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So erlebte ich das deutsche Eishockey-Wunder

t-online.de-Reporter bei Olympia  

So erlebte ich das deutsche Eishockey-Wunder

Aus Pyeongchang berichtet Tobias Ruf

23.02.2018, 17:17 Uhr
So erlebte ich das deutsche Eishockey-Wunder. t-online.de-Reporter Tobias Ruf (oben rechts) verfolgte das Spiel direkt in der Halle. (Quelle: imago images)

t-online.de-Reporter Tobias Ruf (oben rechts) verfolgte das Spiel direkt in der Halle. (Quelle: imago images)

Es ist DIE Sensation dieser Olympischen Spiele: Deutschland steht im Eishockey-Finale! Der größte Triumph für ein DEB-Team war bislang der Gewinn der Bronzemedaille 1976. 4057 Zuschauer erlebten im "Gangneung Hockey Centre", wie die deutschen Kufencracks Geschichte schrieben. t-online.de-Reporter Tobias Ruf war vor Ort und beschreibt hier, wie er das unvergessliche 4:3 gegen Kanada erlebt hat. 

Die längsten zehn Minuten der Olympischen Spiele laufen. Durch die Arena hallt es „Kanada, Kanada“. Die deutschen Fans sind wie erstarrt. Nach dem 4:1 vor dem letzten Drittel waren sich alle DEB-Anhänger sicher: Wir stehen am Sonntag im Finale.

Doch dann schalten die Kanadier den Turbo ein und drücken die deutschen Eishockey-Cracks in die eigene Hälfte. 2:4 – brennt hier tatsächlich noch etwas an? Das große Zittern beginnt und wird unerträglich, als Kanada zehn Minuten vor Schluss bis auf ein Tor rankommt. Der deutsche Kollege neben mir ist dem Herzkasper nahe, auch ich kann nicht mehr sitzen und springe auf meinem Reporterplatz auf und ab. „Hau das Ding weg!" – mehr gibt mein Wortschatz nicht mehr her. Keiner schaut mehr auf sein Smartphone, auch die sonst unter Dauerfeuer stehenden Laptops bleiben unberührt.

Haben das Wunder live miterlebt: t-online.de-Reporter Tobias Ruf mit den Eurosport-Kollegen Felix Mattis und Tobias Hlusak (v. r.). (Quelle: t-online)Haben das Wunder live miterlebt: t-online.de-Reporter Tobias Ruf mit den Eurosport-Kollegen Felix Mattis und Tobias Hlusak (v. r.). (Quelle: t-online)

Noch zwei Minuten. Der gesamte deutsche Anhang ist mit den Nerven durch. Kanada rennt wütend an, löst den Torwart auf. Die Deutschen haben freilich noch einen Schlussmann. Und der wird in diesen dramatischen Minuten zum Helden. Danny aus den Birken wirft sich in jeden Schuss. Und hält einen wütenden Angriff nach dem anderen ab. Auszeit, eine Minute vor dem Ende. Ein letztes Mal durchatmen.

Dann die letzten Augenblicke. Was für eine un-fass-bare Stimmung in der Halle! Die kanadischen Fans leicht in der Überzahl, aber für Deutschland sitzen neben den Anhängern noch rund 50 Olympia-Athleten auf der Tribüne und machen richtig Dampf! Ich sollte auf die Uhr schauen, das geht aber nicht. Jede Sekunde kann hier den Finaltraum zerstören. Kanada schießt, ich sehe den Puck schon im Tor. Der Kollege neben mir beruhigt mich. Er ist nervlich wieder auf der Höhe. Ich längst nicht mehr!

So rasteten die Eurosport-Kommentatoren live im TV aus:

Dann schaue ich auf den Videowürfel. Noch zwölf Sekunden. Der letzte Angriff ist abgewehrt und der Wahnsinn von Gangneung perfekt. Wir liegen uns in den Armen. Kommt in dieser Branche nicht allzu häufig vor. Und zeigt, was sich da in den längsten zehn Minuten abgespielt hat.

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