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Welches Reisemobil ist das richtige f├╝r mich?

Christian Becker/Promobil

Aktualisiert am 05.05.2020Lesedauer: 11 Min.
Alkovenmobil, Integrierter, Teilintegrierter und Campingbus: Wer das passende Wohnmobil sucht, hat die Auswahl unter sehr verschiedenen Typen.
Alkovenmobil, Integrierter, Teilintegrierter und Campingbus: Wer das passende Wohnmobil sucht, hat die Auswahl unter sehr verschiedenen Typen. (Quelle: Ingolf Pompe/Promobil)
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Alkoven, Integriert, Teilintegriert und Campingbus: Was ist eigentlich was? Und was eignet sich f├╝r welchen Urlaubertyp? Hier finden Sie die wichtigsten Antworten rund ums Wohnmobil.

Das Wichtigste im ├ťberblick


  • Der Campingbus: Adria Twin 640 SL
  • Der Teilintegrierte: Adria Matrix Plus 670 SL
  • Der Integrierte: Adria Sonic Plus 700 SL
  • Das Alkovenmobil: Adria Coral XL Plus 670 SL
  • Die Wertung der vier Typen

Jedes Reisemobil hat andere Schwerpunkte, die wichtig f├╝r die Nutzung sind. Vor der Frage nach dem richtigen Grundriss gilt es erst mal den richtigen Aufbautyp zu finden. Wir haben uns vier Adria-Modelle mit Einzelbetten ausgesucht.


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Geben wir uns doch mal dem sch├Ânen Gedanken hin, dass Geld keine Rolle spielt. Welcher Aufbautyp passt dann am besten zu mir und meinem Einsatzzweck? Der schlanke Campingbus, der schnittige Teilintegrierte, der luxuri├Âse Integrierte oder doch der Alkoven als Familientransporter?

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Grunds├Ątzlich unterscheidet man zwischen Kastenwagen und aufgebauten Reisemobilen. Bei den aufgebauten erkennt man beim Teilintegrierten und Alkovenmobil noch das Original-Fahrerhaus. Beim Integrierten entwirft der Hersteller das gesamte Fahrzeug. Stellvertretend f├╝r die Gattung sind zum Konzeptvergleich der kompakte Adria Twin 640 SL, der Matrix Plus 670 SL, der Sonic Plus 700 SL und der Coral XL Plus 670 SL angetreten.

Alle Modelle haben Einzelbetten im Heck, die aufgebauten Mobile zudem noch Hub- oder Alkovenbetten. Die Grundpreise beginnen hier bei 43.699 Euro f├╝r den Twin und enden bei 74.199 Euro beim Sonic Plus.

Die erste Frage, die man sich stellen sollte: Mit wie vielen Personen wird das Fahrzeug genutzt? Der klassische Campingbus ist f├╝r den Zwei-Personen-Betrieb ausgelegt. Teilintegrierte bieten meist zwei bis vier Personen ausreichend Platz, ebenso die Integrierten. Alkoven sind bei vier bis sechs Personen die beste Wahl. Nat├╝rlich gibt es in allen Klassen auch Grundrisse f├╝r andere Besatzungsgr├Â├čen, doch f├╝r den Vergleich bleiben wir vorerst bei den g├Ąngigsten Aufteilungen.

Klingt voreilig, doch auch die Reisevorlieben sollten schon zu Anfang in die ├ťberlegung miteinflie├čen. Wer zum Beispiel auch im Winter auf Tour gehen m├Âchte, wird die prinzipiell bessere K├Ąlteisolation von Integrierten und grundrissabh├Ąngig auch Alkovenmobilen zu sch├Ątzen wissen. Und Fahrzeuggr├Â├če und Gewicht haben nicht nur Einfluss auf die Handlichkeit, sondern auch auf Folgekosten wie Maut und Verbrauch. Einstiegsfragen gekl├Ąrt? Dann widmen wir uns den Details.

