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Wuppertal: Netflix wirbt mit riesigem "Messiah"-Plakat an Kirche

Geld für Gemeinde  

Netflix wirbt mit "Messiah"-Plakat an Wuppertaler Kirche

07.01.2020, 15:52 Uhr
Wuppertal: Netflix wirbt mit riesigem "Messiah"-Plakat an Kirche. Ein "Messiah"-Plakat hängt an einer Kirche: Mit der Plakatierung möchte die Kirche am Kolk in Wuppertal die Sanierungskosten bezahlen. (Quelle: Brüne)

Ein "Messiah"-Plakat hängt an einer Kirche: Mit der Plakatierung möchte die Kirche am Kolk in Wuppertal die Sanierungskosten bezahlen. (Quelle: Brüne)

In Wuppertal schmückt derzeit ein riesiges Plakat die Kirche am Kolk. Es macht Werbung für eine Netflix-Serie. Warum es dort hängt, hat einen bestimmten Grund.

An der Turmfassade der Kirche am Kolk in Wuppertal wirbt seit einigen Tagen der Streamingdienst Netflix für seine neue Serie "Messiah". Der Turm ist seit rund drei Jahren eingerüstet. Da das Mauerwerk starke Schäden aufweist, sind umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig. Der Turm selbst sei zwar stabil, erläutert Pfarrer Andreas Bollengraben in einem Gespräch mit t-online.de, doch seien die Außensteine sanierungsbedürftig.

Eine solche Sanierung aber kostet viel Geld, zumal sich der Baubeginn nun schon über drei Jahre hinstreckt. So gelte es, sechs Behörden unter einen Hut zu bekommen. "Es dauert halt seine Zeit, bis sich alle, die eingebunden sein müssen, auf ein Sanierungskonzept geeinigt haben", so Pfarrer Bollengraben

Und in der Zwischenzeit steigen die Kosten. Besonders für die Einrüstung. "Denn die kostet dauerhaft Miete", erläutert Bollengraben. Ob nun gearbeitet wird oder nicht. So ist man in der Gemeinde auf die Idee gekommen, die eingerüstete Fassade als Werbefläche anzubieten. Man habe in den zurückliegenden Monaten zu mehren Agenturen Kontakt gehabt, erzählt der Pfarrer. Doch die seien alle von dem Standort nicht überzeugt gewesen. "Dann kam vor ein paar Wochen die Agentur mit dem Vorschlag, die Fläche für die 'Messiah'-Werbung zu nutzen", sagt der Pfarrer.

Gemeinde unterstützt Projekt

Die Alte lutherische Kirche am Kolk gehört zu den ältesten Bauwerken im Stadtteil Elberfeld. 1752 eingeweiht, wurden im Laufe der Jahrhunderte drei verschiedene Steinsorten verbaut. "Die lutherischen waren halt immer die ärmeren Gemeinden", erzählt Pfarrer Bollengraben. "Die mussten auch für den Kirchenbau nehmen, was sich bezahlbar anbot."

Dreimal wurde die Kirche in den zurückliegenden Jahrzehnten schwer beschädig: 1943 brannte das Gotteshaus aus, 1973 beschädigte eine Gasexplosion in der Nachbarschaft auch das Gemäuer der Kirche schwer und 1974 gab es eine Brandstiftung. 2016 entdeckte man dann schwere Schäden am Turm.

Die Gemeinde scheint geschlossen hinter dem Projekt zur Sanierung zu stehen. Kritik habe es bisher keine gegeben. "Jeder Euro zählt! Und solange sich das alles irgendwie vereinbaren lässt, werden wir diese Möglichkeit auch weiterhin nutzen", lautet das Motto. Einziger Wermutstropfen: In zwei Wochen läuft die Werbung aus. Doch im März will man zumindest mit den notwendigen Baumaßnahmen beginnen.

Verwendete Quellen:
  • Gespräch mit Pfarrer Andreas Bollengraben
  • Eigene Recherchen

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