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Goldene Kamera: Dunja Hayalis bewegende Rede gegen Hass

Goldene Kamera 2016  

Dunja Hayali bewegt mit emotionaler Rede gegen den Hass

07.02.2016, 15:07 Uhr | dpa

Goldene Kamera: Dunja Hayalis bewegende Rede gegen Hass . Dunja Hayali hält bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" eine emotionale Rede. (Quelle: Reuters)

Dunja Hayali hält bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" eine emotionale Rede. (Quelle: Reuters)

Es war einer der berührendsten Momente bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" am Samstagabend in Hamburg: ZDF-Moderatorin Dunja Hayali erhielt den Preis für die "Beste Information" und hielt daraufhin mit Tränen in den Augen eine Rede gegen Hass und "Lügenpresse"-Vorwürfe.

Die 41-Jährige fragte: "Glaubt eigentlich irgendjemand, dass das irgendwas bringt, dieser ganze Hass?" Als Journalistin werde sie wie viele ihrer Kollegen auch für die Berichterstattung zur Flüchtlingskrise angegriffen. "Warum tust du dir das mit dem Hass in den sozialen Medien und auch in den Leserbriefen an?", werde sie oft von Freunden gefragt.

"Wir machen Fehler - deshalb sind wir aber noch lange keine Lügner"

Hayali wandte sich direkt an die Kritiker. "Seien Sie offen!", bat sie. "Legen Sie doch gern den Finger in die Wunde und streiten Sie mit uns, diskutieren Sie mit uns, weisen Sie uns auf Fehler hin. Wir sind Journalisten, wir sind keine Übermenschen, wir machen Fehler - deshalb sind wir aber noch lange keine Lügner." Die Worte der 41-Jährigen rissen die Gala-Gäste, darunter viele Journalisten und Schauspieler, von den Rängen und spiegelten sich in betroffenen Gesichtern.


"Immer an den Fakten orientiert"

Die ZDF-Moderatorin, Tochter christlich irakischer Auswanderer und geboren in Deutschland, war für ihre objektive Berichterstattung über die Flüchtlingskrise mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet worden. "Sie stellt ganz klare Fragen und konfrontiert ihr Gegenüber auch mit deren widersprüchlichen Aussagen. Immer an den Fakten orientiert, ohne sich selber in den Vordergrund zu spielen", erklärte die Jury.

So hatte Hayali zum Beispiel im Herbst vergangenen Jahres von einer AfD-Demonstration in Erfurt berichtet. Sie ließ ihre Gesprächspartner einfach reden. Das ZDF-Morgenmagazin veröffentlichte auf Facebook das gesamte Interviewmaterial, um Zensur- und Manipulations-Vorwürfe zu entkräften. Das Video - und Hayalis journalistische Leistung - erhielt im Internet große Aufmerksamkeit. Die Moderatorin macht auf Facebook immer wieder transparent, welche Beschimpfungen und Bedrohungen sie erreichen, und reagiert mit differenzierten Appellen.

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