Adria Twin 640 SL: Der Twin hat, wie alle Campingbusse, Au├čenspiegel mit kurzen Armen. Das Weitwinkelfeld kann man aber je nach Sitzposition schwer einsehen.
Adria Twin 640 SL: Der Twin hat, wie alle Campingbusse, Au├čenspiegel mit kurzen Armen. Das Weitwinkelfeld kann man aber je nach Sitzposition schwer einsehen. (Quelle: Ingolf Pompe/Promobil)

Der Campingbus: Adria Twin 640 SL

Ausgebaute Kastenwagen, auch Campingbusse genannt, markieren bei vielen Herstellern den Einstieg in die Reisemobilwelt. Vereinfacht ausgedr├╝ckt, sind sie Lieferwagen, die zur fahrenden Wohnung ausgebaut sind. Der Adria Twin 640 SL auf Fiat Ducato geh├Ârt mit 6,36 Metern zu den l├Ąngeren Modellen im Segment. Geschuldet ist das den L├Ąngsbetten, die naturgem├Ą├č Platz brauchen.

G├Ąngige andere L├Ąngen in der Klasse sind 5,99 oder 5,41 Meter. Mit 2,05 Meter Au├čenbreite kommt der Campingbus nahezu ├╝berallhin, wo auch eine Stra├če hinf├╝hrt. Die kompakten Ma├če bieten ideale Voraussetzungen f├╝r Freisteher, die fernab des Trubels von gro├čen Stell- und Campingpl├Ątzen ihre Freiheit genie├čen m├Âchten.

Der Twin 640 SL hat einen typischen Grundriss. Hinter der Schiebet├╝r steht die K├╝che mit einem zweiflammigen Gaskochfeld. Der K├╝hlschrank ist mit 90 Litern Volumen f├╝r einen Campingbus recht gro├č. Das 6,5-Liter-Frosterfach reicht f├╝r Eisw├╝rfel oder das Nachtischeis. Der Tisch der Dinette ist durch ein schwenkbares Element von 90 auf 123 cm verl├Ąngerbar. Somit k├Ânnen bis zu vier Personen bequem essen, denn auch die Sitzbank l├Ąsst sich hier auseinander ziehen. Insgesamt ist aber weniger Platz vorhanden als in den anderen Aufbautypen. Im Bad geht es kastenwagentypisch recht eng zu. Mit einem Vorhang wird der Raum zur Dusche, die aber nur f├╝r kleinere, schlankere Menschen gut nutzbar ist, zumal der Vorhang wie ├╝blich am K├Ârper klebt. F├╝r die Katzenw├Ąsche reicht der Platz aber immer.

Im Heck warten zwei Einzelbetten mit je 80 Zentimeter breiten Matratzen. Obwohl sie sich nach vorne auf 47 bzw. 74 Zentimeter verj├╝ngen, stellen sie den meisten normalgro├čen Schl├Ąfern mit 1,90 beziehungsweise 1,79 Meter L├Ąnge genug Platz zur Verf├╝gung. Einen gro├čen Kofferraum hat der Twin unter den Betten. Das rechte Bett kann hochgeklappt und fixiert werden. So entsteht ein gro├čer Laderaum, in dem dann sperrige Gegenst├Ąnde mit an den Urlaubsort reisen.

Serienm├Ą├čig hat der 640 SL etwa 3.500 Kilogramm Gesamtgewicht und damit rund 500 Kilogramm Zuladung; das optionale (schwerere) Maxi-Fahrgestell reduziert diese etwas, ist bei der L├Ąnge wegen der h├Âheren Achslasten und gr├Â├čerer Bremsen aber empfehlenswert.

Der aufpreispflichtige 148-PS-Motor an Bord macht das Fahren sehr angenehm. Der dynamisch-handliche Kasten hat auf der Autobahn genug Durchzugsreserven, und auch engere Landstra├čen verursachen keine schwitzigen H├Ąnde beim Piloten. Mit einem Verbrauch von 8,9 Litern f├╝r 100 Kilometer auf der rund 300 Kilometer langen Testrunde gibt sich der Twin dazu noch ausgesprochen sparsam.

