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Notrufsäulen an Autobahnen: So funktionieren sie

In Zeiten von Handys  

Werden Notrufsäulen an Autobahnen noch genutzt?

24.02.2021, 15:53 Uhr | dpa, mab

Notrufsäulen an Autobahnen: So funktionieren sie. Notrufsäule an der Autobahn: Auch neu gebaute Autobahnabschnitte werden in der Regel mit den Säulen ausgestattet. (Quelle: dpa/Uwe Anspach)

Notrufsäule an der Autobahn: Auch neu gebaute Autobahnabschnitte werden in der Regel mit den Säulen ausgestattet. (Quelle: Uwe Anspach/dpa)

Sie stehen alle paar Kilometer an den Autobahnen und vermitteln bei Unfällen oder Pannen Soforthilfe: Notrufsäulen. Auch in Zeiten des Mobiltelefons bieten sie manchen Vorteil. Der ADAC erklärt, warum.

Auf Autobahnen sind sie ein gewohntes Bild: orangefarbene Notrufsäulen, die in regelmäßigen Abständen am Randstreifen stehen. Angesichts der millionenfach genutzten Mobiltelefone scheinen sie im Falle einer Panne oder eines Unfalls aus der Zeit gefallen zu sein, doch haben sie aus Sicht von Verkehrsexperten noch immer ihre Berechtigung – nicht nur wegen der Funklöcher im Land.

"Sie sind nach wie vor sinnvoll", sagt Cornelius Blanke vom Automobilclub ADAC Hessen-Thüringen. "Beim Anruf von einer Notrufsäule wird der Rettungsleitstelle der Standort des Telefons automatisch mitgeteilt", nennt er einen der Vorteile. "Der Anrufer muss sich also keine Gedanken über seinen Aufenthaltsort machen." Gerade wenn man aufgrund der besonderen Situation aufgeregt sei, vielleicht keine oder nur eine schlechte Netzverbindung habe, nutze das Handy wenig bis nichts.

Wieviele Notrufsäulen gibt es in Deutschland?

An den Autobahnen in Hessen stehen nach Angaben der GDV Dienstleistungs-GmbH, die im Auftrag des Bundes für die Annahme der Notrufe zuständig ist, 1.230 Notrufsäulen. Bundesweit gibt es demnach fast 17.000 der Geräte. Die Tendenz sei sogar steigend, da auch neu gebaute Autobahnabschnitte in der Regel mit den Säulen ausgestattet würden.

Die Geräte verfügen über eine punktgenaue Standortkennung – das ist hilfreich, wenn der Anrufer nur vage Angaben zum Ort des Geschehens machen kann. "Die Notrufsäulen sind nach wie vor zuverlässige Helfer", sagt Sprecherin Birgit Luge-Ehrhardt.

"Sie kennen keinen leeren Akku und keine Funklöcher. Man kann sie nicht zu Hause vergessen, sondern sie stehen verlässlich etwa alle zwei Kilometer an den Bundesautobahnen. Letztlich wäre jede Pannen- oder Notrufmeldung, die ohne die Notrufsäulen ins Leere laufen würde, eine zu viel."

Wie funktioniert die Notrufsäule?

Notrufsäulen am Straßenrand haben entweder eine Klappe oder zwei Tasten.
Bei den Geräten mit Klappe wird automatisch eine Verbindung zur Notrufzentrale der Autoversicherer hergestellt, wenn die Klappe angehoben wird.
Bei Geräten mit zwei Tasten soll die rote bei Unfällen oder anderen Notfällen gedrückt werden – dann können gleich Polizei oder Rettungskräfte hinzugezogen werden. Im Fall einer Autopanne sollte die gelbe Taste genutzt werden.

Wie finde ich die nächste Notrufsäule?

Notrufsäulen stehen in beiden Fahrtrichtungen der Autobahn im Abstand von etwa zwei Kilometern. Damit Sie im Notfall nicht in die falsche Richtung gehen und einen unnötig langen Weg haben, sind an den Leitpfosten entlang der Fahrbahn kleine schwarze Pfeile zu finden. Sie weisen Ihnen die Richtung zur nächstgelegenen Säule.

In der Ferienzeit werden mehr Notrufe abgesetzt

Die meisten Meldungen betreffen Pannen und Notrufe, hinzu kommen Informationen zu Personen oder Gegenständen auf der Autobahn sowie zu Falschfahrern oder Bränden an der Böschung. "Die am häufigsten genutzte Notrufsäule wird von uns nicht mehr ermittelt, da nicht sichergestellt werden kann, ob die Anzahl der Calls auch tatsächliche Notrufe oder vielleicht Störimpulse aufgrund eines Defekts waren", so Luge-Ehrhardt.

Die Betreiber registrieren auch bestimmte Hochphasen für die Notrufsäulen: "Betrachtet man die Zahlen im Jahresverlauf, ist in der Ferienzeit natürlich mehr zu tun", so die Sprecherin der Dienstleistungs-GmbH. Auch zu anderen Zeiten mit volleren Straßen wie an Feier- und Brückentagen und im Berufsverkehr gingen mehr Meldungen als sonst ein.

Wichtig sei, dass Autofahrer auf dem Weg zur Notrufsäule nicht auf dem Standstreifen, sondern jenseits der Leitplanke laufen und eine Warnweste tragen, sagt ADAC-Sprecher Blanke. Pfeile an den Pfosten entlang der Autobahn weisen den Weg zur nächstgelegenen Säule. Eine weitere Möglichkeit sei, das automatische Notrufsystem "eCall" zu nutzen, das für alle neuen Pkw-Typen Pflicht ist, oder eine Pannenhilfe-App. Oder eben per Handy die Notfallnummer 112 wählen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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