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Klinik in Nürnberg schließt – um die Mitarbeiter wird sich gerissen


Klinik in Nürnberg schließt – um die Mitarbeiter reißt man sich

  • Meike Kreil
Von Meike Kreil

Aktualisiert am 08.12.2022Lesedauer: 3 Min.
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Krankenhaus (Symbolbild): Die Kriminellen spielen mit der Angst um die eigenen Angehörigen.
Krankenhaus (Symbolbild): In Nürnberg macht eine gynäkologische Klinik dicht – aus verschiedenen Gründen. (Quelle: Fabian Strauch/dpa-bilder)
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Kein Tag ohne Hiobsbotschaften aus Krankenhäusern. Nun schließt in Nürnberg eine ganze Klinik, die der Gynäkologie vom Martha-Maria-Krankenhaus. Was steckt dahinter?

Es ist eine Meldung, die aufhorchen lässt. Vor allem bei Frauen und insbesondere Schwangeren. Am Krankenhaus Martha-Maria im Norden Nürnbergs macht die gynäkologische Klinik dicht. Ist nun etwa auch noch die Versorgung bei Geburten gefährdet? Ganz so schlimm ist es glücklicherweise nicht.

Die Klinik für Gynäkologie am Krankenhaus Martha-Maria an der Stadenstraße wird zum Jahresende schließen. Das hat die Einrichtung bekannt gegeben. Fallen der Personalnot in der Pflegebranche nun etwa schon ganze Kliniken zum Opfer? Die Schließung habe weniger mit der Personalsituation zu tun, erklärt Sprecherin Jennifer Christ t-online. Die Gründe seien vielfältig.

Krankenhaus in Nürnberg: Keine Chef-Nachfolge gefunden

Aber sie erklärt auch: Der langjährige Chefarzt und die Oberärztin – seine Frau – hätten im Sommer ihre Kündigung zum Jahresende eingereicht. "Aus persönlichen Gründen", die nicht näher erläutert werden. "Seitdem lief die Suche nach der Nachfolge, die jedoch aus verschiedenen Gründen nicht zum Erfolg führte." An zu wenigen Bewerbungen habe es nicht gelegen. Es musste eine andere Lösung her – die der Umstrukturierung.

  • Krankenhäuser in der Krise: Das ist neben dem Blackout die nächste große Sorge

Das ärztliche Personal umfasst nach eigenen Angaben fünf Personen, hauptsächlich Assistenzärztinnen. Was wird nun aus ihnen? Um sie müsse man sich keine Sorgen machen, meint Christ, auch wenn das ärztliche Personal bedauerlicherweise hier nicht weiter beschäftigt werden könne. Der Markt reiße sich um sie. Noch in derselben Woche, als die Schließung bekannt wurde, hätten Vertreter verschiedener umliegender Kliniken hier angerufen, um Interesse am Personal anzumelden. "Unsere Geschäftsführung ist dazu bereits im Dialog", erklärt sie. "Wir sind überzeugt davon, dass sie mit offenen Armen in anderen Häusern empfangen werden." Die Kräfte aus Pflege und Verwaltung könnten dagegen alle im Martha-Maria-Krankenhaus weiterarbeiten.

Lücke in der gynäkologischen Versorgung in Nürnberg?

Wie steht’s nun um die gynäkologische Versorgung in Nürnberg? Die sei noch ausreichend gewährleistet, so Christ. Zumal das Martha-Maria-Krankenhaus keine Geburtshilfe leistet. Kreißsäle seien also nach wie vor in Nürnberg vorhanden, etwa im St.-Theresien-Krankenhaus in Erlenstegen oder im Südklinikum in Nürnberg. Ins Martha-Maria-Krankenhaus kamen Frauen beispielsweise zur Behandlung von Brustkrebs oder Endometriose. "Patientinnen finden in unserer Gynäkologie sowohl konservative als auch operative Therapien für vielerlei Krankheitsbilder", heißt es auf der Homepage. "Somit begleiten wir (…) viele Wendepunkte im Leben einer Frau." Diese Hilfe müssen sie sich ab dem 1. Januar 2023 woanders suchen.

Das Martha-Maria-Krankenhaus will künftig auf größere Einheiten setzen – "größere Fachabteilungen mit einem höheren Spezialisierungsgrad". Auch aus wirtschaftlichen Gründen. Bei der gynäkologischen Klinik handele es sich um die kleinste Einheit im Haus, erklärt die Sprecherin. "Unsere Gynäkologie läuft zwar gut", jedoch mache sie weniger als fünf Prozent der stationären Patienten aus. Durchschnittlich seien täglich sieben bis acht Betten belegt. Die Betten der Station A3 würden auf die anderen Kliniken im Haus verteilt, Gleiches gelte für die OP-Kapazitäten.

Preisexplosion und Energiekrise: Krankenhaus schlägt Alarm

Krankenhaus
Krankenhaus (Symbolbild) (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)

Krankenhaus Martha-Maria

Das Krankenhaus hat nach eigenen Angaben 350 Betten bei rund 1.100 Beschäftigten. 15.500 Patientinnen und Patienten werden hier jährlich behandelt. Dazu kommen 14.700 ambulant hinzu. Die Einrichtung gehört zum Diakoniewerk Martha-Maria und ist auch Lehrkrankenhaus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Die Verantwortlichen betonen, dass sonst keine weiteren Maßnahmen anstehen, die den Leistungsumfang des Krankenhauses betreffen. Dennoch schlagen auch sie Alarm. Die Energiekrise und die damit gestiegenen Kosten träfen auch sie. Sie unterstützen deshalb "hundertprozentig" die bundesweite Petition "Alarmstufe rot: Krankenhäuser in Gefahr" von der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Die besagt, dass politisches Handeln dringend geboten sei. "Ohne Inflationsausgleich und Corona-Hilfen werden Krankenhäuser schließen müssen, viele weitere werden durch die Untätigkeit der Politik zum Personalabbau gezwungen."

Derweil hat der Deutsche Städtetag in Berlin zwar Vorschläge für grundlegende Reformen bei der Finanzierung der Kliniken begrüßt, fordert aber auch eine raschere Stabilisierung. "Wir brauchen ein Rettungspaket, das schnell wirkt. Sonst wird es in fünf Jahren viele wichtige Krankenhäuser nicht mehr geben", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Deutschen Presse-Agentur. "Die finanzielle Notlage der Krankenhäuser war noch nie so groß wie heute."

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Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Sprecherin Martha-Maria-Krankenhaus
  • kh-nuernberg.martha-maria.de: Homepage (7.12.22)
  • openpetition.de: Alarmstrufe Rot (7.12.22)
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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Wenn im Spielzeug geheime Botschaften stecken
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