Anlass zur Kritik geben die Sichtverh├Ąltnisse. Der Twin hat, wie alle Campingbusse, Au├čenspiegel mit kurzen Armen. Das Weitwinkelfeld kann man aber je nach Sitzposition schwer einsehen. Diesen Effekt verst├Ąrkt die eingesetzte Faltverdunklung, die am unteren Scheibenrand besonders dick auftr├Ągt, den Weitwinkelspiegel fast komplett verdeckt.

Adria Matrix Plus 670 SL: Serienm├Ą├čig sind 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Maximal 440 Kilogramm betr├Ągt die Zuladung dann ÔÇô sofern der Kunde keine Extras mitgeordert hat.
Adria Matrix Plus 670 SL: Serienm├Ą├čig sind 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Maximal 440 Kilogramm betr├Ągt die Zuladung dann ÔÇô sofern der Kunde keine Extras mitgeordert hat. (Quelle: Ingolf Pompe/Promobil)

Der Teilintegrierte: Adria Matrix Plus 670 SL

Die Klasse der Teilintegrierten boomt fast ebenso wie die der Campingbusse. Mit diesen gemeinsam haben sie auch das Original-Fahrerhaus, an das sich beim TI der meist elegant flache Aufbau anschlie├čt. Im Falle des Matrix Plus 670 SL f├Ąllt dieser mit 2,85 Meter H├Âhe allerdings etwas wuchtiger aus, denn in der Kuppel ├╝ber der Sitzgruppe ist ein Hubbett untergebracht. Ein Merkmal, das immer mehr Teilintegrierte an Bord haben. Oft wird dieser Schlafplatz mit einer eingesch├Ąnkten Kopffreiheit erkauft. Im Matrix bleibt sie mit 1,87 bis 2,07 Metern aber noch gut erhalten.

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Das Hubbett integriert sich hier so unauff├Ąllig ├╝ber der Dinette, dass man es bei einem fl├╝chtigen Blick in den Innenraum glatt ├╝bersehen kann. Auf Knopfdruck surrt der Schlafplatz elektrisch nach unten und gibt den Einstieg frei in eine 1,84 mal 1,23 Meter gro├če Schlafkoje.

Und obwohl die Matratze nur rund acht Zentimeter d├╝nn ist, liegt man ganz passabel. Ein Nachteil dieser Konstruktion: Ist das Bett unten, versperrt es die Aufbaut├╝re. Au├čerdem ist auch die Sitzgruppe blockiert.

Zusammen mit den beiden 80 Zentimeter breiten Einzelbetten hinten, mit 2,00 und 1,88 Metern L├Ąnge, wird der Matrix zum echten Vier-Personen-Mobil. Dazu passen auch die zahlreichen Verstaum├Âglichkeiten in den neun H├Ąngeschr├Ąnken.

Ein nettes Detail h├Ąlt der Kleiderschrank bereit. Unter dem Bett gelegen, f├Ąhrt die Kleiderstange elektrisch nach oben. Dabei hebt sie gleichzeitig den Lattenrost und die Matratze an. Das erm├Âglicht einen sehr komfortablen Zugang ohne gro├če Umbauarbeiten.

Im Heck wartet eine maximal 1,07 mal 1,10 mal 2,18 Meter gro├če Heckgarage. Serienm├Ą├čig sind 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Maximal 440 Kilogramm betr├Ągt die Zuladung dann ÔÇô ohne Extras. Weil das f├╝r vier Personen eher knapp ist, kann man kostenlos auf 3650 Kilogramm auflasten oder optional zum 4,4-Tonnen-Maxi-Chassis greifen. Das gibt es aber nur in Kombination mit den Motorvarianten mit 148 oder 177 PS.

Im Teilintegrierten sorgt der 130-PS-Basismotor f├╝r ausreichenden Vortrieb. An Steigungen gilt es allerdings fr├╝hzeitig zur├╝ckzuschalten, um sein Tempo zu halten. Auf der Vergleichsfahrt genehmigt sich der Matrix 9,8 Liter und ist damit recht sparsam f├╝r diese Aufbauart.

