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50 Jahre Alfred Hitchcocks "Die Vögel"

Horror-Klassiker  

50 Jahre Alfred Hitchcocks "Die Vögel"

20.09.2013, 09:57 Uhr | mth, t-online.de

Eine Frau (Tippi Hedren) nimmt vor einer Schule auf einer Bank Platz. Im Hintergrund befindet sich ein Spielplatz mit einem Klettergerüst. Aus einem offenen Schulfenster dringt Kindergesang. Eine Krähe landet - von der Frau unbemerkt in ihrem Rücken - auf dem Gerüst. Die Frau wartet. Noch eine Krähe landet auf dem Gerüst. Dann noch eine. Die Kamera zeigt uns die arglose Frau. Dann das Gerüst: 20 Krähen, vielleicht 30. Wieder die Frau. Beim nächsten Schnitt auf das Gerüst ist es schwarz von Krähen.

Schließlich erspäht die Frau einen fliegenden Vogel. Misstrauisch dreht sie sich um ... und der Schrecken beginnt. Diese Sequenz aus Alfred Hitchcocks "Die Vögel" zählt zu den spannendsten des Horrorfilmklassikers und ist zugleich ein Paradebeispiel für das Werk des "Meisters des Suspense". Denn nichts ist nervenaufreibender für den Zuschauer als der Protagonistin dabei zuzusehen, wie sie ohne es zu wissen in einer tödlichen Gefahr schwebt.

Heute vor genau 50 Jahren, am 20. September 1963, startete "Die Vögel" in den deutschen Kinos. Zum Jubiläum liefern wir Ihnen einige nicht so bekannte, aber umso interessantere Fakten zu Hitchcocks Meisterwerk.

Foto-Serie mit 7 Bildern

Die neue Grace Kelly

Nachdem Hitchcocks Lieblingsschauspielerin Grace Kelly bereits 1956 ihre Schauspielkarriere beendet hatte, fand er in Tippi Hedren endlich eine Nachfolgerin. "Die Vögel" war ihre erste gemeinsame Arbeit. Hedren erhielt einen Exklusivvertrag mit dem Regisseur. Dieser sicherte ihr zwar ein ordentliches Einkommen zu, Hitchcock hatte dafür aber Kontrolle über ihr Aussehen und machte sie so zu einer Art Klon der Fürstin von Monaco.

6000 Meter Film mit fliegenden Vögeln

Um den aggressiven Schwärmen die richtige Masse zu verleihen, wurden bereits während der Vorproduktion des Films über 6000 Meter Filmmaterial mit fliegenden Vögeln belichtet. Diese Szenen legte man später im Schneideraum übereinander und kombinierte sie mit anderen Szenen.

Hauptdarstellerin erlitt Nervenzusammenbruch

Die Dreharbeiten zu der Sequenz, in welcher Hedren im verbarrikadierten Haus durch ein Loch im Dach beinahe von den eindringenden Vögel getötet wird, erstreckten sich über fünf Tage. Dabei verwendete das Team auch lebende Vögel, die teilweise auf die Darstellerin geschleudert wurden und mit Schnüren an ihrem Kostüm befestigt waren. Hedren erlitt dabei Verletzungen im Gesicht, einen Nervenzusammenbruch und musste mehrere Tage lang in ärztliche Behandlung.

"Die Vögel" als Metapher auf deutsche Luftangriffe?

Dem Film liegt eine Kurzgeschichte gleichen Titels der englischen Autorin Daphne du Maurier zugrunde, die in der Nachkriegszeit 1952 veröffentlicht wurde. Im Gegensatz zu Hitchcock, der das Geschehen zehn Jahre später in dem kalifornischen Ort Bodega Bay nahe San Francisco ansiedelte, spielt das Original in England. Die Handlung mit der tödlichen Bedrohung aus der Luft wird deshalb gerne als eine Metapher der Schriftstellerin für die deutschen Luftangriffe auf England im Zweiten Weltkrieg interpretiert.

Wahre Begebenheiten als Vorlage

Hitchcock stütze sich aber nicht allein auf du Muriers Erzählung, sondern auch auf wahre Begebenheiten. Am 18. August 1961 kam es im kalifornischen Capitola zu einem geheimnisvollen Zwischenfall, als mehrere Hundert Vögel kamikazeartig Häuserdächer und Fensterscheiben zerstörten und in Stromleitungen flogen. Hitchcock nimmt auf diesen Vorfall in seinem Film explizit Bezug, als die Geschehnisse von Capitola bei einem Streitgespräch im örtlichen Restaurant erwähnt werden.

Jahre später fanden Wissenschaftler die Ursache der abstürzenden Vögel von Capitola heraus: Diese hatten offenbar Fische gefressen, die durch Algenbefall mit Domoinsäure vergiftet waren. Deshalb litten die Vögel nach dem Verzehr an Krämpfen und Orientierungslosigkeit.

Geräusche statt Filmmusik

Hitchcock verzichtete in "Die Vögel" fast vollkommen auf herkömmliche Filmmusik. Er engagierte alternativ die deutschen Komponisten Remi Gassmann und Oskar Sala, die mit einem Trautonium arbeiteten. Mithilfe dieses Vorläufers des heutigen Synthesizers unterlegten die beiden Musiker den Film mit künstlichen Vogelstimmen und weiteren Geräuschen. Der entstandene Soundtrack ist ein maßgeblicher Faktor für die unheilvolle Atmosphäre von "Die Vögel" und macht den Streifen auch aus filmmusikalischer Sicht zu einem Vorreiter.

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