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Mit vollem Körpereinsatz: Götz George in seiner letzten Rolle

t-online, Nina Bogert-Duin

Aktualisiert am 03.10.2016Lesedauer: 2 Min.
In dem ARD-Film "Böse Wetter - Das Geheimnis der Vergangenheit" ist Schauspiellegende Götz George in seiner letzten TV-Rolle zu sehen.
In dem ARD-Film "Böse Wetter - Das Geheimnis der Vergangenheit" ist Schauspiellegende Götz George in seiner letzten TV-Rolle zu sehen. (Quelle: ARD Degeto/Daniela Incoronato)
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Dieser traurige Beigeschmack war eigentlich nicht gewollt: In dem Fernsehfilm

In dem Bergbau-Drama zur deutsch-deutschen Vergangenheit spielt George den Minen-Baron Ferdinand Türnitz - eine wenig durchsichtige Gestalt. Als der Geophysiker Leonard Gehra (Matthias Koeberlin) im Harz neue Abbaumethoden für Silbervorkommen anwenden will, bricht ein alter Konflikt auf: In den siebziger Jahren spielte Türnitz eine verdächtige Rolle im Zusammenhang mit den Tod von Gehras Vater.

George in seinem Element: fluchen, poltern raufen

Koeberlin und George müssen in ihren Rollen einige Szenen untertage spielen. Sie rutschen im Dreck, klettern über nachgebende Steinhaufen, fluchen, bedrängen sich und raufen miteinander. Alles im flackernden Schein der Stirnlampen.

Wie schon zu besten "Schimi"-Zeiten habe George darauf bestanden die anstrengenden Stunts selbst auszuführen - mit immerhin 76 Jahren. Produzent Michael Gebhart: "Besonders in Erinnerung ist mir eine Szene mit ihm. Er ist auf allen Vieren einen aufgeschütteten Haufen aus Fels-Schutt hochgeklettert, hat sich – oben angekommen – durch ein enges Loch gezogen, um auf der anderen Seite nach unten zu kriechen. Und das mehrmals. Respekt! Ich war beeindruckt, wie fit er in seinem Alter war."

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George schafft den Umbruch zum Sanften

Trotz dieser physischen Präsenz gibt George seiner Figur Türnitz etwas Sanftes, Kümmerndes. Zwar brüllt er seine Assistentin Kathrin (Catherine Bode) gerne von der Seite an und weist die forsche Wissenschaftlerin in ihre Schranken, doch im nächsten Moment wird seine Stimme leise, fast zart und George-typisch.

Dass er nicht nur als polternder Machtmensch auftritt, dabei hilft ihm sein kleiner Co-Star Claudio Schulte. Der spielt in "Böse Wetter" Georges Filmsohn Valentin. Und dank ihm wird Ferdinand Türnitz zwischendurch lammfromm. Brummig zwar, doch der Kleine hält ihn auf Trab und lässt ihn seine verletzliche Seite zeigen. Dennoch ist klar, dass der Charakterschauspieler Götz George in seiner 50 Jahre währenden Karriere jede Menge viel stärkerer Rollen umgesetzt hat.

Als Gesamtwerk bleibt der Film eher lau

Im Übrigen hält der Film wenig Überragendes bereit. In einer malerischen Harz-Kulisse gedreht, folgt Regisseur Johannes Grieser in seiner Inszenierung zu sehr dem Durchschnittsformat eher lauer TV-Unterhaltung.

Man erwischt sich allerdings als Zuschauer auch dabei, sich vor allem auf Götz GeorgeS Spiel zu konzentrieren und die anderen Rollen außer Acht zu lassen. Dennoch bleiben Figuren wie die von Liane Forestieri dargestellte Nina, oder Türnitz' Ehefrau Susanne (Alexandra von Schwerin) eher blaß und konturlos. Lediglich Gudrun Landgrebe als Ilona Gehra und Matthias Koeberlin als deren Sohn, sowie eine selbstbewusste Catherine Bode können neben Götz George bestehen.

"Böse Wetter - Das Geheimnis der Vergangenheit", 3. Oktober 2016, 20.15 Uhr, ARD

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Von Simone Vollmer
  • Steven Sowa
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