Einmal in Fahrt, ist die mit 7,39 Metern recht stattliche Au├čenl├Ąnge schnell vergessen. Die weit ausladenden Spiegel sorgen f├╝r eine gute Sicht nach hinten, und man kann das inklusive Spiegeln rund 2,80 Meter breite Mobil gut einsch├Ątzen. Im getesteten Matrix sind Parksensoren im Heck eingebaut, die beim Rangieren helfen. Aber f├╝r ein noch besseres und sichereres R├╝ckw├Ąrtsfahren empfiehlt sich die Investition in eine R├╝ckfahrkamera.

Am Stellplatz angekommen, l├Ądt eine f├╝r aufgebaute Mobile typische K├╝che mit Dreiflammkocher ein. Die Arbeitsfl├Ąche ist allerdings knapp bemessen. Im Gegensatz zum Campingbus reisen Vorr├Ąte hier im ├╝ppigen 160 Liter K├╝hlschrank. Auch die Sitzgruppe bietet mehr Platz als im Kompaktmobil. F├╝nf Personen k├Ânnen am ausreichend dimensionierten Tisch gut sitzen. Das ger├Ąumige Bad bietet eine separate Dusche.

Adria Sonic Plus 700 SL: Gro├če Spiegel im Omnibusstil erlauben immerhin eine gute Sicht nach hinten. Besonders Fahranf├Ąnger empfinden integrierte Modelle durch die weit entr├╝ckte Frontscheibe als gew├Âhnungsbed├╝rftig.
Adria Sonic Plus 700 SL: Gro├če Spiegel im Omnibusstil erlauben immerhin eine gute Sicht nach hinten. Besonders Fahranf├Ąnger empfinden integrierte Modelle durch die weit entr├╝ckte Frontscheibe als gew├Âhnungsbed├╝rftig. (Quelle: Ingolf Pompe/Promobil)
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Der Integrierte: Adria Sonic Plus 700 SL

Weiter geht es mit der K├Ânigsklasse. Integrierte Reisemobile sind die kostspieligste und prestigetr├Ąchtigste Mobilgattung. Der komplette Aufbau samt Front wird vom Hersteller entworfen und montiert. Integrierte wirken dadurch wie aus einem Guss, zeigen sich oft elegant.

Das gilt auch f├╝r den Adria Sonic mit seiner schwarzen Scheinwerfermaske und den Zierelementen an den Nebelleuchten. Mit 7,49 Metern ist der Integrierte das l├Ąngste Mobil in diesem Vergleich. Die Aufbaubreite liegt mit 2,32 Metern ebenfalls an erster Stelle. Mit 2,96 Metern bleibt der Sonic gerade noch unter drei Metern H├Âhe.

Den 700 SL gibt es zwar mit 3,5-Tonnen-Chassis, aber die Zuladung betr├Ągt dann selbst im besten Fall lediglich 300 Kilogramm. Beim Testwagen, einem 4,4-Tonner, ist die Nutzlast mit mehr als 1.000 Kilogramm allerdings mehr als ├╝ppig. Diese Freiheit erkauft man sich jedoch mit den entsprechenden Nachteilen bei Ortsdurchfahrten oder bei gewichtsbezogenen ├ťberholverboten.

Zudem ist bei Tempo 100 auf der Autobahn Schluss. Auf gut ausgebauten Stra├čen ist von der schieren Gr├Â├če zwar kaum noch etwas zu merken, aber engere Landstra├čen verlangen erh├Âhte Aufmerksamkeit. Gro├če Spiegel im Omnibusstil erlauben immerhin eine gute Sicht nach hinten. Besonders Fahranf├Ąnger empfinden Integrierte durch die weit entr├╝ckte Frontscheibe als gew├Âhnungsbed├╝rftig.

