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Festivals und Tourneen ohne Masken mit 2G-Modell?

Von dpa
Aktualisiert am 27.08.2021Lesedauer: 3 Min.
Heavy-Metal-Fans beim Wacken Open Air Festival 2018.
Heavy-Metal-Fans beim Wacken Open Air Festival 2018. (Quelle: Daniel Reinhardt/dpa./dpa)
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Hamburg/Wacken (dpa) - Nach der Absage des kleinen Wacken-Festivals standen Doro Pesch die TrĂ€nen in den Augen. "Wir sind alle todtraurig", sagte die Metal-SĂ€ngerin der Deutschen Presse-Agentur. "Das wĂ€re dieses Jahr das grĂ¶ĂŸte Rock-Konzert geworden."

Sie verstehe die Entscheidung aber, wenn die Infektionszahlen steigen. Gesundheit gehe vor. Das ursprĂŒnglich vom 16. bis 18. September geplante Festival "Bullhead City" mit bis zu 20.000 Fans pro Tag wurde am Montag aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklung in der Region abgesagt. Auch Pesch wollte dort auftreten.

"In Anbetracht der derzeitigen Situation ist ein ausgelassenes Festival, wie es unsere Fans verdienen, aufgrund der zu ergreifenden Maßnahmen, zu denen unter anderem eine Maskenpflicht in nahezu allen Bereichen des Festivals gehört, nicht vorstellbar", sagte der Veranstalter Holger HĂŒbner zur BegrĂŒndung. Zuvor war bereits das traditionelle Heavy-Metal-Festival mit rund 75.000 Fans erneut wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Auch andere Musiker wie Peter Maffay oder Steven Wilson mussten ihre fĂŒr den Herbst geplanten Tourneen nochmals verschieben.

Dabei hatten sich die Konzertveranstalter so sehr auf einen Neustart im Herbst gefreut. Wenn die Entwicklung so weitergeht, wird ihnen Corona erneut einen Strich durch die Rechnung machen. "Solange es KapazitĂ€tsbeschrĂ€nkungen und Abstandsregeln gibt, machen Veranstaltungen wirtschaftlich keinen Sinn", sagte der PrĂ€sident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Er fordert bundesweit einheitliche Regeln fĂŒr seine Branche.

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"Wir hoffen, dass das Hamburger 2G-Modell eine Blaupause fĂŒr alle anderen BundeslĂ€nder ist", sagte Michow. Bei der 2G-Option, die von Samstag an in Hamburg möglich ist, können Veranstalter entscheiden, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-EinschrĂ€nkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen. Dieses bezieht Getestete und damit Ungeimpfte ein, unterliegt aber den bisherigen Corona-EinschrĂ€nkungen.

"Konzerttourneen werden allerdings erst dann wieder möglich sein, wenn es in Deutschland keinen Flickenteppich unterschiedlichster Regelungen gibt, sondern die LĂ€nder sich endlich auf ein einheitliches Öffnungsszenario einigen", betonte Michow. Da PCR-Tests weitaus zuverlĂ€ssigere Ergebnisse als Schnelltests lieferten, mĂŒsse es auch möglich sein, PCR-Getesteten den Zutritt zu Veranstaltungen ohne KapazitĂ€tsbeschrĂ€nkungen zu erlauben.

Ähnlich sieht es Dieter Semmelmann, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Semmel Concerts: "Die Veranstalter kĂ€mpfen im Moment mit einem föderalen Durcheinander von Verordnungen, die eine DurchfĂŒhrung von landesweiten Tourneen fast unmöglich macht", sagte Semmelmann der dpa. Ein großes Problem seien nach wie vor die unterschiedlichen Regelungen der Corona-Schutzmaßnahmen und der damit verbundenen ÖffnungsbeschrĂ€nkungen bzw. Verbote auf LĂ€nderebene. "Wir brauchen eine klare Struktur und Planungssicherheit seitens der Politik - eigentlich auf Bundesebene", forderte Semmelmann.

Wenn aufgrund der noch unzureichenden Impfbereitschaft und der aktuellen Infektionslage fĂŒr eine Übergangszeit 2G gefordert wĂŒrde, wĂŒrde sein Unternehmen mitgehen. Auch Marek Lieberberg, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Live Nation, spricht sich fĂŒr das 2G-Modell aus. "Hamburg hat mit den 2G-Modell eine richtungweisende, ĂŒberfĂ€llige Entscheidung getroffen, die Schule machen muss, damit die moderne Kultur nach ihrer unverschuldeten Zwangspause endlich wieder aufblĂŒhen kann", sagte Lieberberg. In vielen LĂ€ndern, darunter Großbritannien und den USA, seien Live-Konzerte - meist ohne EinschrĂ€nkungen - bereits wieder möglich.

Peter Schwenkow, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutschen Entertainment AG (DEAG), erwartet - nach erfolgreichen Pilotveranstaltungen mit den Berliner Philharmonikern und der Potsdamer Schlössernacht - wieder Genehmigungen fĂŒr den Herbst und damit auch viele Konzerte mit vor allem nationalen KĂŒnstlern. Das internationale Touring werde noch bis zum FrĂŒhjahr warten mĂŒssen. In Großbritannien sei das GeschĂ€ft bereits wieder mit vollen KapazitĂ€ten "bravourös angelaufen".

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