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Neue Chipprognose und Batteriepartner bei VW: Umbau?

Von dpa
08.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Volkswagen
Das Logo von VW ist an einem Markenpavillon in der Autostadt zu sehen. (Quelle: Swen Pförtner/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Volkswagen sieht gute Chancen, den globalen Chipmangel 2022 zusehends besser in den Griff zu bekommen. FĂŒr den Auf- und Ausbau der Batteriesparte tut sich der Autokonzern außerdem mit weiteren Partnern zusammen. Technik- und Investitionsschwerpunkte der nĂ€chsten fĂŒnf Jahre gehören auch zu den Themen des Aufsichtsrats, der sich am Donnerstag zu einer Sitzung treffen soll. Dabei könnten ĂŒberdies einige wichtige Personalentscheidungen gefĂ€llt werden.

Bei den industrieweit großen Lieferproblemen mit Mikrochips rechnet der Autokonzern aus Wolfsburg mit einer allmĂ€hlichen Entspannung im neuen Jahr. Einkaufschef Murat Aksel, der eine Taskforce zu der Beschaffungskrise mit leitet, deutete am Mittwoch eine Stabilisierung an - bei gleichzeitig aber wohl noch weiter bestehenden EngpĂ€ssen.

"Im Gesamtjahr erwarten wir gegenĂŒber 2021 eine leichte Verbesserung in der Halbleiterversorgung", hieß es. VW erklĂ€rte, man setze 2022 auf "sukzessive Erholung". Die Herstellung von Autos, die auch bei anderen Herstellern derzeit oft nur auf Sparflamme lĂ€uft, könne sich festigen. Die erste JahreshĂ€lfte dĂŒrfte allerdings schwierig bleiben - mit anhaltenden Schwankungen und nur eingeschrĂ€nkter Planbarkeit. VW geht von einem "sehr volatilen und anspruchsvollen" Zeitraum aus.

Im Hinblick auf die mittlere Frist beschĂ€ftigt sich das 20-köpfige Kontrollgremium mit den Ausgaben und der Modellbelegung fĂŒr das weltweite Werksnetz wĂ€hrend der kommenden fĂŒnf Jahre. So erhofft sich der Betriebsrat neben dem E-Modell Trinity, fĂŒr das sogar eine eigene Fabrik geprĂŒft wird, mindestens einen zusĂ€tzlichen Stromer fĂŒr den Stammsitz Wolfsburg. Dort war die Auslastung auch wegen der Folgen der Chipkrise zuletzt gering - was die Sorge mancher BeschĂ€ftigter vor möglichen KĂŒrzungen noch verstĂ€rkte. In diesem Zusammenhang wurde die Kritik an Diess aus Teilen des Aufsichtsrats wieder grĂ¶ĂŸer.

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Im Nachgang zu einer turbulenten Sitzung im September hatte sich ein neuer Konflikt hochgeschaukelt. Betriebsratschefin Daniela Cavallo kritisierte den Vorstandschef wegen der Irritationen, die nach Überlegungen zu womöglich Zehntausenden ĂŒberschĂŒssigen Stellen entstanden waren. Diess erklĂ€rte, man habe ihn wohl missverstanden - er habe lediglich Extremszenarien diskutieren und auf eine zukĂŒnftig schlagkrĂ€ftigere Rolle der Wolfsburger Zentrale hinweisen wollen. Ein Vermittlungsausschuss des Aufsichtsrats traf sich daraufhin mehrmals, um Lösungen zu suchen, die den reformfreudigen Manager im Amt halten und zugleich die Wogen im Zoff mit der Arbeitnehmerbank glĂ€tten.

In Anbetracht dieser Debatten könnten nun möglicherweise gleich mehrere Top-Personalien bei VW beschlossen werden. Das Unternehmen kommentierte entsprechende Medienberichte am Mittwoch nicht. Unklar war in den vergangenen Wochen aus Sicht verschiedener Akteure aus dem VW-Umfeld vor allem, wie Diess' Zukunft aussieht. Ob und wie genau sich einzelne Positionen Àndern, wurde zunÀchst nicht bestÀtigt.

Theoretisch denkbar wĂ€re außer einem Abgang von Diess oder einer WeiterbeschĂ€ftigung im bisherigen System etwa eine Mischlösung: Demnach bliebe er formal Konzernchef, wĂŒrde sich in seiner Funktion jedoch auf eine Art strategische Gesamtplanung konzentrieren. VW-Kernmarkenchef Ralf BrandstĂ€tter wurde als zusĂ€tzliches Mitglied des Konzernvorstands und als China-Chef ins Spiel gebracht.

Das könnte nach Interpretation einiger Beobachter weniger operativen Einfluss fĂŒr Diess bedeuten, der bisher auch fĂŒr das China-GeschĂ€ft insgesamt zustĂ€ndig ist. Hingegen wĂŒrde die weitere Koordination der eigenen Software-Sparte Cariad explizit dem Konzernchef zugeschrieben - es ist fĂŒr Diess auch eines der zentralen Zukunftsthemen der Autobranche. Zu den Chancen eines solchen Modells wollten sich Unternehmen und EigentĂŒmer vor der Entscheidung nicht Ă€ußern.

Bereits sicher ist, dass Volkswagen in der bevorstehenden Zeit weiter dem Ausbau der ElektromobilitĂ€t eine sehr hohe PrioritĂ€t einrĂ€umen wird. Der Konzern kĂŒndigte an, mit dem belgischen Recycling- und Materialtechnik-Unternehmen Umicore sowie mit dem US-Start-up 24M zusammenzuarbeiten. Zudem sollen in mittlerer Frist Verbindungen des Rohstoffs Lithium auch aus deutschen Vorkommen gefördert und mehrere Projekte zur Erzeugung erneuerbarer Energien vorangetrieben werden.

In Europa will VW zunĂ€chst sechs eigene Fabriken fĂŒr Batteriezellen bauen. Neben Salzgitter ist SkellefteĂ„ in Nordschweden schon gesetzt, ein dritter Standort in Spanien hat gute Chancen. Der Autobauer kooperiert bereits mit Spezialfirmen wie Northvolt aus Schweden oder Gotion aus China. Ziel ist es, die noch recht starke AbhĂ€ngigkeit von externen Zelllieferanten zu durchbrechen und eine profitable Großserienproduktion eigener Batteriesysteme aufzusetzen.

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