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Schon gehört? Silbermond: "Ideen von 1933" helfen nicht

MEINUNGSchon gehört?  

Der Soundtrack der Woche (30. Oktober 2020)

Von Sebastian Berning

29.10.2020, 15:17 Uhr
Schon gehört? Silbermond: "Ideen von 1933" helfen nicht. Silbermond: Durch Hits wie "Durch die Nacht" oder "Symphonie" wurde die Rockband berühmt. (Quelle: Jens Koch)

Silbermond: Durch Hits wie "Durch die Nacht" oder "Symphonie" wurde die Rockband berühmt. (Quelle: Jens Koch)

t-online hat offene Ohren für die wichtigsten Alben der Woche und gibt Ihnen Musiktipps. Diese Woche steht besonders im Zeichen alter Helden wie Depeche Mode oder Motörhead. Aber auch Silbermond haben einiges zu sagen.

Wenn Sie mal wieder richtig Lust auf neue Sounds haben, Ihnen aber die Zeit fehlt, sich durch die Veröffentlichungen der Woche zu hören, stimmt t-online Sie mit der wöchentlichen Rubrik "Schon gehört?" ein.

Depeche Mode – Songs of Faith and Devotion: The 12" Singles

 (Quelle: Promoteam) (Quelle: Promoteam)

Es war ein schwieriges Album für die Synthie-Popper Depeche Mode. "Songs of Faith and Devotion" war der Nachfolger zum Megaseller "Violator", welches durch Hitsingles wie "Personal Jesus" und natürlich "Enjoy the Silence" zum Kassenschlager wurde. Der Nachfolger von 1993 war etwas weniger mutig, dafür düster elegant. Hits gab es trotzdem.

Und die sind auch in diesem edlen Vinyl-Boxset alle enthalten. Meist sogar in verschiedenen Versionen. Die Auskopplungen "Walking In My Shoes", "Condemnation", "I Feel You" und "In Your Room" sind nämlich jeweils in zwei verschiedenen Versionen enthalten, bestechen durch B-Seiten wie Remixe oder Liveversionen. Dass auf den 12'' großen Schallplatten auch die 7"-Mixe von "I Feel You", "Walking In My Shoes" und "My Joy" enthalten sind, wirkt dennoch etwas komisch an. Egal, kleine Unterschiede kann man wahrnehmen. Deutlich interessanter sind die Livedarbietungen von Dave Gahan und Co. 

Besonders die "In Your Room"-Single, die sechs Liveversionen alter wie damals aktueller Songs enthält, ist großartig. Alleine "Never Let Me Down" ist nahezu die Anschaffung des lila Kartons wert.

Motörhead – Ace of Spades (40th Anniversary)

 (Quelle: Netinfect) (Quelle: Netinfect)

Das kratzige Bass-Intro von "Ace of Spades" zählt zu den wohl ikonischsten Songstarts aller Zeiten. Mit diesem Album konnten Lemmy Kilmister und seine Band Motörhead endlich den großen Durchbruch feiern. Das ist 40 Jahre her. Mittlerweile sind die Musiker, die diesen Heavy-Metal-Meilenstein eingespielt haben, alle tot. 

Zugegeben: Die Platte wurde schon mehr als einmal wieder neu aufgelegt, aber der 40. Geburtstag ist halt auch einfach ein schöner Anlass. Mir liegt die 3LP-Version vor, die das herkömmliche Album (ohne die drei Bonustracks des bekannten CD-Remasters auskommen) sowie einem Livealbum auf zwei weiteren Vinyls vor. Alles wird in einem schönen Buch zusammengehalten, welches viele Fotos und Texte beinhaltet.

Über "Ace of Spades" und Kracher wie dem Titelsong, "Love Me Like A Reptile", "(We Are) The Roadcrew" oder "The Chase Is Better Than the Catch" muss man wohl 2020 nicht mehr viel erzählen. Interessant ist jedoch der Mitschnitt "Live at Whitla Hall, Belfast" vom 23. Dezember 1981. "Stille Nacht" geht definitiv anders! Die Aufnahme hat Charme, kann aber nicht mit "No Sleep Till Hammersmith" von der gleichen Tour mithalten.

