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Ein Unding

  • Melanie Muschong
Von Melanie Muschong

Aktualisiert am 23.06.2022Lesedauer: 1 Min.
Martin Hinteregger: Der Ă–sterreicher hat seine Karriere beendet.
Martin Hinteregger: Der Ă–sterreicher hat seine Karriere beendet. (Quelle: imago-images-bilder)
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Überraschend beendet Martin Hinteregger seine Karriere. Das ist nachvollziehbar und richtig. Der Eintracht-Profi hatte sich in eine Sackgasse manövriert.

Damit war nicht zu rechnen: Martin Hinteregger beendet sofort seine Fußball-Karriere. Früher und sicher unter anderen Umständen, als der Verteidiger selbst gehofft hatte.


Karriereende aus dem Nichts – überraschende Rücktritte im Sport

Mit der Bekanntgabe seines Karriereendes überraschte Martin Hinteregger die gesamte Fußballwelt. "Den Sieg in der Europa League habe ich deswegen so ausgiebig genossen, weil ich wusste, dass es meine letzte große Siegesfeier sein würde", sagte der Profi. Er absolvierte 136 Partien für Eintracht Frankfurt – fiel aber zuletzt besonders neben dem Platz auf. Der gerade mal 29-Jährige verpasste die Verabschiedung seiner Kollegen und hatte Kontakt zu einem Rechtsextremisten.
"Ich brauche keinen Beifall mehr", mit diesen Worten beendete der nur 29 Jahre alte Andre Schürrle seine Karriere. Unvergessen seine Vorlage zum entscheidenden Tor der deutschen Nationalmannschaft im WM-Finale 2014 gegen Argentinien. Danach ging es für den Flügelspieler allerdings stetig bergab: Nach mittelprächtigen Jahren in der Bundesliga wurde er seit 2018 erst nach England, dann nach Moskau ausgeliehen. Nun löste er seinen Vertrag auf.
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Doch es war seine einzige Lösung.

Zu schwer wogen die Fehltritte der vergangenen Tage und Wochen. Vor allem die Recherchen des freien Journalisten Michael Bonvalot rund um den von Hinteregger selbst veranstalteten "Hinti-Cup" brachten das Fass seiner Verfehlungen zum Überlaufen. Der von den Eintracht-Fans verehrte Abwehrspieler hatte sich auf eine Zusammenarbeit mit dem österreichischen FPÖ-Politiker Heinrich Sickl eingelassen, dem rechtsextreme Verbindungen nachgesagt werden. Ein Unding. Gerade aus Frankfurter Sicht.

Drastischer Schritt

Die Eintracht steht für Toleranz, wendet sich gegen Rassismus und rechtes Gedankengut. Gelebt wird das Ganze vor allem von Klub-Präsident Peter Fischer, dem die neuesten Entwicklungen so gar nicht gefallen haben dürften. Vor allem nicht, dass Hinteregger sich wenig einsichtig zeigte und nur halbherzig zurückruderte.

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Er habe im Herbst schon einmal über den Schritt vom Karriereende nachgedacht, sagte der Österreicher, der im letzten Jahr auch seinen Kampf gegen Depressionen öffentlich machte, zum Abschied. Ein "Leistungsschub" und die Erfolge in Europa hätten ihn dann aber zum Umdenken bewogen.

Eine weitere Zusammenarbeit mit der Eintracht schien nach den Aufregungen der letzten Wochen aber nicht mehr vorstellbar zu sein. Dass sich Hinteregger nun für den drastischen Schritt des Karriereendes entschied, ist überraschend. Aber nachvollziehbar – und wenn man alles zusammennimmt auch richtig.

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