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Michael Patrick Kelly: "Deswegen komme ich mit der Corona-Krise gut klar"

INTERVIEWMichael Patrick Kelly zu Corona  

"Deswegen komme ich mit dieser Krise ganz gut klar"

11.04.2020, 18:10 Uhr
Michael Patrick Kelly: "Deswegen komme ich mit der Corona-Krise gut klar". Michael Patrick Kelly: Der Musiker verbrachte sechs Jahre lang im Kloster. Dadurch kann er mit der aktuellen Situation, ausgelöst durch die Coronavirus-Pandemie, relativ gut umgehen. (Quelle: TVNOW / Markus Hertrich)

Michael Patrick Kelly: Der Musiker verbrachte sechs Jahre lang im Kloster. Dadurch kann er mit der aktuellen Situation, ausgelöst durch die Coronavirus-Pandemie, relativ gut umgehen. (Quelle: TVNOW / Markus Hertrich)

Mit Extremsituationen kennt sich Michael Patrick Kelly aus. Auch in der Corona-Krise kommt der Sänger privat gut klar. Im Interview verrät er, was ihm dennoch Sorgen bereitet.

Ständig neue Nachrichten – und fast alle nur zu einem Thema. Gefühlt vergeht keine Stunde ohne eine Pushmitteilung zu den Entwicklungen in der Coronavirus-Pandemie. Dazu kommt die fehlende Freiheit, seit Wochen sieht man kaum etwas anderes als die eigenen vier Wände und den Kiez, in dem man zu Hause ist. Freundinnen und Freunde möchte man gerne mal wieder umarmen, statt sie nur auf dem Bildschirm zu sehen. In dieser Situation stecken wir alle, natürlich auch Michael Patrick Kelly.

Wie der 42-Jährige die Lage wahrnimmt und was er daraus Positives ziehen kann, erzählt der diesjährige "Sing meinen Song"-Gastgeber t-online.de in einem telefonischen Interview. 

t-online.de: Was macht die Corona-Krise mit Ihnen persönlich? Wie gehen Sie mit dieser Situation um?

Michael Patrick Kelly: Ich bin ja in einem Vagabunden-Lifestyle groß geworden, war immer auf Reisen. Im Vergleich dazu war der Gang ins Kloster von heute auf morgen ein krasser Cut mit meinen Gewohnheiten. Keine Musik, keine Partner, keine Familie, keine Konzerte. Dafür Stille, ein geregeltes Leben zusammen mit Mönchen aus verschiedenen Ländern, die alle Fremde für mich waren. Das war schon sehr herausfordernd, diese Umstellung zu bewältigen. Als ich nach sechs Jahren zurück ins weltliche Leben gekehrt bin, war das wieder eine heftige Umstellung. Deswegen kann ich mit Situationen, die das Leben extrem verändern, sehr gut umgehen. Ich habe da keine großen Probleme mit, anders als vielleicht Menschen, die jetzt das Gefühl haben, sie verlieren sich selbst. Ich habe meine Sicherheit im Glauben an Gott. Das ist nicht sowas daher Gesagtes, das ist etwas ganz Konkretes. Ich habe sehr viel Vertrauen und Hoffnung. Deswegen komme ich mit dieser Krise ehrlich gesagt ganz gut klar.

Hintergrundinformation
Michael Patrick Kelly verabschiedete sich 2004 aus der Öffentlichkeit und zog als Mönch zuerst in ein Kloster in Frankreich und schließlich in eines in Belgien. Er blieb dort sechs Jahre, studierte unter anderem Philosophie und Theologie. 2010 kehrte er zurück ins weltliche Leben und machte wieder Musik. Seit 2015 auch wieder im großen, kommerziellen Stil.

Können Sie dem Ganzen dann vielleicht sogar etwas Positives abgewinnen?

Ja, man muss natürlich vorsichtig sein, etwas positiv zu sehen, während Menschen sterben. Aber tatsächlich habe ich aktuell viel mehr Kontakt zu den Menschen, die ich liebe, weil ich vorher ja nur unterwegs war. Im Kloster habe ich gelernt, dass man Dinge, auf die man verzichten muss, dann erst zu schätzen lernt. Im Moment verzichten wir auf einen Handschlag, eine Umarmung, den Besuch der Großeltern. Da merkt man erstmal, wie selbstverständlich das alles für uns war, wie wertvoll das eigentlich ist. Solche Kleinigkeiten einfach.