Ein Vorteil der Aufbauform ist jedoch nicht von der Hand zu weisen. Die breiteste Stelle ist vorne; passt man hier durch die Engstelle, reicht es auch f├╝r den Rest. Inklusive Spiegeln ist der Sonic sogar knapp zehn Zentimeter schmaler als der Matrix. Beim Verbrauch liegt er bei 11,6 Litern. Durchschnittlich f├╝r die Fahrzeugklasse, aber eben auch sp├╝rbar mehr als beim TI.

Die Innenausstattung entspricht bis auf einige Details der des Matrix und des Coral XL. Ein Hauptunterschied des Integrierten zeigt sich beim Hubbett. Im Sonic ist es so angebracht, dass zum einen die Aufbaut├╝re ohne Einschr├Ąnkungen nutzbar bleibt und zum anderen auch die Sitzbank am Esstisch nicht blockiert wird.

M├Âglich ist das, weil das Hubbett bei Integrierten weit vorne angebracht ist. Die Liegefl├Ąche f├Ąllt mit 1,88 mal 1,47 Metern ebenfalls gr├Â├čer aus als im TI. Vier Personen schlafen im Sonic also komfortabler. Die 80 Zentimeter breiten Matratzen im Heck sind mit 1,98 bzw. 1,84 Metern L├Ąnge minimal k├╝rzer als im Matrix Plus 670 SL.

Die Sitzgruppe bietet f├╝nf bis sechs Personen Platz, das Raumgef├╝hl ist aber gro├čz├╝giger als im ├Ąhnlich geschnittenen TI. Bad und K├╝che sind fast identisch ÔÇô inklusive gro├čem K├╝hlschrank samt Gefrierfach. Apropos Frost: Integrierte sind besonders wintertauglich, da es weniger K├Ąltebr├╝cken gibt. So ist etwa das Fahrerhaus besser ged├Ąmmt. Au├čerdem sind die M├Âglichkeiten der Isolation mit Doppelverglasung samt Verdunklungen in dieser Klasse besser als bei den anderen Aufbautypen. Der Sonic macht zudem mit einem serienm├Ą├čig beheizbaren und isolierten Abwassertank im Winterkapitel eine gute Figur.

Adria Coral XL Plus 670 SL: Als 3,5-Tonner hat der Coral XL im Serientrimm gerade mal 340 Kilogramm Zuladung. Im Vier- bis Sechs-Personen-Betrieb kommt man also nicht um das optionale 4,4-Tonnen Fahrgestell herum, das wie im Sonic erst ab 148 PS aufw├Ąrts verf├╝gbar ist.
Adria Coral XL Plus 670 SL: Als 3,5-Tonner hat der Coral XL im Serientrimm gerade mal 340 Kilogramm Zuladung. Im Vier- bis Sechs-Personen-Betrieb kommt man also nicht um das optionale 4,4-Tonnen Fahrgestell herum, das wie im Sonic erst ab 148 PS aufw├Ąrts verf├╝gbar ist. (Quelle: Ingolf Pompe/Promobil)

Das Alkovenmobil: Adria Coral XL Plus 670 SL

Das Alkovenmobil ist der Klassiker unter den Urlaubsautos: die Aufbauform, die vor allem Neulingen als erstes in den Sinn kommt. In der Realit├Ąt f├╝hren die Schlafnasen aber nur noch ein Nischendasein mit gut sechs Prozent Marktanteil bei den Neuzulassungen. Dabei gibt es gute Argumente, die f├╝r diese Aufbauform sprechen. Beispielhaft hierf├╝r im Vergleich: der Adria Coral XL Plus 670 SL.

Mit 7,39 Metern L├Ąnge und 3,09 Metern H├Âhe ist der Alkoven ein wuchtiges Fahrzeug. Aufmerksam sollte daher auf H├Âhenbeschr├Ąnkungen und niedrig h├Ąngende ├äste geachtet werden. Ein Aufkleber an der Frontscheibe mit der Fahrzeugh├Âhe hilft. Zu den speziellen Ma├čen kommen eben solche Fahreigenschaften.

