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Intelligent und lernfähig: Was monderne Ampeln alles können

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Intelligent und lernfähig  

Was moderne Ampeln alles können

02.01.2018, 10:11 Uhr | Fabian Hoberg, dpa

Intelligent und lernfähig: Was monderne Ampeln alles können. Grüne Welle: Intelligente Ampelschaltungen können beispielsweise helfen, den Verkehrsfluss in den Städten zu verbessern. (Quelle: dpa/Bodo Marks)

Grüne Welle: Intelligente Ampelschaltungen können beispielsweise helfen, den Verkehrsfluss in den Städten zu verbessern. (Quelle: Bodo Marks/dpa)

Seitdem die erste Ampel vor über 100 Jahren den Verkehr elektrisch regelte hat sich einiges getan. Und durch die Vernetzung moderner Autos mit den Ampelsystemen sollen diese in Zukunft noch mehr können. 

Als 1914 die ersten elektrischen Ampeln in Cleveland den Verkehr regelten, polterten auch noch Pferdekutschen über die Straßen. Die Geschwindigkeit war gering, zwei Farben reichten. Rot für Halten, Grün für Fahren.

Erste deutsche Ampel in Berlin

1924 regelte auf dem Potsdamer Platz in Berlin die erste Ampel in Deutschland den Verkehr. Wegen der höheren Geschwindigkeiten benötigten Ampeln schon lange eine Übergangszeit, eine sogenannte Dilemmazeit: die Farbe Gelb. Seitdem hat sich einiges getan.

Seit den 1980er Jahren wird der Verkehr elektronisch geregelt. Die Anlagen können auf den aktuellen Verkehr sowie auf Wetterverhältnisse reagieren und den Verkehrsfluss optimieren. Durch die Vernetzung von mehreren Ampeln ist es möglich, Verkehrsströme besser zu steuern.

Derzeit laufen Versuche, bei denen Autos mit Ampeln kommunizieren, um so grüne Wellen und umweltschonendes Fahren zu ermöglichen.

90 Prozent der Ampeln arbeiten intelligent

Aber werden durch die Vernetzung aller Autos untereinander Signalanlagen vielleicht überflüssig? "Wie bisher werden Ampeln an Knotenpunkten sowie an Fußgängerquerungen für eine verkehrssichere Regelung sorgen", sagt Christopher Gerhard von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Jetzt und in Zukunft.

Auch für Philipp Hahn von Siemens werden Signalanlagen auch künftig das Gleiche können wie heute: Nämlich "Verkehrsteilnehmern mitteilen, ob sie in den Verkehr fahren können". Und 90 Prozent der Ampeln in Deutschland arbeiten intelligent und lassen sich über Induktionsschleifen im Asphalt verkehrsabhängig schalten.

Grüne Welle für Notarzt und Bus

In einigen Städten können Busse und Straßenbahnen die Ampelschaltungen beeinflussen. So werden die öffentlichen Verkehrsmittel bevorzugt und kommen schneller durch den Verkehr.

Die Fahrzeuge schicken, wenn sie sich einer Ampel nähern, automatisch eine Nachricht an die Verkehrszentrale der Stadt, die dann diese Ampel grün schaltet. In Böblingen priorisiert ein System Linienbusse und Rettungsfahrzeuge bei der Ampelschaltung.

In Marburg hat Siemens eine Smartphone-App für Radler getestet, um ihnen eine grüne Welle anzubieten. Bald sollen Ampeln den Autos auch mitteilen können, wenn die Grünphase beginnt, so Hahn. Dadurch erfährt die Motorsteuerung des Autos die Zeit bis zum nächsten Anfahren, kann den Motor pünktlich zum Losfahren starten und so Lärm und Abgase einsparen.

Mittelfristig sollen Ampeln per Funk Infos an Smartphones senden und so etwa Blinde oder mit dem Handy spielende Jugendliche vor roten Ampeln warnen. "Autos benötigen durch ihre Vernetzung untereinander irgendwann keine Ampeln mehr", sagt Hahn. Doch gehe es um Diskriminierungsfreiheit: "Fußgänger, Kinder und Tiere werden auch künftig nicht alle vernetzt sein, die benötigen die Lichtsignale."

Hersteller wie Audi, BMW oder Mercedes arbeiten an einer Kommunikation ohne Lichtanlagen. Derzeit wird im Bereich der Car-to-X-Kommunikation geforscht. Schon heute fahren mehrere tausend mit der Infrastruktur vernetzte Audi in den USA und erhalten aktuelle Daten in Echtzeit von den Verkehrsampeln, etwa über die Dauer der Grünphase. Wer vorher weiß, wann eine Ampel auf Rot schaltet, fährt entspannter.

Quelle:
- Nachrichtenagentur dpa

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