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Formel 1: CEO Stefano Domenicali will umstrittene Regel-Revolution


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Formel-1-Boss will umstrittene Regel-Revolution

Von t-online, Kgl

14.09.2022Lesedauer: 2 Min.
Stefano Domenicali: Der Formel-1-Chef hat provokante Ideen für die Zukunft des Sports.
Stefano Domenicali: Der Formel-1-Chef hat provokante Ideen für die Zukunft des Sports. (Quelle: IMAGO/HOCH ZWEI)
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Die Formel 1 erfreut sich aktuell großer Beliebtheit. CEO Stefano Domenicali will dennoch mehr Spannung erzeugen – durch drastische Änderungen.

Es sind kontroverse Vorschläge, die Formel-1-Boss Stefano Domenicali dieser Tage macht. Um seiner Rennserie mehr Spannung zu verschaffen, bringt der Italiener zahlreiche Änderungen für die Rennwochenenden ins Spiel. So solle es seiner Meinung nach in jeder der Sessions um etwas Zählbares gehen.

Bislang sind die Ergebnisse des ersten und zweiten Freien Trainings am Freitag und des dritten Freien Trainings am Samstag ohne jede Bedeutung für die Weltmeisterschaft, Trainings eben. Wenn es nach Domenicali geht, soll sich das jedoch bald ändern.

"Reverse-Grids" für spannende Rennen

So möchte der 57-Jährige gerne Punkte für bestimmte Platzierungen in den Trainings vergeben, verriet er nun in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Corriere della Serra". Alternativ könne er sich auch vorstellen, ein Freies Training am Freitag zu einer Qualifying-Session für ein kürzeres Rennen am Samstag zu machen.

Dabei soll seiner Vorstellung nach dann ein "Reverse-Grid"-Verfahren zur Anwendung kommen. Das heißt: Die Startaufstellung für das Rennen ergibt sich aus der umgekehrten Reihenfolge des Qualifying-Ergebnisses. Der Erste der Qualifikation geht also vom letzten Startplatz ins Rennen und umgekehrt.

Kritik bei Teams und Fans

Die Idee des "Reverse Grid" ist nicht neu. Für die Formel 1 wurde sie bereits diskutiert, in den Nachwuchskategorien kommt sie in unterschiedlichen Formen teilweise bereits zum Einsatz. Doch die Formel 1-Teamchefs sträuben sich gegen die Revolution. "Reverse-Grids haben keinen Platz in einem Sport, der auf dem Kräftemessen und dem Wettkampf im eigentlichen Sinne basiert", äußerte sich zum Beispiel Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Neben dem verzerrten Wettbewerbsgedanken haben die Team-Chefs wohl auch vor etwas anderem Angst. Denn mehr Überholmanöver während einer Aufholjagd vom Ende des Feldes, bedeuten auch ein höheres Risiko für Unfälle – und die kosten bekanntlich Punkte und Geld. An der Spitze des Feldes können sich die Top-Fahrer speziell während der häufig chaotischen ersten Runden nach dem Start meist aus Scharmützeln heraushalten.

Auch bei den Puristen unter den Fans stoßen Ideen wie die Domenicalis häufig auf Kritik. Den schnellsten einer Session mit dem letzten Startplatz quasi zu bestrafen, nur um mehr Überholmanöver und Action im Rennen zu generieren? Das wirkt auf sie zu künstlich.

Toto Wolff: Der Mercedes-Teamchef steht "Reverse-Grids" skeptisch gegenüber.
Toto Wolff: Der Mercedes-Teamchef steht "Reverse-Grids" skeptisch gegenüber. (Quelle: IMAGO/Eleanor Hoad)

Domenicali sieht die Effektivität der Methode derweil belegt. "Wir legen jede Menge Ideen auf den Tisch. Viele sagen nein dazu, aber wir haben schon einige Male gesehen, dass durchgewürfelte Startaufstellungen für wirklich spannende Rennen mit vielen Überholmanövern sorgen", rechtfertigt er sich. Er geht noch weiter: "Wir sind fast dazu verpflichtet, das zu probieren."

Ob seine Vorschläge am Ende tatsächlich umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Eine hitzige Diskussion darüber ist dem Formel1-Chef jedoch sicher.

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Verwendete Quellen
  • corriere.it: "La Formula 1 senza Ferrari non va avanti. Ora gare con le griglie invertite" (italienisch)
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