Meistens ist es aber auch so, dass ich im Nachhinein Dinge besser verstehe, als wenn ich sie gerade erlebe. Ich glaube, vielen von uns wird das in einem oder einem halben Jahr bewusster, was wir aus dieser Krise noch alles Positives ziehen können.

Wohin führen Ihre Gedanken Sie in dieser Zeit?

Ich denke viel an die Menschen an vorderster Front. Die Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um andere zu retten. Und an die vielen Menschen, die allein sterben, die sich nicht von ihren Angehörigen verabschieden dürfen. Das muss so schlimm sein für die Familien. Da gehen meine Gedanken gerade hin.

Für Sie ist es ja auch beruflich eine ungewohnte Situation.

Ja, das ist natürlich schwer, wenn man Tourneen nicht spielen kann und ins Ungewisse verschieben muss, was viele Kollegen gerade trifft . Aber das Schöne ist, dass die Leute die Tickets behalten und nach der Krise werden sie kommen und dann wird man erst recht feiern. Es ist schon krass, welche Freiheit uns genommen wird durch das Virus. Ich versuche, in meiner kleinen Welt auch eine Hilfe für andere zu sein. In meiner Crew sind beispielsweise viele Freiberufliche. Ich spreche mit ihnen und frage, ob jemand in Not ist. Die Jungs haben ja auch Kinder. Nicht, dass jemand die Brücke nicht schlagen kann, wenn es vorbei ist. Unabhängig von der Musik unterstütze ich auch lokale Betriebe und bestelle dort oft etwas zum Essen zum Mitnehmen, weil die sonst komplett bankrottgehen. 

Ja, man merkt, dass die Menschen untereinander gerade sehr aufeinander achten.

Genau. Es wäre schön, wenn wir nach dieser Krise nicht so weiter machen, wie vor dieser Krise. Dass wir das Positive mitnehmen, um die Menschheit zu verbessern. Außer Weihnachten gab es ja nie einen Tag im Jahr, wo alle mal Stopp gemacht und innegehalten haben. Jetzt gibt es diesen Stopp seit Wochen in der ganzen Welt. Das ist vielleicht eine Chance für uns alle, für die Umwelt, aber auch für den zwischenmenschlichen Umgang. 

Vielen Dank für das Gespräch!

Ein schneller Blick auf die Karriere von Michael Patrick Kelly

Michael Patrick Kelly wurde schon als Teenager durch Songs und Auftritte mit seiner Familie als Kelly Family berühmt. Im Alter von 15 Jahren komponierte er den weltweit bekannten Hit "An Angel". Damit kam es Mitte der Neunzigerjahre zum Durchbruch für die musikalische Großfamilie. Ein regelrechter Hype entstand.

Konzert in der Berliner Waldbühne 1994: Während dieser Zeit konnte Michael Patrick Kelly, damals Paddy genannt, aufgrund des Hypes kaum allein auf die Straße gehen. (Quelle: imago images / BRIGANI-ART)Konzert in der Berliner Waldbühne 1994: Während dieser Zeit konnte Michael Patrick Kelly, damals Paddy genannt, aufgrund des Hypes kaum allein auf die Straße gehen. (Quelle: imago images / BRIGANI-ART)

Nach einer Zeit im Kloster kehrte Michael Patrick Kelly langsam wieder zurück ins Business, von da an als Solokünstler. Während einige seiner Geschwister seit 2017 wieder als Kelly Family auftreten, bleibt er weiter auf seinen eigenen Pfaden. Neben "Sing meinen Song" war er zuletzt auch als Coach bei "The Voice Kids" und "The Voice of Germany" zu sehen.

Die neue Staffel von "Sing meinen Song" startet am 5. Mai 2020 um 20.15 Uhr bei Vox. In diesem Jahr lädt Michael Patrick Kelly zum zweiten Mal als Gastgeber nach Südafrika ein. Mit dabei sind die Sängerinnen und Sänger LEA, Ilse DeLange, Nico Santos, MoTrip, Max Giesinger und Jan Plewka. Elf neue Folgen laufen immer dienstagabends.

Verwendete Quellen:
  • Telefongespräch mit Michael Patrick Kelly
  • eigene Recherchen
  • Pressemitteilung von Vox
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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