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Papst soll Entscheidung im Fall Woelki fÀllen

Von dpa
Aktualisiert am 07.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln (Archivbild): Er rÀumte Fehler im Zusammenhang mit MissbrauchsfÀllen ein.
Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln (Archivbild): Er rÀumte Fehler im Zusammenhang mit MissbrauchsfÀllen ein. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)
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AnhÀnger des Bischofskonferenz und GlÀubige fordern eine Stellungnahme zur Zukunft von Kardinal Woelki. Wegen mangelnder Aufarbeitung von MissbrauchsfÀllen in seinem Bistum hatte er eine berufliche Auszeit genommen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg BĂ€tzing, fordert eine schnelle Entscheidung ĂŒber die Zukunft des umstrittenen Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki. "Papst Franziskus und vor allem auch der PrĂ€fekt der Bischofskongregation in Rom, Kardinal Ouellet, tragen jetzt Verantwortung fĂŒr diese Situation, die in der Erzdiözese da ist. Und ich glaube, lange zusehen wird man nicht können", sagte BĂ€tzing am Montag zu Beginn der DBK-FrĂŒhjahrsvollversammlung im Wallfahrtsort Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein. "Sonst muss der Papst handeln."

Woelki war am Aschermittwoch nach fĂŒnfmonatiger Auszeit in sein Amt als Erzbischof von Köln zurĂŒckgekehrt. Allerdings bot er dem Papst seinen Amtsverzicht an. Franziskus will "zu gegebener Zeit" darĂŒber entscheiden.

Zweifel an Kardinal Woelkis Reformwillen

Die Vollversammlung ist Woelkis erster großer öffentlicher Auftritt nach seiner RĂŒckkehr. Der 65-JĂ€hrige kam allein am Tagungsort an und sagte: "GrĂŒĂŸ Gott zusammen." BĂ€tzing sagte, Woelki werde Gelegenheit bekommen, etwas zu seiner Situation zu sagen. "Er bittet um eine Chance, aber die Situation in der Erzdiözese Köln ist einfach hoch angespannt."

Aus Sicht der Reformbewegung "Wir sind Kirche" ist der Kölner Erzbischof "eine große Belastung" fĂŒr die Bischofskonferenz und den Reformprozess Synodaler Weg, als dessen scharfer Kritiker der konservative Kardinal gilt. "Ist er nach seiner 'geistlichen Auszeit' jetzt bereit, die zwischenzeitlich gefassten BeschlĂŒsse des Synodalen Weges zur Kenntnis zu nehmen und seine Totalverweigerung gegenĂŒber diesem Reformprozess aufzugeben?", fragten die Reformer in einer Mitteilung – und meldeten große Zweifel an.

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Denn: "In seinem Hirtenwort vom 4. MĂ€rz 2022 erwĂ€hnt er den Synodalen Weg mit keiner Silbe." Außerdem habe er an keiner Sitzung des Synodalforums "Priesterliche Existenz heute", dem er angehöre, teilgenommen.

Konferenz berĂ€t auch ĂŒber Umgang mit Putins Ukraine-Krieg

Die bisherigen Ergebnisse des Synodalen Weges sind neben dem Krieg in der Ukraine eins der Hauptthemen, mit denen die Bischöfe sich auf ihrer bis Donnerstag dauernden Tagung befassen wollen. Laut den ReformvorschlĂ€gen sollen die GlĂ€ubigen bei Bischofsernennungen mitreden können. Außerdem stehen die bei reformorientierten Katholiken schon lĂ€nger formulierten Forderungen im Raum: Diakonat der Frau, verheiratete Priester, Segnung homosexueller Paare.

Ihre FrĂŒhjahrsvollversammlung ist auch die erste Zusammenkunft der katholischen deutschen Bischöfe nach Veröffentlichung des MĂŒnchner Missbrauchsgutachtens. Es war zu dem Ergebnis gekommen, dass FĂ€lle von sexuellem Missbrauch in der Erzdiözese ĂŒber Jahrzehnte nicht angemessen behandelt worden waren.

Köln: Woelki verliert RĂŒckhalt in seinem Bistum

Woelki hatte seine Auszeit angetreten, nachdem ihm Papst Franziskus "große Fehler" vor allem in seiner Kommunikation bescheinigt hatte. Das Erzbistum Köln befindet sich in einer Krise, seit Woelki 2020 entschieden hatte, ein Gutachten ĂŒber den Umgang von Bistumsverantwortlichen mit FĂ€llen von sexuellem Kindesmissbrauch zunĂ€chst nicht zu veröffentlichen. Er fĂŒhrte rechtliche GrĂŒnde dafĂŒr an und gab ein neues Gutachten in Auftrag.

Im Zuge dieser Entscheidung kam es zu einer immer stĂ€rkeren Entfremdung zwischen dem 65 Jahre alten Kardinal und den wichtigsten Gremien des Erzbistums. Das VerhĂ€ltnis gilt inzwischen als zerrĂŒttet. 92 Prozent der Kirchenmitglieder wollen ihn einer Umfrage zufolge nicht mehr als Bischof haben. Woelki bat die GlĂ€ubigen in seinem Bistum um eine zweite Chance.

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Von Carlotta Cornelius
Papst FranziskusRomUkraine

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