ziel sei es, für die Versorgung in den Krankenhäusern Merheim und Holweide etwa 100 bis 120 Konserven Rhesus-positiv vorzuhalten. Derzeit sei es gerade einmal die Hälfte.

Ständiger Nachschub an Blutkonserven nötig

Der Begriff "Blutkonserve" ist dabei etwas irreführend – denn lange haltbar sind diese nicht. Innerhalb von 42 Tagen müssen sie verabreicht werden. Darum ist ein ständiger Nachschub an Blutspenden nicht nur für Köln, sondern bundesweit notwendig.

So kann ein einziger etwa durch einen Autounfall schwer verletzter Patient allein bis zu 80 Blutkonserven benötigen. Patientinnen und Patienten, die an Krebs erkrankt sind, sind für die Förderung der Genesung ebenfalls auf Blutkonserven angewiesen. Aber auch die Patientinnen und Patienten, die schwer an Covid-19 erkrankt sind und auf Intensivstationen behandelt werden, werden entsprechend mit Blutkonserven versorgt. Und für Operationen müssen ebenso Blutkonserven vorgehalten werden.

Mit Corona ging Spendenbereitschaft zurück

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Spendenbereitschaft in Köln zurückgegangen. Das können nicht nur die Kliniken der Stadt bestätigen, sondern auch Moritz Kistler vom DRK-Blutspendedienst West. Während es in ländlicheren Regionen wie beispielsweise im Rhein-Sieg-Kreis einen Anstieg zu verzeichnen gebe, stehe man in Köln "vor einer großen Herausforderung", sagt Kistler.

Corona habe die Thematik dabei noch verstärkt. Zum einen hätten Firmen ihr Gelände nicht mehr für Blutspendeaktionen zur Verfügung gestellt, weil keine externen Personen mehr zugelassen waren, zum anderen habe es auch Sorge bei Bürgerinnen und Bürgern gegeben, sich mit Corona anzustecken.

Letzteres sei aber unbegründet, sagt Kistler. So sei der Hygienestandard schon unabhängig von Corona groß. Doch mit Corona habe man noch einmal eine Schippe draufgelegt. "Wir haben ein vom Land NRW abgesegnetes Hygienekonzept."

Für Fragen rund um das Thema Blutspende haben die Kliniken Köln zudem die gebührenfreie Hotline-Nummer 0800/8907 3721 eingerichtet. Bei den Kliniken Köln erhält jeder Erstspender einen Gutschein einer großen Buchhandlung im Wert von 10 Euro. Ab der zweiten Spende bekommen alle Blutspender eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro bei jedem Termin.

Termine für Blutspende können online reserviert werden

Kistler appelliert ebenfalls, Blut zu spenden. Denn jede einzelne Spende könne Leben retten. Möglichkeiten zu spenden gibt es etwa in der Klinik in Merheim, an der Uniklinik, im Spendezentrum der Städtischen Kliniken an der Breite Straße 2-4 und beim DRK-Blutspendezentrum am Neumarkt 1d. Außerdem biete das DRK andernorts immer wieder gesonderte Termine an, wie beispielsweise in den Stadtteilen Pesch und Porz, sagt Kistler.

Termine können auch online reserviert werden. Auf der Seite des DRK-Blutspendedienst West gibt es eine Checkliste, ob jemand für eine Blutspende geeignet ist.

Verwendete Quellen:
  • Anfrage bei den Kliniken Köln
  • Pressemitteilung Kliniken Köln
  • Telefonat mit Moritz Kistler vom DRK-Blutspendedienst West
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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