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WDR rechtfertigt kritisierte Berichterstattung

Von t-online, sow

Aktualisiert am 16.07.2021Lesedauer: 2 Min.
VerwĂŒstung durch Tief "Bernd": Diese Aufnahmen zeigen, wie angespannt die Hochwasserlage am Freitag im Westen Deutschlands noch ist. (Quelle: t-online)
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Kritiker werfen dem grĂ¶ĂŸten ARD-Sender vor, die BĂŒrger von NRW nicht ausreichend ĂŒber den Starkregen informiert zu haben. Der WDR rĂ€umt Defizite ein – und auch der News-Chef nimmt nun Stellung.

Wenn die Flut kommt, ist es bereits zu spĂ€t. Wassermassen bahnen sich ihren Weg, verschlingen Autos, HĂ€user und Menschen. In den heftig betroffenen Gebieten in Nordrhein-Westfalen wie der 350.000-Einwohner-Stadt Wuppertal warnten daher Sirenen die Bewohner vor dem Hochwasser, das ĂŒber die Ufer trat.


Tote, SchÀden, Chaos: Flutkatastrophe in Deutschland

TrĂŒmmer in Bad Neuenahr im Kreis Ahrweiler: Allein in der Kreisstadt werden die AufrĂ€umarbeiten Monate dauern, prognostizieren die Behörden.
Freiwillige helfen bei den AufrÀumarbeiten in Mayschoss in der Verbandsgemeindet Altenahr: Tagelang war der Ort von Hilfe abgeschnitten, seit Sonntag ist auch die Bundeswehr im Ort.
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Doch auch die Medien sind fĂŒr Warnhinweise unerlĂ€sslich. Radio, Fernsehen, Internet: Auf all diesen KanĂ€len ist der grĂ¶ĂŸte Sender der Region, der WDR, vertreten. Hier informiert Sie t-online ĂŒber alle laufenden Entwicklungen der Flut-Katastrophe. Doch am Donnerstag wurde die öffentlich-rechtliche Senderanstalt fĂŒr seine teils geringe Berichterstattung in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag heftig kritisiert. Von "unterlassener Hilfeleistung" und "Totalausfall" war die Rede, t-online fasste die Stimmen zusammen – und erhielt bereits eine Stellungnahme des WDR.

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Jetzt hat sich auch Stefan Brandenburg, Chef des WDR-Newsroom, in einem Interview mit dem Medienmagazin "DWDL" ausfĂŒhrlich zur Kritik geĂ€ußert.

Stefan Brandenburg: Der WDR-Newsroom-Chef steht nach der hart kritisierten Unwetterberichterstattung Rede und Antwort.
Stefan Brandenburg: Der WDR-Newsroom-Chef steht nach der hart kritisierten Unwetterberichterstattung Rede und Antwort. (Quelle: WDR/Linda Meiers)

So formuliert der Journalist den bemerkenswerten Satz: "Im Nachhinein ist man immer klĂŒger." Und rĂ€umt vor allem mit Blick auf die Radio-Berichterstattung in den dramatischen Stunden ein: "NatĂŒrlich hĂ€tte man in Anbetracht des Ausmaßes in der Nacht entscheiden sollen, dass WDR 2 aus der ARD-Nachtversorgung aussteigt und eine eigene Sondersendung macht."

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Bereits am Donnerstag gab eine WDR-Sprecherin auf Nachfrage von t-online zu, dass insbesondere die Berichterstattung aus Wuppertal nicht ausreichend erfolgt war: "Wir teilen die EinschĂ€tzung, dass der WDR noch umfangreicher aus Wuppertal hĂ€tte berichten mĂŒssen". Schuld sei laut Sender die Flut selbst gewesen, da "das dortige WDR-Studio selbst so stark vom Unwetter betroffen" gewesen sei, dass es ab 3.00 Uhr nachts "nicht mehr selber senden konnte".

Personelle KapazitÀten geraten an ihre Grenzen

Laut Brandenburg seien gewisse VersÀumnisse auch den "KapazitÀten" geschuldet gewesen. Obwohl die Lage sich absehbar verschlimmerte, war man beim WDR nicht ausreichend personell ausgestattet, um entsprechend alle Krisenregionen mit Reportern abdecken zu können.

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Bemerkenswert ist diese kritische Selbstreflexion auch deshalb, weil bereits im Jahr 2014 VorwĂŒrfe gegen den WDR laut wurden. Damals gab unter anderem Wetterexperte Jörg Kachelmann dem Sender eine Mitschuld daran, dass Menschen aufgrund mangelnder Informationen ihr Leben ließen. Darauf angesprochen lenkt der Newsroom-Chef des WDR ein und meint: "Alles geht immer noch besser. Aber wir waren die ganze Nacht mit Reporter:innen draußen und haben im 15- oder 30-Minuten-Takt aktuell informiert und berichtet". Der Schwerpunkt habe auf "der Primetime" gelegen, auch deshalb sei nachts wenig berichtet worden. Brandenburg stellt klar: "Der WDR war in den vergangenen 48 Stunden mit ĂŒber 100 Reporter:innen an 108 Orten im Einsatz."

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Der WDR ist der grĂ¶ĂŸte Sender der ARD-Gemeinschaft. TĂ€glich arbeiten insgesamt ĂŒber 4.200 Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten in Nordrhein-Westfalen fĂŒr die Angebote im Fernsehen, Radio und Internet – und das sind nur die Festangestellten. Freie Reporterinnen und Reporter sind in dieser Aufstellung noch nicht enthalten.

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