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WM 2018: Was für ein Krimi! Belgien zittert sich gegen Japan ins Viertelfinale


Sieg gegen Japan  

Last-Minute-Krimi! Belgien zittert sich ins Viertelfinale

Von David Digili

03.07.2018, 16:07 Uhr
WM 2018: Was für ein Krimi! Belgien zittert sich gegen Japan ins Viertelfinale. Belgiens Fellaini (m.) köpft den Ausgleich. (Quelle: Reuters)

Belgiens Fellaini (m.) köpft den Ausgleich. (Quelle: Reuters)

Der Geheimfavorit ist weiter! Belgien erlebt gegen tapfere Japaner einen ganz schweren Abend – und kommt auf dramatische Weise in die nächste Runde.

Kevin De Bruyne. Eden Hazard. Romelu Lukaku. Dries Mertens. Belgiens Trainer Roberto Martinez bot wieder seine Top-Elf auf, mit all den Edel-Angreifern, die in der Gruppenphase zuvor Panama (3:0) und Tunesien (5:2) abgeschossen hatte. Sie sollten den "Red Devils" nach dem knappen 1:0 im letzten Gruppenspiel gegen England wieder Offensivpower verleihen. Das hoch gelobte Star-Ensemble ins Viertelfinale und damit einen Schritt näher ans Endspiel schießen. Es kam alles ganz anders – zumindest am Anfang. "Es waren noch 40 Minuten zu spielen", sagte De Bruyne nach der Partie zum Thriller von Rostow. "Im Fußball gibt es immer schwierige Momente. Ich habe auch nach dem 0:2 immer an unsere Chance geglaubt. Dass wir in der 94. Minute das 3:2 gemacht haben, zeigt, was die Mannschaft will" Und: "Wir wollen diese WM gewinnen."

3 : 2
Flagge Heim-Mannschaft
Belgien
Flagge Auswärts-Mannschaft
Japan

0:1 – Genki Haraguchi (48')

0:2 – Takashi Inui (52')

1:2 – Jan Vertonghen (69')

2:2 – Marouane Fellaini (74')

3:2 – Nacer Chadli (90'+4)

Besondere Vorkommnisse:
Keine.

 

Denn Belgien ist weiter – aber nur mit allergrößtem Glück. In der Partie fehlte den Belgiern immer wieder der letzte Biss, die letzte Durchschlagskraft, das Spiel wirkte zeitweise zu zaghaft, dann wieder gingen sie mit ihren vorhandenen Chancen zu fahrlässig um. Die Japaner dagegen kämpften, warfen sich in jeden Ball, bestätigten den Eindruck aus ihren starken Vorstellungen in der Gruppe mit Kolumbien, Senegal und Polen. Auf Seiten der "Blue Samurai" stand eine echte Einheit auf dem Platz. Die Treffer der Japaner zeigten Wirkung. Bei den Belgiern: Ratlose Gesichter. Trainer Martinez an der Seitenlinie: Kreidebleich. 

Doch die Mannschaft kam schnell wieder zu sich. Mit furiosen Angriffen verdiente sich Belgien den Ausgleich. Und konnte nun doch wieder seine spielerische Überlegenheit zeigen. Der dritte Treffer zum Sieg schien nur eine Frage der Zeit. Er fiel auch. Auf denkbar dramatischste Weise. Im Viertelfinale wartet nun der Kracher gegen Brasilien. Da werden sich Belgiens Stars erneut steigern müssen.

So lief das Spiel:

Belgien hatte Probleme mit den flinken Japanern, die mit dem Bundesligatrio Shinji Kagawa (Dortmund), Yuya Osako (Bremen) und Haraguchi zu Beginn mutig anrannten. Selbst fanden die Belgier meist kaum eine Lücke. Eden Hazard (27.) scheiterte an Keeper Eiji Kawashima und Kompany (28.) verpasste nach einer Flanke aus spitzem Winkel. In diesen Minuten lag die belgische Führung in der Luft, doch fehlte der besten Offensive der Vorrunde die Konsequenz.

Die Japaner, die sich durch den ersten Fair-Play-Entscheid der WM-Geschichte in ihrer Gruppe gegen den Senegal durchgesetzt hatten, kamen erst wieder durch Kagawa und Inuis anschließenden Kopfball (31.) vor das belgische Tor – und hatten doch vor der Pause die größte Chance. Osako lenkte einen Schuss von Yuto Nagatomo aufs Tor, Belgiens Keeper Thibaut Courtois ließ den Ball durch die Beine kullern, bekam ihn aber noch vor der Linie zu fassen.

Die Wucht der "Roten Teufel" war zu viel

Auf der Tribüne atmete Jean-Marie Pfaff auf, der 1986 in Mexiko beim bislang einzigen Halbfinaleinzug der Belgier im Tor stand, und musste sich doch wenig später richtig Sorgen um seine Landsleute machen. Haraguchi nutzte Vertonghens Zögern, dann traf Inui aus 22 Metern. Zwischenzeitlich war Hazard am Pfosten gescheitert (49.).

Der Doppelschock war den Belgiern deutlich anzumerken, es dauerte bis zur 62. Minute, ehe es wieder gefährlich wurde. Lukaku köpfte aus vier Metern jedoch vorbei. Doch die Wucht der Roten Teufel war am Ende zu viel für die wackeren Japaner. Nach dem Ausgleich erlöste der eingewechselte Chadli die Belgier.

Verwendete Quellen:
  • Mit Material von sid und dpa

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