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Slayer - Repentless: Zum Glück gibt es keine Überraschungen


CD-Kritik: Slayer "Repentless"
Ein Album ohne Überraschungen – zum Glück!

t-online, Jens Müller

Aktualisiert am 16.09.2015Lesedauer: 2 Min.
Exodus-Gitarrist Gary Holt (l.) ersetzt bei Slayer den verstorbenen Jeff Hanneman.Vergrößern des BildesExodus-Gitarrist Gary Holt (l.) ersetzt bei Slayer den verstorbenen Jeff Hanneman. (Quelle: Nuclear Blast Records)
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Erstaunlich, dass Slayer mit einem neuen Album noch Spannung erzeugen. Immerhin sind sich die Titanen des US-Thrash-Metals seit ihrer Gründung vor über 34 Jahren konsequent treu geblieben – keine musikalischen Experimente, kein Verfolgen von Trends. Doch im Vorfeld des elften Studio-Albums "Repentless" war die Neugierde der Slayer-Fans immens hoch.

Denn seit dem letzten Werk "World Painted Blood" sind nunmehr sechs Jahre vergangen. Slayer zofften währenddessen mit der ehemaligen Plattenfirma sowie mit Ex-Schlagzeuger Dave Lombardo (der erneut durch Paul Bostaph ersetzt wurde) – und mit dem Tod von Gitarrist, Gründungsmitglied und Songwriter Jeff Hanneman im Mai 2013 musste die Band einen schweren Rückschlag verkraften. Jener Hanneman, aus dessen Feder solch Metal-Klassiker wie "Angel of Death", "Dead Skin Mask" und "Raining Blood" stammten, und der mit düster-morbiden Melodien den harten Slayer-Songs das gewisse Etwas verlieh.

"Repentless" gibt gleich Vollgas

Nun muss sich Gitarrist und Bandgründer Kerry King als alleiniger Schreiber beweisen. Doch die Befürchtungen, "Repentless" könnte eine Enttäuschung wie das größtenteils von King allein komponierte "Divine Intervention" (1994) werden, verfliegen umgehend. Nach dem Intro "Delusions of Saviour" (eine Verneigung vor Hanneman) folgt mit dem Titelstück gleich der Höhepunkt des Albums: "Repentless" kombiniert gewohnt schnelle Gitarrenriffs, mehrere Soli und sehr druckvolles Schlagzeugspiel. Sänger Tom Araya (Jahrgang 1961) klingt dazu so wütend wie schon lange nicht mehr – nicht nur in diesem Lied. Auch bei dem sehr starken "Take Control" geben Slayer in ihrer berüchtigten Manier Vollgas, nehmen aber im Refrain das Tempo zurück – der Groove dominiert.

Anknüpfen an die glorreichen Achtziger

Fans dürfte es wenig überraschen, dass Slayer auf dem neuen Album rifforientiert, groovig und sehr direkt zur Sache gehen. Ein Großteil der Songs fügt sich nahtlos an "jüngere" King-Kompositionen wie "Hate Worldwide", "Public Display of Dismemberment" und "New Faith" an. Allen voran "Implode" und "Chasing Death" wissen da zu gefallen, während das rasante "Atrocity Vendor" durchaus Erinnerungen an die glorreichen Slayer-Zeiten der späten Achtziger Jahre weckt. Mit "Piano Wire“ findet sich doch ein Hanneman-Song auf dem Album, der noch aus den Überbleibseln des Vorgänger-Werks stammt.

Wer braucht bei Slayer schon Überraschungen?

Die Spannung vor "Repentless" war erstaunlich groß. Doch Slayer ballern jegliche Zweifel und Befürchtungen einfach weg. Mit "Repentless" beweisen die Amis, dass sie nach wie vor sehr starke Thrash-Metal-Alben schreiben können, auch wenn die Scheibe keinerlei Überraschungen bietet – und das ist glücklicherweise auch gut so. Slayer sind anno 2015 zwar älter und grauer (insbesondere der Bart von Weihnachtsmann-Double Araya), aber kein bisschen leiser, sondern gar eine Spur wütender. Und so bringen sie selbst das Album mit einer Zeile aus "Vices" auf den Punkt: "A little violence is the ultimate drug – let’s get high".

"Repentless" von Slayer erscheint am 11. September 2015.

Slayer auf Tour mit Anthrax und Kvelertak: 8.11. Leipzig, 10.11. München, 12.11. Berlin, 13.11. Bochum, 14.11. Ludwigsburg, 16.11. Frankfurt/Main

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