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Moonbootica: Für Sommer-Raves gerüstet

Von dpa
Aktualisiert am 28.04.2018Lesedauer: 3 Min.
Das DJ-Duo Moonbootica feiert bald 20-jähriges Jubiläum.
Das DJ-Duo Moonbootica feiert bald 20-jähriges Jubiläum. (Quelle: Daniel Bockwoldt./dpa)
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Erfurt (dpa) - Politik. Ausgerechnet auf Politik setzen Moonbootica mit der ersten Singleauskopplung aus dem neuen Album. Dabei steht das Hamburger Duo alles andere als oben auf der Liste der DJs mit politischer Botschaft. Es hätte also daneben gehen können.

Aber KoweSix und Tobitob ließen - wie so oft bei Zusammenarbeiten mit anderen - der Sängerin des Stücks viel Freiheit. Und so entstand statt eines typischen Songs über Feierkultur ein Stück Gesellschaftskritik für die nächsten Elektro-Festivals des Sommers.

So singt die deutsch-nigerianische Musikerin Nneka in "Do Not Do Me Like Dis" Zeilen wie "Your verbal masturbation or your selfish education/You've been lying to me and the world", während sich im Video dazu Clips von Frauen abwechseln mit Clips von Donald Trump, Harvey Weinstein, Bill Cosby und vielen anderen Männern, die in der Diskussion um sexuelle Belästigung, Missbrauch und Machtmissbrauch eine Rolle spielen.

"Wir wollten mit dem Video ein Statement zu einem aus unserer Sicht stetem Thema geben, dass es ja nicht erst seit der #MeToo-Debatte gibt", sagt Oliver Kowalski alias KoweSix im dpa-Interview dazu. "Sexismus ist ein weites Feld, in der Elektro-Szene sehe ich ihn aber weniger." Inzwischen seien schließlich auch viele Frauen als DJanes auf dem Vormarsch. "Aber es ist ja so: Etwas, das ich für sexistisch halte, sehen andere nicht so und etwas, das ich für unproblematisch halte, regt wiederum andere auf."

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In ihrer politischen Dimension bleibt die Single aber eine Ausnahme auf dem fünften Album der Hanseaten. Denn aufgeheizte Diskussionen sind ihnen zuwider. "Tobi und ich sind beide total liberal aufgewachsen", sagt Kowalski. "Wir setzen auf klaren Menschenverstand, statt Medienhysterie." Alle seien heutzutage schnell sauer und beleidigt. Das sei vielleicht typisch für das 21. Jahrhundert und für Social Media, mutmaßt Kowalski.

Mit seinem DJ-Kollegen Tobias Schmidt alias Tobitob ist er seit 1999 als Moonbootica unterwegs. Sie haben seither mit Robbie Williams, den Beatsteaks, Jan Delay oder auch den Hurts zusammengearbeitet. Inzwischen spielen die beiden mit ihren eigenen Tracks, Sets und Remixen, die mehr feierfreudiger House als aggressiver Techno sind, auf Festivals und Clubs in der ganzen Welt.

Nach all den Jahren hätten sie viele andere in der Clubszene kommen und gehen sehen. Weshalb sie sich so lange gerade als Duo behaupten können, erklärt Kowalski so: "Mein Kompagnon und ich sind zwischenmenschlich aneinander gewachsen - unser Grundkonsens ist stark genug und wir sind beide keine ausgeprägten Ego-Typen." Außerdem spürten sie beide eine große Dankbarkeit, überhaupt das machen zu können, was sie tun.

Mit dem neuem Album "Future" steht ihnen nun wieder ein anstrengender Sommer mit Dutzenden Auftritten bevor - darunter die großen Szene-Festivals wie Mayday in Dortmund, das SonneMondSterne oder auch das Magnetic im saarländischen Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

Nicht alle Fans der ersten Stunde, sind glücklich mit den großen Namen im Tour-Terminplan Moonbooticas. Das wissen auch die DJs. Kowalski versteht das Argument, dass doch eigentlich die Musik im Vordergrund stehen sollte. "Das stimmt schon, aber deswegen mit einer Kack-Anlage zu spielen und Angst haben zu müssen, dass die Bühne unter einem zusammenbricht, kann auch nicht die Lösung sein."

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