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Taylor Swift veröffentlicht spontan neues Album "Folklore"

MEINUNGSchon gehört?  

Der Soundtrack der Woche (24. Juli 2020)

Von Sebastian Berning

24.07.2020, 14:21 Uhr
Taylor Swift veröffentlicht spontan neues Album "Folklore". Große Überraschung vom Megastar: Taylor Swift veröffentlicht plötzlich ein neues Album. (Quelle: imago images / PA Images)

Große Überraschung vom Megastar: Taylor Swift veröffentlicht plötzlich ein neues Album. (Quelle: imago images / PA Images)

In der Flut von neuen Alben und Neuauflagen alter Klassiker kann man schon mal den Überblick über die Musiklandschaft verlieren. t-online.de hat dafür offene Ohren und gibt Ihnen sieben Lausch-Tipps.

Bei Spotify, Apple Music und Co. wird man mit Neuerscheinungen schier überfordert. Playlists aktualisieren sich ständig, nicht alles darin gefällt und überhaupt ist das Album doch das viel schönere Format. Wenn Sie mal wieder richtig Lust auf neue Sounds haben, Ihnen aber die Zeit fehlt, sich durch die Neuveröffentlichungen der Woche zu hören, stimmt t-online.de Sie mit der neuen wöchentlichen Rubrik "Schon gehört" (jeden Freitag) ein. Hier gibt es die sieben besten, wichtigsten, skurrilsten Alben für die nächsten sieben Tage.

Taylor Swift – "Folklore"

 (Quelle: Taylor Swift) (Quelle: Taylor Swift)

2020 ist die Musikwelt eine andere als noch 2000 oder 2010. Große Werbekampagnen, Musikvideos im Fernsehen oder so braucht es nicht mehr, um Werbung zu machen. Das weiß auch Popstar Taylor Swift. Die Sängerin kündigte am Donnerstag ein neues Album für heute an. Schwupps ist es da und hört auf den Namen "Folklore". Und das klingt wie ein Schritt zurück – oder nach vorne, wie man es nimmt. So klingt ein Indie-Album von der Pop-Stimme.

Wir erinnern uns: Vor "Shake It Off" und "Bad Blood" hat Taylor mal Teenie-Country gemacht. "Love Story", "You Belong With Me" und so weiter. Auf "Folklore" ist der flotte Pop der letzten Alben passé. Etwas ruhiger und mehr laid back gibt sich Taylor auf den 16 Nummern. Man hat irgendwie sogar das Gefühl, dass sie wieder ein bisschen zu ihren Nashville-Wurzeln zurückkehrt. Diesen back-to-the-roots-Sound pimpt sie mit Versatzstücken von Bright Eyes oder Bon Iver (der auch bei "Exile" mitsingt) auf. Den melancholischen Grundtenor der Stücke reichert sie mit einer modernen Produktion, dezenter Elektronik und großen Hooklines an.

Somit ist nicht nur der Release eine Überraschung, sondern auch der deutlich intimere Sound, den Taylor Swift hier auffährt. Und irgendwie wirkt es so, als hätte sie auch wieder mehr Spaß an der Musik - mehr als auf dem Nummer-sicher-Werk "Lover", bei dem sie einfach nur den Trademark-Sound auf kleiner Flamme aufgewärmt hat.

Neck Deep – "All Distortions Are Intentional"

 (Quelle: Neck Deep) (Quelle: Neck Deep)

Pop-Punk 2020? Geht das noch? Die großen Zeiten des Genres waren wohl eh um die Jahrtausendwende und in den 00er Jahren, als Bands wie Blink-182, Fall Out Boy, A Day To Remember oder Green Day auf MTV rauf und runter liefen. Mitte der 10er Jahre gab es dann ein kleines Revival, welches jedoch kommerziell nicht mehr auf der Höhe war. 

Da gehörten auch die Briten Neck Deep dazu, deren erstes Album "Wishful Thinking" 2014 echt ein Knaller war. Poppige Songs, wuchtiger Sound und Moshen konnte man auch. Super! Auch der Nachfolger "Life’s Not Out To Get You" konnte punkten, aber das letzte Werk "The Peace and the Panic" war nicht mehr das Gelbe vom Ei.

Drei Jahre später meldet man sich mit "All Distortions Are Intentional" zurück. Und das klingt zumindest wieder etwas besser. Weniger Bubblegum-Pop, mehr Gitarren. Nur das Singen beherrscht Frontmann Ben Barlow noch immer nicht wirklich. Da muss ab und an auch mal Autotune nachhelfen. Aber der Großteil der Songs ist mit seinen 90s-Vibes ein bisschen ernstzunehmender als das zahme Geplänkel des Vorgängers. "Sick Joke", das so klingt als ob die alte Version von Green Day die Alt-Rock-Ikonen R.E.M. covern würde. "Telling Jokes" und "What Took You So Long" gehen auch direkt ins Ohr. Den großen Wurf werden die Waliser wahrscheinlich trotz der Steigerung zum Vorgänger-Ausfall nicht mehr hinlegen.

Fantasy – "10.000 Luftballons"

 (Quelle: MCS Marketing) (Quelle: MCS Marketing)

Nena sang mal was von 99 roten Luftballons. Das kann das Schlager-Duo Fantasy toppen und bringt "10.000 Luftballons" raus. Auf eine bestimmte Farbe mag man sich da wohl nicht festlegen. Passend zur Musik, die auch mehr kunterbunt durch die Boxen schallt. Viel Fantasie braucht man nicht, um sich die vierzehn neuen Songs von Fantasy vorzustellen.

