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Subterfuge bezaubern mit zeitlos schönen Songs

Von dpa
04.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Die deutsche Indie-Pop-Band Subterfuge ist zurĂŒck.
Die deutsche Indie-Pop-Band Subterfuge ist zurĂŒck. (Quelle: Anika Potzler/Cargo Records/dpa./dpa)
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DĂŒsseldorf (dpa) - Die Musikwelt wĂ€re viel Ă€rmer ohne Bands wie Subterfuge. Nach fast 30 Jahren als Geheimtipp, zahllosen Club-Gigs und einer langen Kreativpause kehrt die DĂŒsseldorfer Band mit einem bezaubernden Gitarrenpop-Album zurĂŒck - voller Elan und Euphorie, wie eigentlich immer.

"Nicht umsonst endet jedes unserer Konzerte mit dem Satz "Lang lebe Popmusik"", betont Lars Schmidt im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur - und wÀre es nicht coronabedingt ein Mail-Austausch, könnte man die Augen des SÀngers und Gitarristen bei diesen Worten vermutlich begeistert blitzen sehen.

PrÀchtige Melodien

Die zwölf Songs umfassende neue Platte "Dots." fĂŒhrt in 55 Minuten exemplarisch alle QualitĂ€ten zusammen, die Subterfuge (zu Deutsch: TĂ€uschung, List) auf den VorgĂ€nger-Alben "I Do Birds" (2001) und "The Legendary Eifel Tapes" (2005) bewiesen haben: GespĂŒr fĂŒr prĂ€chtige Melodien und perfekte HarmoniegesĂ€nge, ambitionierte Arrangements, mitreißende Spielfreude.

Man fĂŒhlt sich gelegentlich an große britische oder US-amerikanische Vorbilder erinnert: The Kinks, Harry Nilsson, Beatles, Lemonheads, Wilco, Teenage Fanclub. Und doch ist der in Liedern wie "There Is A Light", "Vacant Lots" oder "Four Slice Toaster" auch mal psychedelisch schillernde Sound dieser Band ein sehr eigener.

Subterfuge, das sind neben Schmidt noch Daniel Klingen (Schlagzeug), Kai Blankenberg (Bass), sein Zwillingsbruder Tom Blankenberg (Klavier, Keyboards), Lorenz Naumann (Produktion, Bass, Gitarre) und Thomas "Tommy" Baumhoff (Gesang, Gitarre). Schon frĂŒher waren ihre StĂŒcke auf sympathische Weise aus der Zeit gefallen - oder eben zeitlos schön.

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Dann kamen elf Kinder auf die Welt

"Bei uns ging es immer um Songs und Melodien. Als wir in den 90ern begannen, konnten da gar nicht so viele etwas mit anfangen", sagt Baumhoff. "Aber mittlerweile sehen wir, dass unser klassisches Songwriting doch viele Freunde da draußen hat."

Nach starken Band-Alben, Soloprojekten und FamiliengrĂŒndungen kommt das Comeback nun wie aus dem Nichts. "Eine Überraschung ist "Dots." fĂŒr uns selbst nicht", sagt Schmidt. "Wir hatten auch wĂ€hrend der Pause immer vor, irgendwann wieder weiterzumachen." Dann kamen aber "bei uns allen zwischen 2005 und 2016 auch erstmal haufenweise Kinder auf die Welt - elf insgesamt. Insofern gab es wahrlich andere PrioritĂ€ten", fĂŒgt Baumhoff hinzu.

Was die Band, deren Mitglieder ĂŒberwiegend im DĂŒsseldorfer Stadtteil Flingern leben, so besonders macht? "Möglicherweise liegt ein Teil des Zaubers im langen Zusammenspiel", sagt Baumhoff. "Ich glaube, wir haben uns in den 30 Jahren gemeinsamen Musikmachens einen ganz ordentlichen Werkzeugkasten an Möglichkeiten erspielt." Alles sei erlaubt, "und jeder bringt von woanders etwas mit", so Schmidt.

Oft ist bei nostalgisch veranlagten Pop-Kritikern ja die Rede von einer "besseren Welt", in der ein klassischer Pop-Song frĂŒher noch ein Riesenhit geworden wĂ€re. Auch bei neuen Subterfuge-Liedern im Sixties-Stil wie "Stephanie Said", "781" und "Little I Know" könnte man so denken. Lars Schmidt blickt auf die bescheidenen kommerziellen Erfolge seiner Band aber ohne Bitterkeit zurĂŒck.

Der Zeitgeist spielt keine Rolle fĂŒr sie

"Bei dem Thema sind wir Realisten, spĂ€testens seit wir im ersten Jahr unseres Bestehens mal auf einer Party gespielt haben und die Leute deutlich mehr Interesse am Freibier hatten", sagt der SĂ€nger. "In den 70ern in Amerika oder zu Beginn der 90er in England wĂ€re das vielleicht anders gewesen, aber der musikalische Zeitgeist um uns herum hat fĂŒr uns nie eine Rolle gespielt." Baumhoff ergĂ€nzt: "In der Tat erfahren wir erst heute und durch Soziale Medien, in wie vielen Biografien unsere Musik Spuren hinterlassen hat."

"Dots." ist wieder ein typisches Subterfuge-Album geworden - in dem Sinne, dass man es als Ganzes genießen sollte, auch weil es kein FĂŒllmaterial gibt. "Wir hoffen natĂŒrlich, dass die Menschen sich die Platte in Ruhe durchhören", sagt Schmidt. "Aber macht das heute ĂŒberhaupt noch jemand? Also außer uns, da sind wir selbst als Hörer und Fans von Musik wahrscheinlich wirklich von gestern."

Die "Dots."-Platte soll nun ein Neustart sein - aber ohne Hektik und ohne Druck: "Ans Aufhören haben wir auch wÀhrend der Pause keinen Moment lang gedacht", sagt Schmidt. "Wir waren allerdings nie die Schnellsten, also kann es mit einer nÀchsten Platte noch dauern. Aber sie wird kommen - und auch nicht erst in 17 Jahren."

Das Album "Dots." von Subterfuge erscheint am Freitag (4.3.) auf Less Records/Cargo.
Am Veröffentlichungstag 4. MĂ€rz wollen Subterfuge im DĂŒsseldorfer zakk Club ihre Album-Release-Party feiern (20.00 Uhr). Daran sollen sich weitere Konzerte in Deutschland anschließen.

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