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Tiergarten Nürnberg will Paviane töten – Zoo-Chef rechtfertigt Entscheidung


"Keine Überraschungsnachricht"
Tiergarten will Affen töten – jetzt spricht der Zoo-Direktor

Von t-online, son

Aktualisiert am 10.02.2024Lesedauer: 2 Min.
Tiergarten Nürnberg - Direktor Dag EnckeVergrößern des BildesDag Encke, Direktor des Tiergartens Nürnberg, steht an der Außenanlage der Paviane. (Quelle: Daniel Karmann/dpa/dpa)
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Der Nürnberger Zoo kündigt an, Paviane töten zu wollen. Ein Vorhaben, das auf massive Kritik stößt. Nun rechtfertigt der Tiergarten-Direktor die Entscheidung.

Mit der Ankündigung, einzelne Tiere seiner Pavian-Gruppe töten zu wollen, hat der Nürnberger Tiergarten für viel Aufsehen gesorgt. Unter anderem kündigte die Tierrechtsorganisation Peta an, Strafanzeige gegen den Zoo stellen zu wollen, sollte dieser seinen Plan tatsächlich in die Tat umsetzen. Auch der Tierschutzbund kritisierte den Tiergarten auf der Plattform X für seine Entscheidung. Das Problem sei "selbst gemacht". Beide Organisationen fordern daher einen Zuchtstopp.

Im Gespräch mit dem Portal "nordbayern.de" hat sich nun Zoo-Direktor Dag Encke zu dem Thema geäußert und erklärt, was hinter der drastischen Maßnahme steckt. Die Entscheidung, Paviane zu töten, sei "keine Überraschungsnachricht", sagte er. Seit 2009 betreut der Tiergarten die Affen-Gruppe und schon seit damals sei bekannt, dass es zur Tötung einzelner Tiere kommen könnte. "Wir wussten, dass wir an unsere Grenzen kommen werden."

Schicksal der Affen noch nicht final besiegelt

Das Problem: Das Gehege ist nur für etwa 25 Tiere ausgelegt, die Population in den vergangenen Jahren jedoch auf 45 Exemplare angewachsen. Der Einsatz von Verhütungsmitteln sei gescheitert, erläuterte der Tiergarten-Chef. Ebenso der Versuch, Paviane an andere Zoos abzugeben. Sollte sich nicht doch noch kurzfristig ein Abnehmer finden, müssten Tiere entnommen – also getötet – werden. Ausgenommen davon seien trächtige Weibchen, Jungtiere und Heranwachsende.

Eine finale Entscheidung über das Schicksal der Paviane ist allerdings noch nicht gefallen. Am 21. Februar will der Tierpark das Thema den Mitgliedern des Umweltausschusses des Nürnberger Stadtrats erläutern. Man werde immer wieder Tiere töten müssen, sagte Encke "nordbayern.de". Die Mortalität steuere die Population. Daher sei es "die Pflicht der Menschen", sich um die Tiere zu kümmern und die Art zu retten. Selbst wenn dies Tötungen bedeute.

Paviane sollen an Raubtiere verfüttert werden

Laut der "Bild"-Zeitung komme dafür das Einschläfern in tiefer Narkose, Blutentzug unter Betäubung oder situationsabhängig der Kugelschuss infrage. Dies habe eine Zoo-Sprecherin auf Nachfrage erklärt. Ziel sei es demnach, "eine möglichst naturnahe Altersstruktur in der Gruppe zu haben".

Im Anschluss sollen die Affen an Raubtiere verfüttert werden. "Auch in der Natur werden Paviane und andere Primaten regelmäßig von Raubtieren gefressen", sagte die Sprecherin laut dem Bericht. Zusätzlich sollen Gewebeproben für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Auch aus Respekt gegenüber den Tieren, "um mit ihnen so sinnvoll wie möglich umzugehen".

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