Bei schnellerer Kurvenfahrt st├╝tzt sich das Mobil sp├╝rbar auf dem ├Ąu├čeren Vorderrad ab. Wegen des hohen Schwerpunkts und des Zusatzgewichts auf der Vorderachse haben es schnelle Ausweichman├Âver besonders in sich. Die stark ausgepr├Ągten Lastwechselreaktionen machen ESP in dieser Mobilklasse noch wichtiger als bei anderen Fahrzeugen. Im Coral ist es serienm├Ą├čig dabei.

GehtÔÇÖs geradeaus, schieben die optionalen 148 PS das keinesfalls aerodynamische Mobil erstaunlich wacker durch den Wind. Auf der Vergleichsfahrt brauchte der Coral mit 12,6 Litern jedoch am meisten Diesel auf 100 Kilometer. Dennoch liegt der Wert im Rahmen, solange man nicht deutlich ├╝ber 100 km/h f├Ąhrt, denn dann steigt der Verbrauch rasant.

Im Innenraum kann der Coral XL Plus vor allem mit einem sehr guten Raumgef├╝hl punkten. Die ├╝ppige Stehh├Âhe von bis zu 2,33 Metern kommt besonders mit hochgeklapptem Alkovenbett zur Geltung.

Das 2,00 mal 1,36 Meter gro├če Doppelbett ist aufger├Ąumt und trotzdem jederzeit bezugsfertig. Obwohl die Matratze nur neun Zentimeter dick ist, kann die Kopffreiheit hier nicht ganz ├╝berzeugen. W├Ąhrend im Einstiegsbereich noch gut 64 Zentimeter ausreichend sind, senkt sich das schnittige Dach des Alkovens auf 35 Zentimeter zur Fahrzeugfront ab. Im Heck warten zwei 13 Zentimeter dicke Matratzen auf die Reisenden. Mit 199 auf 81 und 185 auf 81 Zentimeter sind die Einzelbetten ausreichend dimensioniert.

Serienm├Ą├čig verf├╝gt der Coral ├╝ber f├╝nf Sitzpl├Ątze mit Gurt, f├╝nf vollwertige Schlafpl├Ątze und einen Kinder-Schlafplatz in der Mitte der Einzelbetten. Das macht ihn zu einem perfekten Familienmobil, denn auch die Verstaum├Âglichkeiten sind vielf├Ąltig. Neben der gro├čen Heckgarage finden sich etliche Schr├Ąnke und praktische Schubladen im Innenraum.

M├Âchte man diesen Stauraum ausnutzen, zeigt sich ein Problem, mit dem nicht wenige Mobile dieser Aufbauart k├Ąmpfen. Als 3,5-Tonner hat der Coral XL im Serientrimm gerade mal 340 Kilogramm Zuladung. Im Vier- bis Sechs-Personen-Betrieb kommt man also nicht um das optionale 4,4-Tonnen-Fahrgestell herum, das wie im Sonic erst ab 148 PS aufw├Ąrts verf├╝gbar ist. Dann kann man aber nach Lust und Laune bis zu 1,2 Tonnen zuladen und den wesentlichen Vorzug vieler Alkovenmobile voll genie├čen: die Familienfreundlichkeit.

Heckansicht der vier getesteten Reisemobile: Jedes hat andere Schwerpunkte. Welches Modell das passende ist, h├Ąngt von den Erwartungen der Nutzer ab.
Heckansicht der vier getesteten Reisemobile: Jedes hat andere Schwerpunkte. Welches Modell das passende ist, h├Ąngt von den Erwartungen der Nutzer ab. (Quelle: Ingolf Pompe/Promobil)

Die Wertung der vier Typen

Campingbus Adria Twin 640 SL ÔÇô der Wendige

Mit dem Campingbus kommt man stressfrei auch an Orte, die man nur ├╝ber schmale Stra├čen erreicht. Dieser Typ ist preislich die Einsteigerklasse und vor allem f├╝r zwei Personen ausgelegt.
VORTEILE: Kompakte, handliche Abmessungen, dynamisches Fahrverhalten, vielfach noch alltagstauglich, oft gute Zuladung, sparsam im Spritverbrauch, g├╝nstiger in der Anschaffung, in vielen L├Ąngen und Grundrissen erh├Ąltlich.
NACHTEILE: Wenig Platz im Innenraum, weniger Stauraum als bei aufgebauten Reisemobilen, nur bedingt wintertauglich.

