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Was bringt die Alkohol-Wegfahrsperre?

Von dpa
Aktualisiert am 27.01.2020Lesedauer: 2 Min.
Um alkoholbedingte VerkehrsunfĂ€lle zu vermeiden, sollten Neufahrzeuge kĂŒnftig mit einer Alkohol-Wegfahrsperre ausgerĂŒstet sein, fordert die Unfallforschung der Versicherer (UDV).
Um alkoholbedingte VerkehrsunfĂ€lle zu vermeiden, sollten Neufahrzeuge kĂŒnftig mit einer Alkohol-Wegfahrsperre ausgerĂŒstet sein, fordert die Unfallforschung der Versicherer (UDV). (Quelle: --/DrĂ€ger/dpa./dpa)
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Goslar (dpa) - Um mittelfristig alkoholbedingte VerkehrsunfĂ€lle vollstĂ€ndig zu unterbinden, sollten Neufahrzeuge kĂŒnftig grundsĂ€tzlich mit einer Alkohol-Wegfahrsperre ausgerĂŒstet sein. Diese Forderung hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) vor Beginn desVerkehrsgerichtstagsin Goslar (29. bis 31. Januar) erneuert.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) nannte den Vorschlag "innovativ und spannend". Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war Alkohol am Steuer im Jahr 2018 in Deutschland die Ursache fĂŒr knapp 14.000 UnfĂ€lle mit Personenschaden.

Alkohol-UnfÀlle lassen sich vermeiden

"Wenn alle betrunkenen Fahrer auf diese Weise durch die Technik am Starten eines Kraftfahrzeugs gehindert wĂŒrden, gĂ€be es keine Alkohol-UnfĂ€lle mit Toten und Verletzten mehr", sagte der Leiter der Unfallforschung, Siegfried Brockmann. Er verwies dabei auf eine bisher unveröffentlichte UDV-Studie zur Wirksamkeit von Programmen mit sogenannten Alkohol-Interlock-GerĂ€ten in anderen LĂ€ndern. Bei den Apparaten handelt es sich um ein Atemalkohol-MessgerĂ€t mit einer Wegfahrsperre.

"In den angloamerikanischen LÀndern und auch in Europa gibt es bereits vielfÀltige Erfahrungen mit atemalkohol-gesteuerten Wegfahrsperren", sagte Brockmann. "Diese zeigen, dass in Fahrzeugen eingebaute entsprechende GerÀte effektiv Trunkenheitsfahrten verhindern."

Neue EU-Richtlinie erforderlich

Der Verkehrsgerichtstag hatte sich im vergangenen Jahr mit dem Thema Wegfahrsperren fĂŒr Alkohol-SĂŒnder befasst. Das Gremium plĂ€dierte damals dafĂŒr, dass ErsttĂ€tern mit Alkoholwerten unter 1,6 Promille die Möglichkeit gegeben werden solle, durch den Einbau eines Alkohol-Wegfahrsperre in ihr Fahrzeug ein Fahrverbot zu verkĂŒrzen oder die vollstĂ€ndige Entziehung der Fahrerlaubnis zu vermeiden. In Deutschland mĂŒssten dafĂŒr aber Gesetze geĂ€ndert werden, sagte Brockmann. Es sei nicht ersichtlich, dass daran gearbeitet werde.

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Einfacher wĂ€re es, eine EU-Richtlinie zu erweitern, sagte der Unfallforscher. Die Staaten der Gemeinschaft hatten im November vergangenen Jahres beschlossen, dass ab dem Jahr 2022 in Neuwagen eine Vorrichtung fĂŒr den Anschluss einer Alkohol-Wegfahrsperre eingebaut werden muss. "Die Fahrzeuge sollten verbindlich jedoch nicht nur eine solche Schnittstelle, sondern auch eine Alkohol-Wegfahrsperre bekommen", verlangte Brockmann. Autofahrer mĂŒssten dann vor dem Losfahren zur Kontrolle in ein Röhrchen pusten. "Dies wĂŒrde schrittweise dazu fĂŒhren, dass es kaum noch alkoholbedingte UnfĂ€lle gibt."

RĂŒckfallquote verringern

Der ADAC halte zwar den Einbau einer Schnittstelle fĂŒr eine Alkohol-Wegfahrsperre fĂŒr sinnvoll, sagte ein Sprecher. Bei alkoholauffĂ€lligen Kraftfahrern könnten Alkohol-Interlocks dann in Kombination mit rehabilitativen Maßnahmen helfen, die RĂŒckfallquote zu verringern und die Fahreignung schneller wieder herzustellen. Den verpflichtenden Einbau von Alkohol-Interlocks in alle Pkw lehne der ADAC dagegen als unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ab.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat zeigt sich offener. "Ziel ist es, Alkoholfahrten in Deutschland zu verhindern", sagte Sprecherin Julia Fohmann. Ob dafĂŒr ein direkter Einbau von Alkohol-Wegfahrsperren in alle gewerblichen und privaten Fahrzeug vorgenommen werden muss, werde im DVR derzeit aber noch kontrovers diskutiert. Der 57. Verkehrsgerichtstag im vergangenen Jahr habe sich bekanntlich nicht dafĂŒr erwĂ€rmen können.

Beim diesjĂ€hrigen Verkehrsgerichtstag kommen in Goslar wieder bis zu 2000 Verkehrsexperten und Juristen aus VerbĂ€nden, Ministerien, Verwaltungen, Hochschulen und Gewerkschaften zusammen. Sie diskutieren unter anderem ĂŒber die Themen "AggressivitĂ€t im Straßenverkehr", "FahranfĂ€nger - neue Wege zur Fahrkompetenz" und "Elektrokleinstfahrzeuge".

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