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Max Verstappen: Vom Wohnwagen zum Titelkandidaten

Von dpa
Aktualisiert am 25.06.2021Lesedauer: 3 Min.
Geht als Favorit in den Großen Preis von Österreich: Max Verstappen vom Team Red Bull Racing.
Geht als Favorit in den Großen Preis von Österreich: Max Verstappen vom Team Red Bull Racing. (Quelle: Nicolas Tucat/Pool AFP/dpa/Archivbild./dpa)
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Spielberg (dpa) - Als Max Verstappen fĂŒr einen Werbedreh klischeehaft mit einem Wohnwagen um die Formel-1-Strecke von Spielberg raste, war die Welt fĂŒr ihn noch eine andere.

Zwar war sein riesiges Talent 2017 schon bestens zu erkennen, vier Jahre spÀter kommt der 23-JÀhrige aber erstmals als Favorit auf den Kurs seines Arbeitgebers Red Bull. Zwölf Punkte hat der NiederlÀnder vor dem achten Saisonlauf an diesem Sonntag (15.00 Uhr/Sky) Vorsprung auf Weltmeister Lewis Hamilton.

"FrĂŒhere Siege hier sind keine Garantie fĂŒr einen erneuten Erfolg. Um Mercedes zu schlagen, mĂŒssen wir unsere Leistung erneut auf den Punkt bringen", sagte Verstappen. 2018 und 2019 war er vor Tausenden seiner Fans in Österreich als Erster ins Ziel gekommen und wĂŒrde das gerne wiederholen. "NatĂŒrlich ragen meine Siege heraus, einerseits wegen der grandiosen Kulisse durch meine Landsleute hier, andererseits auch, weil 2019 unser erster Sieg mit Honda war. Und das Ganze auf unserer Heimstrecke, das war ĂŒberaus emotional", sagte Verstappen.

Bricht Verstappen die Mercedes-Dominanz?

In der Steiermark hat er lĂ€ngst eine eigene TribĂŒne, auf der die Fans ganz in Orange sehen wollen, wie er einen weiteren Schritt in Richtung des erhofften ersten WM-Titels macht. Insgesamt 15.000 Zuschauer sind an diesem Wochenende dabei, beim nĂ€chste Woche an gleicher Stelle folgenden Großen Preis von Österreich werden es schon rund 100.000 werden. Beim Verstappen-Fanclub gab es Reise-Pakete zu kaufen, fĂŒr das erste Österreich-Gastspiel waren alle vergriffen.

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Die Euphorie in seiner Heimat ist groß, weil Verstappen endlich die Formel-1-Dominanz von Mercedes zu durchbrechen scheint. Seit 2014 haben die Silberpfeile alle Titel bei Fahrern und Konstrukteuren abgerĂ€umt. "Wir werden weiter Druck machen, um Red Bull einzuholen", sagte Titelverteidiger Hamilton. Der 36 Jahre alte Brite ist lĂ€ngst nicht mehr so dominant wie in den Vorjahren, weil sein Rennstall Probleme hat, das Auto perfekt abzustimmen. "Es ist nicht nur eine Sache", sagte Hamilton, der positiv bleibt: "Wir wissen, wie stark wir sind. Wir kommen hier mit einem optimistischen Ansatz her."

Das tut auch Verstappen. "Der grĂ¶ĂŸte Unterschied zu den letzten Jahren ist, dass wir ein konstant siegfĂ€higes Auto haben", sagte der 13-malige Grand-Prix-Sieger. Und der Wagen funktioniert auf den unterschiedlichsten Strecken: Sowohl auf Stadtkursen wie in Monaco, einer Mix-Strecke wie in Baku oder auf der Hochgeschwindigkeitspiste von Frankreich.

Auch das Team wird stÀrker

Eigentlich hĂ€tte Verstappen alle drei Großen Preise gewonnen, wĂ€re ihm in Aserbaidschan nicht kurz vor Schluss noch ein Reifen geplatzt. Doch auch zwei Siege aus den vergangenen drei LĂ€ufen zeigen eine klare Tendenz. Und als er selbst Pech hatte, sprang der neue Teamkollege Sergio Perez ein und triumphierte in Baku.

Auch das ist ein Vorteil fĂŒr Verstappen. Denn endlich scheint er einen Teamkollegen zu haben, der sowohl selbst gewinnen als auch die Konkurrenz um Mercedes auf Abstand halten kann. "Wir haben nun mit zwei Autos die Möglichkeit, SpitzenrĂ€nge einzufahren. Das ist elementar, um beste Chancen auf den Sieg in der Konstrukteurs-
Meisterschaft zu haben", sagte Verstappen. In der Teamwertung betrÀgt der Vorsprung auf die Silberpfeile 37 Punkte.

Eines hat sich im Vergleich zu 2017 aber doch nicht geĂ€ndert. Plakative Werbetermine fĂŒr das GetrĂ€nke-Imperium von Red Bull bleiben fĂŒr Verstappen Pflicht. In diesem Jahr schlĂŒpfte er in Lederhosen und begab sich mit seinen Teamkollegen in der Steiermark auf Schnitzeljagd. "Ich hoffe, dass es am Ende auch ein Schnitzel gibt", sagte Verstappen in einem Video. Dieser Wunsch erfĂŒllte sich zwar nicht, dafĂŒr hat der Hamilton-Herausforderer ein wichtigeres Ziel ganz fest im Blick: "Wir haben gerade ein gutes, schnelles Auto. Deswegen hoffe ich, dass es so weitergeht wie bisher."

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