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Bundesliga – Tennisbälle, Plakate, Klopapier: Das Ende der Montagsspiele

"Großer Erfolg für die Fanszenen"  

Tennisbälle, Plakate, Klopapier: Das Ende der Montagsspiele

12.04.2021, 17:57 Uhr | dpa, t-online

Bundesliga – Tennisbälle, Plakate, Klopapier: Das Ende der Montagsspiele . 19. Februar 2018: Frankfurt-Fans protestieren beim ersten Montagsspiel überhaupt gegen Montagsspiele.  (Quelle: imago images/Jan Huebner)

19. Februar 2018: Frankfurt-Fans protestieren beim ersten Montagsspiel überhaupt gegen Montagsspiele. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Nach vier Spielzeiten ist Schluss: In der Bundesliga steht heute Abend das (vorläufig) letzte Montagsspiel an. Ganz zur Freude der Fanszenen, die noch mehr bewegen wollen.

Aus den Kurven flogen Tennisbälle, der Rasen war übersät mit Klopapier: Als die Bundesliga zur Saison 2017/2018 die Montagsspiele zur Entlastung der Europa-League-Starter einführte, regte sich in den Fanszenen starker Protest. Die Zerteilung der Spieltage stieß auf heftige Gegenwehr, obwohl die Klubs die Maßnahme zur besseren Regeneration begrüßten. Nun endet dieses Kapitel mit der Begegnung zwischen der TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen.

Gleich das erste reguläre Montagsspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Rasenballsport Leipzig im Februar 2018 wurde zur Bühne für Protestaktionen: Mit Filzbällen und Toilettenpapier, aber auch Spruchbändern und Plakaten machten die Fans ihrem Unmut Luft. Und auch in der Folge ebbte die Ablehnung gegen den Montagstermin nicht ab.

"Großer Erfolg für die Fanszenen"

"Dass die Proteste dazu geführt haben, dass die Montagsspiele eingestellt werden, ist ein großer Erfolg für die Fanszenen", sagt Helen Breit von der Fan-Organisation "Unsere Kurve" im Gespräch mit dem Sportinformationsdienst. Dieser Ansicht ist auch Michael Gabriel von der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS): "Die Fans hatten einen großen Anteil daran, dass diese Spielansetzungen abgeschafft wurden". Für die Fan-Organisationen gestaltet es sich im Moment aber schwierig, ihre Interessen zu bekunden: "Momentan fehlt leider die Präsenz im Stadion, um sich Gehör zu verschaffen", sagt Helen Breit.

19. Februar 2018: Frankfurt-Fans protestieren beim ersten Montagsspiel überhaupt gegen Montagsspiele.  (Quelle: imago images/Jan Huebner)19. Februar 2018: Frankfurt-Fans protestieren beim ersten Montagsspiel überhaupt gegen Montagsspiele. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Dieses Problem zeigt sich auch bei den aktuellen Themen, gegen die sich Widerstand aus den Fanszenen regt: Zum einen polarisiert die Reform der europäischen Wettbewerbe, die mehr Spiele und somit mehr Geld für die "großen" Vereine bedeutet, zum anderen mehren sich die Rufe nach einem Boykott der Weltmeisterschaft in Katar 2022. "Wir können über die Presse oder offizielle Mitteilungen agieren, aber die Ausdrucksformen haben nicht so viel Nachdruck wie die Emotionen von Fans im Stadion", stellt Helen Breit fest.

Beschlüsse "völlig konträr zu dem, was Fans wünschen"

Auch die Fan-Organisation "ProFans" spricht sich klar gegen eine Reform der europäischen Wettbewerbe aus und fordert zudem vom DFB den Boykott der WM in Katar. In einer Pressemitteilung ließ Nicolai Mäurer von "ProFans" in Bezug auf die geplanten Reformen der europäischen Klubwettbewerbe verlauten: "Alle sagen, wir vermissen so schmerzlich die Fans. Und dann wird etwas beschlossen, was völlig konträr zu dem steht, was sich die Fans wünschen".

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen rechnet Michael Gabriel mit weiteren massiven Protesten: "Die Absetzung der Montagsspiele zeigt, dass es sich aus Fan-Sicht lohnen kann, zu protestieren. Die Verantwortlichen des Fußballs auf nationaler und internationaler Ebene wären gut beraten, diese Stimmen deutlich ernster zu nehmen als bisher", so der Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte gegenüber dem SID.

Mit der Partie in Sinsheim endet erst einmal die Zeit der ungeliebten Montagsspiele in der Bundesliga. Zur neuen Saison stellt auch die 2. Bundesliga den Montags-Spielbetrieb ein: Am 10. Mai kommt es im Unterhaus zur letzten Montags-Begegnung zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FC Nürnberg. Ab der kommenden Saison sollen die Montagsspiele der 2. Liga (insgesamt 31 Partien) am Samstagabend vonstattengehen. In der Bundesliga wird es sonntags um 19.30 Uhr eine neue Anstoßzeit geben. Ob diese Zeiten auch den Fans schmecken, wird sich noch herausstellen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur SID

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