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Perfektionist - Promi-Geburtstag vom 20. April 2019: Michael Mendl

Perfektionist  

Promi-Geburtstag vom 20. April 2019: Michael Mendl

20.04.2019, 00:03 Uhr | dpa

Perfektionist - Promi-Geburtstag vom 20. April 2019: Michael Mendl. Schauspieler Michael Mendl feiert seinen 75.

Schauspieler Michael Mendl feiert seinen 75. Geburtstag. Foto: Paul Zinken. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Wenn Michael Mendl auf der Straße unterwegs ist, kommt es schon mal vor, dass sich Leute gegenseitig anstupsen. "Viele kennen das Gesicht", sagt der Schauspieler, "aber sie kennen den Namen meistens nicht".

Nach seinen Schätzungen hat er im Theater und in Filmen jeweils rund 200 Rollen gespielt. Heute wird er 75 Jahre alt. Und wenn man an seinem Berliner Küchentisch sitzt, hat er viele Anekdoten zu erzählen.

Mendl kennt man auch wegen seiner Stirnfalten. Falten, die er schon mit Anfang 30 hatte. Mendl hat Kanzler Willy Brandt, den Kapitän in "Die Gustloff" und Papst Johannes Paul II. gespielt. Er wurde als General im Weltkriegsdrama "Der Untergang" in Hitlers Bunker zitiert und taucht derzeit in der Netflix-Serie "Dark" auf. Nun sitzt Mendl in seiner Wohnung in Berlin und steckt sich eine Zigarette an.

"Es gibt eine schöne Geschichte", sagt er. Als er noch in München gelebt habe, habe er Gartenabfälle weggebracht. "Und ich hatte meinen Blaumann an, mit weißen Flecken von Dispersionsfarbe." Eine ältere Dame habe ihn gesehen und gesagt: "Wir kennen Sie." Und dann habe er gesagt: "Jaja, ich weiß. Aus Ihrem Wohnzimmer oder Schlafzimmer. Ich weiß ja nicht, wo Sie Ihren Fernseher stehen haben."

Die Frau habe nur "Wohnzimmer" gehört und zu ihrem Mann gesagt: "Ach, das ist ja der Mann, der unser Wohnzimmer geweißelt hat." Das habe er dann stehen lassen, sagt Mendl. "Das ist doch süß." Mendl trägt ein gestreiftes Hemd und braune Weste. Geboren wird er 1944 im westfälischen Lünen. Sein Vater? Ein katholischer Priester, der der Mutter die Hochzeit verspricht, dann aber eine andere wählt.

Anfangs sei er von einer Tante zur nächsten gekommen. "Insofern hatte ich keine Heimat außer einer großen: Das war alles der Pott", erzählt Mendl. "Da schlurfte ich als Vierjähriger dreieinhalb Kilometer zum Kindergarten, mit einem rot lackierten Umhängetäschchen." Heimat sei für ihn der Bahndamm gewesen. Da habe er sein Ohr drangelegt. Die Stahlseile, mit denen die Signale gezogen worden seien, hätten für ihn Musik gemacht. "Das liebte ich."

Später studiert er kurz in Wien, geht an die Folkwangschule in Essen und steht ein Vierteljahrhundert auf Theaterbühnen. "Als ich dann im zarten Alter von 49 Jahren zum Film ging, habe ich wahnsinnig Glück gehabt." Er spielte zwar auch den TV-Charmeur. Aber er sei kein strahlender Liebhaberheld, sagt Mendl. "Sondern ich bin ein Charakterheld. Ich spiele die schweren, auch die bösen Rollen."

Mendl spricht fast druckreif und verfällt auch mal ins Jemand-Anderes-Sein. Er lacht, wird laut, schwäbelt. Er benutzt Wörter wie "Dönekes" und zieht Parallelen zu Kant. Er stand viel vor Kameras. Sehr viel, wie er heute sagt. "Dafür arbeite ich jetzt gar nichts mehr." Er beschwere sich nicht darüber, dass die Rollen weniger geworden seien. "Aber ich bin ein bisschen traurig."

Auf seinem Tisch füllt sich langsam der Aschenbecher. In Mendls Küche steht ein Billardtisch. Den habe er schon immer haben wollen. Viele Möbel hat er selbst restauriert. Mendl mag Holz. "Wenn ich hier beim Frühstück sitze, gucke ich oft den Parkettboden an. Selbst nach zehn Jahren staune ich immer noch, wie man so etwas verlegt."

Mendl steht in Berlin öfter auf Gästelisten von Premieren und Galas. Er hat sich für die Rettung des Regenwalds engagiert und für einen Verein gegen die Kinderkrankheit Noma. Wahrscheinlich spiele er demnächst einen Nazi-Schergen, aber er will noch nicht zu viel verraten. Das Projekt sei noch in der Vorbereitung.

In seiner Küche gibt es unten am Schrank noch einen Spalt, über den er sich manchmal ärgere. Irgendwann werde er das richten, sagt er. "Ich bin leider ein bisschen ein Perfektionist." Wenn eine Kleinigkeit unlösbar scheine, fummle er lange daran herum. Manchmal stünden Aufwand und Ergebnis gar nicht im Verhältnis. Ob er mit dem Alter ruhiger und geduldiger geworden ist? "Nein", sagt er. Ich werde jetzt zwar 75, aber nein. Ich glaube sogar, dass ich mit dem Alter ungeduldiger geworden bin. Aber ich mir noch nicht sicher."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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