Teilintegrierter Adria Matrix Plus 670 SL ÔÇô der Elegante

Dieser Typ bietet zwei Personen ein komfortables Platzangebot, als Familienmobil ist der TI auch mit Hubbett ein Komromiss. Es gibt eine gro├če Modellauswahl zu oft noch g├╝nstigen Konditionen.
VORTEILE: Platz f├╝r zwei bis vier, Hubbetten in zahlreichen Varianten erh├Ąltlich, gro├če Auswahl an L├Ąngen und Grundrissen, meist viel Stauraum, gr├Â├čere B├Ąder und K├╝chen m├Âglich, zahlreiche Ausstattungsm├Âglichkeiten, noch sparsam.
NACHTEILE: L├Ąngere Modelle unhandlich zu fahren, ├╝blicherweise breiter Aufbau, bedingt wintertauglich.

Integrierter Adria Sonic Plus 700 SL ÔÇô der Edle

Die K├Ânigsklasse im Reisemobilbau ÔÇô auch im Preis. Zwei bis vier Personen reisen hier sehr komfortabel, und auch das Gep├Ąck findet Platz. Passt gut f├╝r Design-orientierte Ganzjahres-Urlauber.
VORTEILE: Viel Platz f├╝r vier Reisende, zwei vollwertige permanente Doppelbetten, ├╝blicherweise reichlich Stauraum, tolles Raumgef├╝hl, Hubbetten versperren die Aufbaut├╝re nicht, oft mit Doppelboden, meist voll wintertauglich.
NACHTEILE: Hoher Preis, als 3,5-Tonner meist wenig Zuladung, keine Beifahrert├╝re, Fahrert├╝re kostet oft Aufpreis, in der Regel nicht so handlich.

Alkovenmobil Adria Coral XL Plus 670 SL ÔÇô der Famili├Ąre

Vier bis sechs Personen k├Ânnen in vielen Alkovenmobilen verreisen. Reichlich Platz und viele Schlafpl├Ątze sind typische St├Ąrken. Allerdings sind sie relativ unhandlich und h├Ąufig schwer.
VORTEILE: Platz f├╝r bis zu sechs Personen, zahlreiche Grundrisse und L├Ąngen m├Âglich, preislich oft g├╝nstiger als Teilintegrierte, bieten viel Stauraum, mit Trennt├╝re zwischen Fahrerhaus und Aufbau gute Wintertauglichkeit.
NACHTEILE: Hohes Auto, ung├╝nstiger Schwerpunkt, als 3,5-Tonner meist wenig Zuladung, hoher Spritverbrauch, kippeliges Fahrverhalten.

Fazit

Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht. Das ist die wohl wichtigste Erkenntnis des Vergleichs. Die Fahrdynamik des Campingbusses kann voll ├╝berzeugen. Wirklich bequem reist es sich damit aber nur zu zweit. Das andere Extrem ist das Alkovenmobil mit unschlagbarem Platzangebot, aber bescheidenem Fahrverhalten und einem oft zu hohen Gewicht, um mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht noch gut klarzukommen.


Dieses Schicksal teilt der Alkoven mit vielen Integrierten, deren Raumgef├╝hl aber ansonsten begeistern kann, die oft toll aussehen und auch beim Wintercamping punkten. Ein guter Kompromiss ist deshalb der Teilintegrierte. ├ťblicherweise ist diese Klasse noch ausreichend kompakt und im Zwei- bis Drei-Personen-Betrieb auch 3,5-Tonnen-tauglich.

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