Bring Me The Horizon – Post Human: Survival Horror

 (Quelle: Head of PR) (Quelle: Head of PR)

Die Briten von Bring Me The Horizon haben sich vom fiesen Deathcore-Monster nicht nur zu einer der abwechslungsreichten Rockbands der letzten Jahre entwickelt, sondern versuchen auch die Musikindustrie zu ihren Gunsten zu verändern. Statt großer Promo hat die Band im letzten Jahr einige Singles veröffentlicht, bündelt diese mit einigen anderen neuen Songs zu dieser EP hier, die recht spontan angekündigt wurde. Eine physische LP lässt daher auch noch auf sich bis Januar 2021 warten.

"Post Human: Survival Horror" ist ähnlich verrückt wie das 2019er Album "amo". Nu Metal, Electro, Alternative Rock, Hardcore, hier geht alles. Das hat oft etwas von Linkin Park, wie die aktuelle Single "Teardrops" eindrucksvoll beweist. Klingt wie ein Mix aus "Somewhere I Belong" und "Papercut" mit mehr zeitgemäßer Elektronik. "One Day the Butterflies..." (der Titel ist echt mega lang), welches die Band mit Amy Lee von Evanescence vorträgt, ist zudem die erste Kuschelballade der Band. Und das kann sie erstaunlich gut. 

Im nächsten Jahr sollen weitere Mini-Alben bzw. EPs erscheinen. Diese sollen alle komplett unterschiedlich klingen. Man darf also gespannt sein, was Oliver Sykes und seine Jungs da noch rausbringen werden.

Silbermond – Schritte (Extended)

 (Quelle: Sony Music) (Quelle: Sony Music)

Ein Jahr ist es her, dass Silbermond mit "Schritte" mal wieder die Chartspitze erobern konnten. In der Zeit saß Sängerin Stefanie Kloß nicht nur in der Jury von "The Voice of Germany", sondern nahm mit ihren Boys noch vier neue Songs auf, um einen Re-Release des Nummer-1-Albums schmackhaft zu machen.

Diese aktuelle Veröffentlichungspolitik, dass ein paar Monate nach dem Release eine Special Edition erscheint, ist für beinharte Fans natürlich nervig. Für Leute, die bei drei doch auf den Bäumen waren, könnte es jetzt interessant werden. Hinhören sollte man aber bei "Mein Osten", welches fast passend zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung veröffentlicht wird.

Nun, mit diesen Klassikern können Silbermond nicht mithalten. Interessant ist die Nummer wegen dem persönlichen Text über die Heimat dennoch. "Werden reden müssen, streiten, um Kompromisse ringen müssen und so weiter. Aber was nicht hilft, sind wir uns da einig? Ideen von 1933." Und das sollte wohl wirklich jedem klar sein. Damit watscht die Band Aluhüte, Nazis und andere ab, zeigt ebenso, dass es 2020 extrem wichtig ist, Haltung zu zeigen.

Stevie Nicks – Live in Concert: The 24 Karat Gold Tour

 (Quelle: Promoteam) (Quelle: Promoteam)

Stevie Nicks wird wohl auf ewig als Stimme von Fleetwood Mac im popkulturellen Gedächtnis bleiben. Doch auch Solo konnte Nicks besonders in den 80er Jahren große Erfolge feiern.

Auf ihrem neuen Livealbum "The 24 Karat Gold Tour" widmet sich die Erfolgssängerin ihren größten Hits, egal ob Solo oder Fleetwood-Mac-Material. Und natürlich sind besonders die Songs der 70er Band interessant.

Sei es das mystisch-traurige "Rhiannon" oder "Gold Dust Woman", mega. Auch "Edge of Seventeen" ist feinstes Früh-80er-Kino. Aber wo bitte ist "Seven Wonders"? Diesen Hit kann man doch nicht weglassen. Hat die Stevie Nicks aber. Schade, aber es ist eben nicht immer alles Gold, was glänzt.

Alle Alben sind am 30. Oktober in digitaler sowie physischer Form erschienen. Nächste Woche werden wir uns leider nicht wieder hören. Ich bin im Urlaub und freue mich schon alte Helden wie The Smiths, David Bowie, Ozzy Osbourne, Iron Maiden und Judas Priest wieder oft aufzulegen. Bis bald!

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