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Allrounder - Voller Pläne: Bernd Stelter wird 60

Allrounder  

Voller Pläne: Bernd Stelter wird 60

18.04.2021, 10:41 Uhr | dpa

Allrounder - Voller Pläne: Bernd Stelter wird 60. Der Kölner Kabarettist Bernd Stelter feiert am 19.

Der Kölner Kabarettist Bernd Stelter feiert am 19. April 2021 seinen 60. Geburtstag. Foto: Marius Becker/dpa. (Quelle: dpa)

Köln (dpa) - Die 60 schrecke ihn nicht, sagt Bernd Stelter - im Gegenteil: "60 Jahre, das ist völlig okay. Man kann vieles genießen und entspannter sein", meint der Kölner Kabarettist, der am 19. April seinen runden Geburtstag feiert.

"Die Kinder sind groß, ich bin seit über 30 Jahren glücklich verheiratet und muss nicht nach Frauen Ausschau halten." Und beruflich habe er viel Interessantes erlebt, so dass er sich da nichts mehr beweisen müsse.

Der künstlerische Allrounder - er schreibt, singt, moderiert und steht auf Theaterbühnen - hatte als junger Mann zunächst Volkswirtschaft studiert. "Irgendwann stellte sich aber die Frage: Konzentriere ich mich jetzt ganz darauf und hänge die Gitarre an den Nagel - oder nicht?" Stelter entschied sich für eine Karriere als Künstler. "Ich dachte: Sonst sitzt Du mit 44 zwar in einem klimatisierten Büro, hast aber eine Chance verpasst", erzählt er und fügt hinzu: "Und als ich dann 44 war, habe ich rückblickend gesagt: Das war die richtige Entscheidung."

Dem TV-Publikum wurde der in Unna geborene Stelter vor allem durch die frühere RTL-Show "7 Tage, 7 Köpfe" bekannt, wo er an der Seite von Rudi Carrell die vergangene Woche satirisch Revue passieren ließ. Zehn Jahre lang moderierte er im WDR-Fernsehen die Quizsendung "Das NRW-Duell".

Seine Wurzeln liegen im Karneval, wie Stelter betont. Seit mehr als 30 Jahren ist er dort aktiv und gilt seit langem als einer der profiliertesten Redner im Kölner Sitzungskarneval. Dementsprechend traurig war es für ihn, dass die närrische Zeit dieses Mal wegen der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt gefeiert werden konnte. "Aber trotzdem hat der Karneval für mich stattgefunden." Für seine Fans hatte er einen Karnevals-Kalender ins Netz gestellt, zusammen mit anderen Künstlern trat er in Autokinos und der Lanxess-Arena auf. "Aber klar: Noch so eine Session will ich natürlich nicht erleben." 

Die Auftritte vor Publikum fehlen ihm - sowohl im Karneval als auch als Kabarettist. Wann er mit seinem aktuellen Programm "Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende" wieder durch die Säle touren kann, ist noch ungewiss. "Ich bin eine Rampensau, ich will auf der Bühne stehen", sagt Stelter.

Die lange Schließung der Theater wegen der Pandemie sieht er mit großer Sorge: "Wenn jetzt nicht bald was passiert, werden viele private Theater pleitegehen. Das wäre ein Desaster." Auch zahlreiche Künstler-Kollegen stünden wegen fehlender Einnahmen am Abgrund. Für ihn selbst sei Corona zwar mit vielen Einschränkungen verbunden, aber nicht existenzbedrohend. "Es ist wichtig, mehrgleisig zu fahren."

Stelter hat das vergangene Corona-Jahr unter anderem zum Schreiben genutzt. Kürzlich erschien der dritte Band seiner Camping-Krimi-Reihe. Entstanden sei das Buch größtenteils in Holland, wo Stelter ein Mobile Home auf einem Campingplatz in Walcheren besitzt. "Das ist mein zweites Zuhause", sagt Stelter - das erste ist in der 50.000-Einwohner-Stadt Bornheim bei Bonn.

Während viele Menschen in der Corona-Zeit über Gewichtszunahme klagen, passierte bei Stelter das Gegenteil: "Seit vergangenen April habe ich rund 25 Kilo abgenommen." Und zwar ohne Diät. Er ernähre sich bewusst, aber im Wesentlichen sei das Schwinden der Pfunde auf mehr Bewegung zurückzuführen. "Zu meinem Geburtstag im letzten Jahr habe ich ein Fitness-Armband bekommen. Seitdem habe ich es mir angewöhnt, mindestens 10.000 Schritte pro Tag zu gehen."

Seinen 60. Geburtstag wird er wohl Zuhause im kleinen Familienkreis feiern. Spezielle Wünsche zu seinem Ehrentag habe er nicht, aber viele Pläne. Er arbeite an neuen Geschichten und einem Sachbuch und hoffe, dass er vielleicht im Herbst wieder auftreten könne. "Ich habe für die Zukunft vieles vor, aber eines nicht: Jemals in Rente zu gehen", sagt er bestimmt. "Wahrscheinlich werde ich irgendwann später mal etwas weniger arbeiten, aber ich werde nie ganz aufhören."

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