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CAS-Urteil: "Bankrotterklärung des Doping-Kontroll-Systems"

Heftige Kritik an Olympia-Urteil  

"Bankrotterklärung des Doping-Kontroll-Systems"

01.02.2018, 15:26 Uhr | dpa, sid

CAS-Urteil: "Bankrotterklärung des Doping-Kontroll-Systems". Das Wappen Russlands: Die Aufhebung der Sperren gegen russische Athleten sorgt für Kritik, aber auch für Zustimmung. (Quelle: imago/Eibner Europa)

Das Wappen Russlands: Die Aufhebung der Sperren gegen russische Athleten sorgt für Kritik, aber auch für Zustimmung. (Quelle: Eibner Europa/imago)

Die Aufhebung der lebenslangen Sperren von 28 russischen Athleten sorgt für unterschiedliche Reaktionen: Ein Dopingexperte kritisiert das Urteil scharf. Der DOSB-Präsident ist enttäuscht. 

Kurz vor Olympia 2018 in Pyeongchang (9. - 25. Februar 2018) hat der Internationale Sportgerichtshof CAS im Zuge des russischen Staatsdopingsskandals geurteilt: Das Gericht hob die lebenslangen Olympia-Sperren für 28 russische Athleten auf. Hier lesen die Reaktionen zum umstrittenen CAS-Urteil.

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): "Ein Schlag ins Gesicht des sauberen Sports." (...) "Das IOC-Bestreben, im Sinne der Chancengleichheit alle am Betrug in Sotschi beteiligten Athleten und Offizielle lebenslang auszuschließen, wurde jetzt leider teilweise juristisch ausgebremst."

"Ich würde die Prognose wagen, dass das russische Team im Medaillenspiegel deutlich abstürzen wird." (...) "Weil all diejenigen, die auch nur im Entferntesten mit dem System des Staatsdopings in Verbindung waren, nun definitiv nicht an den Spielen teilnehmen dürfen. Das ist die heutige Faktenlage." (...) "Die Athletinnen und Athleten, die zugelassen sind, wurden mehr getestet als alle anderen Sportler weltweit - und zwar von neutralen Instituten. Das verleiht uns das gute Gefühl, dass wir dieses Mal unter völlig anderen Voraussetzungen antreten als in Sotschi." 

Andreas Trautvetter, Vizepräsident des Bob- und Skeleton-Weltverbandes (IBSF): "Diese Entscheidung vom CAS habe ich erwartet, weil die europäische Rechtslage gilt. Da gilt die Unschuldsvermutung bis man die Schuld nachgewiesen hat. Die Beweise waren von Beginn an nicht ausreichend."

Hajo Seppelt, ARD-Dopingexperte: "Das ist die Bankrotterklärung des Doping-Kontroll-Systems. Das hat einen ganz simplen Grund. Der CAS hat überhaupt nicht bestritten, dass es ein russisches Staatsdopingsystem gegeben hat. Darum ging es überhaupt nicht in seiner Urteilsfindung. Es ging darum, ob man in den Fällen dieser einzelnen Athleten nachweisen kann, ob sie nun gedopt hatten oder nicht."

Hajo Seppelt: Der ARD-Dopingexperte kritisiert das CAS-Urteil scharf. (Quelle: imago/Sven Simon)Hajo Seppelt: Der ARD-Dopingexperte kritisiert das CAS-Urteil scharf. (Quelle: Sven Simon/imago)

"Das Dopingsystem Russalnds beinhaltet im Kern eines: nämlich positive Proben verschwinden zu lassen oder auszutauschen durch sauberen Urin. Wenn es keine positive Probe mehr gibt, kann man einen Athleten eben schwer verurteilen."

Sportrechtler Michael Lehner: "Eine weitere Peinlichkeit für das IOC, das den starken Mann markieren wollte." (...) "Die Frage war doch: Kann das IOC so vorpreschen, ohne dass ein Doping-Verfahren stattgefunden hat – der CAS hat die Antwort gegeben. Auch das IOC muss sich in die Regeln einordnen, die es selber mitgeschaffen hat."

Jim Walden, Anwalt von Whistleblower Grigorij Rodtschenkow: "Durch die unglückliche Entscheidung dieses Gremiums erhalten einige Athleten eine geringe Strafe, andere werden komplett verschont. Die CAS-Entscheidung ermutigt Betrüger, es für saubere Athleten schwerer zu machen und lädt das korrupte russische Doping-System und Putin zu weiteren unrechtmäßigen Siegen ein."

Rodler Andi Langenhan, der nach dem Urteil die Bronzemedaille von Sotschi wieder verliert: "Das war eine Achterbahn der Gefühle, die ich seit Wochen durchmache."

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