Schlager-Pop fürs Fernsehgarten-Publikum und den heimischen Partykeller! Fantasy bewegen sich auf "10.000 Luftballons" zwischen den bekannten Polen ihren Sounds: flotte Schlager-Ohrwürmer, mal die eine oder andere ruhigere Nummer. Für den Schlager-Fan wohl die wichtigste Platte im Juli und schon mal die perfekte Einstimmung bis man endlich wieder selbst auf den Lerchenberg kann.

Ronan Keating – "Twenty Twenty"

 (Quelle: Universal Music Group) (Quelle: Universal Music Group)

"Life Is a Rollercoaster" war 2000 einer der größten Solo-Hits von Ronan Keating. Seine Karriere war auch so ein richtiger "Rollercoaster". Die großen Radiohits blieben in den vergangenen Jahren aus, das letzte Album "Time of My Life" landete 2016 nur noch auf Platz 25 der deutschen Charts.

Ob der ehemalige Boyzone-Sänger deswegen auch neue Versionen seiner größten Hits "When You Say Nothing At All" und eben "Life Is a Rollercoaster" mit auf die CD gepackt hat? Außerdem hat er namhafte Gäste wie Shania Twain, Emili Sandé oder Robbie Williams auf den Stücken dabei. Das macht natürlich was her und durch die Duette wirkt der sonst recht herkömmliche Pop etwas lebhafter. Besonders das mit Sandé vorgetragene "One of a Kind" geht gut ins Gehör. Eine Orchester-Version davon hätte ich jedoch nicht gebraucht.

Die Kombi aus neuen Versionen alter Hits, Duetten und ein paar Ronan-Solo-Songs in einer dreiviertel Stunde ist jedoch eine gute Idee gewesen.

Haken – "Virus"

 (Quelle: Sony Music) (Quelle: Sony Music)

Aktuell ist "Virus" wohl kein besonders verkaufsfördernder Albumtitel, wäre da nicht die Musik. Die Prog-Metaller von Haken wissen einfach, was sie tun müssen. Vertrackte Rhythmen, ein bisschen Gitarrengefrickel, zeitgemäße Electronic und gute Gesangslinien.

Entgegen vieler Bands aus dem Progressive-Spektrum versuchen Haken ihrem Hörer melodische Hooklines an die Hand zu geben. Mal muss man an die Helden von Tool denken, wie im intensiven Mittelteil von "Invasion", mal klingt die Band hymnisch wie Muse zur "Absolution" oder Biffy Clyro. Trotzdem knallen Haken dem Hörer auch mal Passagen vor den Latz, die an die schwedischen Meshuggah erinnern. Gerade dieser Wechsel zwischen hypnotisch, melodisch und brachial macht den Reiz von "Virus" aus. Haken ist damit ein weiteres gutes Album gelungen.

The Naked and Famous – "Recover"

 (Quelle: The Naked and Famous) (Quelle: The Naked and Famous)

Nach dem Taylor-Swift-Album, welches plötzlich da war, ist die zweitgrößte Überraschung der Release-Woche wohl, dass es The Naked and Famous überhaupt noch gibt. Zumindest für mich. Nach dem halbwegs großen und definitiv einzigen Hit "Young Blood" geriet die Band trotz eines recht okayen Debüts in Vergessenheit.

"Eeeegaaaaal!" Neun Jahre später kann man ja mal wieder reinhören. Und "Recover" klingt so, wie man sich die Indie-Dream-Popper heute vorstellt. Electronic, ein bisschen Indie und Björk hat man auch mal gehört. Die Gitarren sind mittlerweile stark in den Hintergrund gerückt. Das fetzige "Bury Us" hätte mit seinem New-Wave-Gedächtnis-Geschrammel sogar das Zeug für einen neuen kleinen Hit. Aber leider muss man zu oft an Tegan & Sara oder Chvrches denken.

Morse/Portnoy/George – "Cov3r to Cov3r"

 (Quelle: Inside Out Music) (Quelle: Inside Out Music)

"Treffen sich drei Prog-Musiker…" – Klingt wie der Anfang eines schlechten Witzes, ist jedoch das, was man über das gemeinsame Coveralbum von Neil Morse, Ex-Dream-Theater-Drummer Mike Portnoy und Bassist Randy George sagen kann.

Zusammen hat das Trio bereits mehrfach aufgenommen und jetzt veröffentlichen sie ihre dritte Sammlung Coversongs. Künstler, denen sie Tribut zollen, sind unter anderem David Bowie, Jethro Tull oder King Crimson. Trotz des musikalischen Könnens der Protagonisten zerstückeln sie die Songs nicht ins Unkenntliche. Im Gegenteil man hält sich an die Originale, setzt hier und da aber seinen eigenen Stempel auf. Von daher: Mission erfüllt, auch wenn reine Tribute-Alben eine eher komische Angelegenheit sind. Und Außerdem: "Life On Mars?" kann niemand besser machen als Bowie selbst.

Alle Alben sind am 24. Juli in digitaler sowie physischer Form erschienen. Haben Sie "Schon gehört" wer nächste Woche dabei sein wird? Unter anderem Rapper Apache 207 und einige mehr. Wir hören uns wieder!

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