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Olympia-Party könnte für deutsches Hockey-Team teuer werden

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Olympia-Party könnte für deutsches Hockey-Team teuer werden

28.08.2012, 14:22 Uhr | t-online.de

Olympia-Party könnte für deutsches Hockey-Team teuer werden. Die MS Deutschland ist ein Fünf-Sterne-Schiff. (Quelle: imago)

Die MS Deutschland ist ein Fünf-Sterne-Schiff. (Quelle: imago)

Der Deutsche Hockey-Bund hat einen Bericht über angeblich hohe Schäden an der MS Deutschland während der Olympiasieger-Party zur Kenntnis genommen, sieht sich aber nicht in der Haftung. "Uns liegen weder konkrete Forderungen seitens der Reederei Peter Deilmann noch Berichte über Schäden vor. Und da wir nicht Veranstalter der Party waren, kann der Verband auch nicht haften", sagte der für Recht zuständige Vizepräsident Remo Laschet. Immerhin seien nach dem Olympia-Gold der DHB-Herren am 11. August mehr als 400 Gäste an Bord des Schiffes gewesen, darunter die eingeladenen 18 Hockey-Spieler und einige Mitglieder des Betreuerstabes.

"Bisher geht es nur um Spekulationen und ungelegte Eier", merkte DHB-Vorstandssprecher Torsten Bartel an. "Sollte uns etwas vorliegen, werden wir es ruhig und sachlich prüfen. Auch, ob wir überhaupt der richtige Adressat sind." Laschet bestätigte lediglich ein unkonkretes Telefonat mit einem Geschäftsführer der Reederei am vorigen Freitag. "Ich habe ihn aufgefordert, etwaige Anforderungen schriftlich an uns zu richten», betonte der Professor für Wirtschaftsrecht und Konfliktforschung an der Rheinischen Fachhochschule Köln.

Ein Fünf-Sterne-Schiff

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll sich die Forderung der Reederei auf rund 500.000 Euro belaufen. Ein entsprechender Kostenvoranschlag für Reparaturen, zu Bruch gegangenes Inventar und den Betriebsausfall des Schiffes sei auf dem Postweg zum DHB. "Es handelt sich hier um ein Schiff auf Fünf-Sterne-Niveau mit sehr hochwertigen Materialien, so dass Schäden schnell sehr teuer werden können", sagte Reederei-Sprecherin Kornelia Kneissl gegenüber der "Bild".

Verwunderlich ist allerdings, dass der Schadensfall erst gut zwei Wochen nach der Party Kreise zieht. Zudem hatte der Kapitän der MS Deutschland die Schäden im Kasino des Schiffes zwei Tage nach dem Vorfall noch als "Kleinkram" abgetan. "Es war schon eine schöne Feier. Zum Schluss ist ein bisschen was kaputt gegangen, aber ich denke, das kann man verschmerzen", sagte Kapitän Andreas Greulich am 13. August. Und: "Das sind so Sachen, die man echt verschmerzen kann. Wir waren alle auch mal jung."

Keine Informationen zu den Schäden

Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) erklärte dessen Sprecher Michael Schirp: "Wir haben uns mit der Mannschaft und dem Deutschen Hockey-Bund sehr über den Olympiasieg gefreut. Zu diesen angeblichen Schäden haben wir aber keine Informationen."

Auch beim ausrichtenden Veranstalter "Top-Sportevents" ist die Verwunderung groß. Zum einen sei bei der Begehung mit Mitarbeitern der Reederei am Tag nach der Party im Champions Club ein weit geringerer Schaden festgestellt worden, so dass es eine Riesendiskrepanz zur nun dargestellten Schadenssumme gebe. Zum anderen stelle das Kasino, in dem die Party stattfand, nur einen minimalen Bereich des gesamten Schiffes dar, der einen mehrtägigen Ausfall schleierhaft erscheinen lasse, hieß es. Offiziell will man sich beim Veranstalter erst äußern, wenn die möglichen Forderungen der Reederei in schriftlicher Form vorliegen.

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