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Giro d'Italia: Froome stürzt und setzt Auftakt in den Sand


Giro d'Italia  

Froome stürzt und setzt Auftakt in den Sand

04.05.2018, 16:34 Uhr | sid

Giro d'Italia: Froome stürzt und setzt Auftakt in den Sand. Chris Froome beim Start. Für ihn war es ein rabenschwarzer Tag. (Quelle: Reuters/Ronen Zvulun)

Chris Froome beim Start. Für ihn war es ein rabenschwarzer Tag. (Quelle: Ronen Zvulun/Reuters)

Im Vorfeld gab es reichlich Kritik an der Teilnahme von Froome. Nun hat der Toptfavorit gleich zu Beginn des Giro d'Italia mächtig an Boden verloren.

Unter Verdacht und nun auch bereits gewaltig im Hintertreffen: Für Top-Favorit Chris Froome war das Auftakt-Zeitfahren des 101. Giro d'Italia in Jerusalem ein kompletter Reinfall. Mit dem Handicap eines Sturzes bei der Streckenbesichtigung gestartet, verlor der Brite gleich wertvolle Zeit im Kampf um den Gesamterfolg. Ein Ausrufezeichen setzte dafür Titelverteidiger Tom Dumoulin, der seinen vermeintlich größten Konkurrenten um ganze 37 Sekunden distanzierte.

Schachmann bester Deutscher

Mit verbissener Miene kämpfte sich Froome nach 9,7 Kilometern in der Nähe der berühmten Altstadt Jerusalems über die Ziellinie, aber seine krachende Niederlage war auch mit großem Einsatz nicht zu verhindern. Vorjahressieger Dumoulin aus dem Team Sunweb dagegen legte ein nahezu perfektes Rennen hin und holte sich in 12:02 Minuten das erste Maglia Rosa knapp vor dem Australier Rohan Dennis (BMC Racing/zwei Sekunden zurück).

Bester Deutscher war der Berliner Max Schachmann (Quick Step-Floors/+21 Sekunden) am ersten Tag seiner Giro-Premiere. Der 24-Jährige war zwischenzeitlich sogar auf Bestzeitkurs und bestätigte letztlich als Achter seine starken Eindrücke aus der bisherigen Saison. Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin (Katusha-Alpecin/+27 Sekunden) hatte erwartungsgemäß keine Siegchance und belegte direkt hinter Schachmann Rang neun.

Froome: Wunden an Knie, Hüfte und Ellbogen

Der 33-Jährige Martin hatte im Vorfeld schon erklärt, die Giro-Vorbereitung nicht auf den Prolog ausgerichtet zu haben und seine Ziele eher in der zweiten und dritten Woche zu suchen. Dennoch bestätigte der hügelige Kurs durch Jerusalem einmal mehr, dass Martins seine Paradedisziplin nicht mehr dominiert. Der eigentliche Verlierer des Tages war aber Froome als 21., der dritte Triumph bei einer großen Rundfahrt in Folge wird nun ein noch schwierigeres Unterfangen.

Für Froome hatte der Tag mit einem Malheur begonnen. Bei der Besichtigung der Strecke war der Sky-Kapitän in einer Rechtskurve gestürzt und hatte sich Abschürfungen zugezogen. Auf Bildern waren blutige Wunden an Knie, Hüfte und Ellbogen zu erkennen. Es werde ein "schmerzhaftes Zeitfahren", sagte Sky-Sportdirektor Nicolas Portal später. Ernsthafte Verletzungen seien aber ausgeblieben.

Veranstalter versuchen, Sicherheitsbedenken zu zerstreuen

Um Froome drehte sich aufgrund seiner schwelenden Salbutamol-Affäre ohnehin viel im Vorfeld des Giro-Auftakts in der Heiligen Stadt. Die Kritik an seiner Teilnahme trotz der seit acht Monaten ungeklärten Sachlage war ebenso reichlich wie die am Giro-Start in Israel generell. Gerade von palästinensischer Seite war der erste Beginn einer großen Rundfahrt außerhalb von Europa als reine Werbeveranstaltung bezeichnet worden.

Der kanadische Immobilien-Milliardär Sylvan Adams, der seit zwei Jahren in Israel lebt, finanziert die bisher größte Sportveranstaltung im Heiligen Land. Zudem erhielt das von ihm ins Leben gerufene Team Israel Cycling Academy eine Einladung zur Corsa Rosa, zwei Einheimische (Guy Niv, Guy Sagiv) schafften den Sprung in das achtköpfige Aufgebot.

Auch Sicherheitsbedenken versuchten die Veranstalter mit Nachdruck zu zerstreuen. "Ich glaube, man kann fühlen, dass man in einem sicheren Land ist", sagte der lokale Organisations-Chef Daniel Benaim.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur sid

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