Sie sind hier: Home > Unterhaltung > Musik > CD Kritiken >

Ewiger Geheimtipp?: Rapperin Haiyti mit zweitem Album in einem Jahr

Ewiger Geheimtipp?  

Rapperin Haiyti mit zweitem Album in einem Jahr

07.12.2020, 06:02 Uhr | dpa

Ewiger Geheimtipp?: Rapperin Haiyti mit zweitem Album in einem Jahr. Noch wartet die Rapperin Haiyti auf den ganz großen Durchbruch.

Noch wartet die Rapperin Haiyti auf den ganz großen Durchbruch. Foto: Dean Benic/dpa. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Dass sie 2020 auf der faulen Haut gelegen hat, kann man Ronja Zschoche alias Haiyti nun wirklich nicht vorwerfen. Nach dem Album "Sui Sui" aus dem Juli legt die Rapperin zum Jahresende nochmal nach.

"Influencer" heißt ihr düsteres neues Werk - und es macht mit 19 Songs auch gleich nochmal klar, was für eine Output-Maschine die Wahl-Berlinerin ist.

Das große Dilemma von Haiyti wird aber auch dieses Album nicht auflösen können: Sie ist und bleibt bisher der ewige Geheimtipp. Von Kritikern wird sie in höchsten Tönen gelobt, die "Zeit" etwa zog mal eben Rap-Übervater Drake als Vergleich heran. Doch der sehnsüchtig erwartete große Durchbruch in der boomenden Deutschrap-Branche will sich trotz Trap-Brett-Dauerbeschallung nicht einstellen. "Sie sagen das Weg ist das Ziel / Aber ich frag mich: Wann komm ich an?", rappt sie im Song "Zu real".

Vielleicht macht Haiyti auch einfach zu viel richtig und ist dem deutschen Rap-Zirkus einen Schritt zu weit voraus. Von den 19 Tracks auf "Influencer" ist jeder einzelne ein "Banger", die Beats klingen mehr nach US-Südstaaten als nach Deutschland, die Texte sind clever, und ihr Stil ist unverkennbar. Dazu beteuert Haiyti selbst immer wieder ihren Ghetto-Background: aufgewachsen in Hamburg-Langenhorn, Sozialwohnung, die Mutter alleinerziehende Taxifahrerin.

Das Problem: Am Ende drängt sich kein Song zwingend nach vorne. Oder um es in der Musikmarketing-Sprache auszudrücken: Hier fehlt schlicht der Hit. "Influencer" bleibt der alten Haiyti-Mischung aus Kunst und Straße treu. Musik für den Kritikerpreis, für die Feuilleton-Redaktion, für Kunststudenten und Konzeptliebhaber.

Die Künstlerin selbst hat für den ausbleibenden Erfolg im Mainstream ihre eigene Erklärung parat: "Die meisten Leute sind halt 08/15", sagte sie jüngst - im ARD-Kulturmagazin "Titel Thesen Temperamente".

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: