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Was bedeutet das "Angles Morts" Schild in Frankreich?


Was dieses Schild auf Lkw und Bussen bedeutet


Aktualisiert am 17.04.2023Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
Qualitativ geprüfter Inhalt

Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Klar geregelt: Das Schild muss genaue Vorgaben erfüllen.
Klar geregelt: Das Schild muss genaue Vorgaben erfüllen. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago-images-bilder)

Mit dem "Angles Morts"-Schild müssen Fahrer von schweren Fahrzeugen in Frankreich vor dem toten Winkel warnen. Das betrifft auch Urlauber aus Deutschland – insbesondere Besitzer von Wohnmobilen.

Seit Anfang 2021 ist das "Angles Morts"-Schild in Frankreich für schwere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Pflicht. "Angles Morts" – das steht für "Toter Winkel". Wie auch in Deutschland sterben im Nachbarland jährlich Fußgänger und Radfahrer, weil sie sich im toten Winkel schwerer Fahrzeuge bewegen, übersehen und überfahren werden.

Was ist der tote Winkel?

Mit dem sogenannten toten Winkel bezeichnet man jene Bereiche rund um ein Fahrzeug, die der Fahrer trotz der Spiegel nicht einsehen kann. Das gibt es bei allen Fahrzeugen, ob Pkw, Lkw oder Bus, direkt vor und hinter dem Fahrzeug sowie an beiden Fahrzeugseiten.

Gefährlich wird es dann, wenn Fußgänger oder Fahrradfahrer direkt neben abbiegenden Autos stehen, gehen oder fahren: Sie sind im schlimmsten Fall komplett unsichtbar für den Fahrer. Durch ihre Höhe und Masse können Lkw und andere schwere Fahrzeuge bei einem Unfall besonders große Schäden verursachen.

Welche Regelung gilt genau in Frankreich?

Alle Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen müssen innerhalb Frankreichs drei der "Angles Morts"-Schilder tragen. Das gilt seit Anfang 2021.

Wie muss das Schild aussehen?

Seit 2021 Pflicht in Frankreich: Aufkleber, die vor dem toten Winkel warnen.
Seit 2021 Pflicht in Frankreich: Aufkleber, die vor dem toten Winkel warnen. (Quelle: Manuel Geisser/imago-images-bilder)

Für die Schilder gilt ein enger rechtlicher Rahmen: Sie müssen 25 x 17 Zentimeter groß sein, einen roten Rahmen und oben eine weiße Aufschrift haben: "Attention" (Achtung). Der Innenbereich muss gelb-schwarz und mit einer stilisierten Kreuzung versehen sein. Dazu kommen vier dreieckige Warnschilder mit Ausrufezeichen, ein stilisiertes Fahrzeug und der Schriftzug "ANGLES MORTS" in Großbuchstaben auf gelbem Untergrund am unteren Rand.

Erhältlich sind Schilder mit stilisiertem Pkw, Lkw oder Bus. Vorsicht: Online werden teils Versionen mit einem Wohnmobil verkauft, die allerdings nicht den offiziellen Vorgaben entsprechen. Wohnmobil-Fahrern empfiehlt der ADAC, einen Aufkleber mit Bussymbol zu verwenden, weil es sich bei den Wohnmobilen um Fahrzeuge zur Personenbeförderung und nicht zur Güterbeförderung handelt.

Wo bekommt man die Schilder?

Warnhinweis-Aufkleber sind unter anderem an Tankstellen in Grenznähe, im Internet und auch beim ADAC erhältlich. Sie kosten zwischen einem und acht Euro.

Tipp: Machen Sie sich nicht erst an der letzten Raststätte vor der Grenze auf die Suche – falls die Schilder dort ausverkauft sind und Sie trotzdem weiterfahren, droht Ihnen bei einer Verkehrskontrolle in Frankreich Ärger aufgrund fehlender Kennzeichnung.

Wie viele Schilder braucht man?

Drei Schilder sind notwendig. Falls Sie einen Fahrradträger am Heck haben, sollten Sie sicherheitshalber ein viertes befestigen (siehe unten).

Wo muss man die Schilder anbringen?

Es gibt festklebende, ablösbare, magnetische oder alternative Schilder, die man beispielsweise per Saugnapf am Wohnmobil befestigen kann. Gemeinsam haben sie alle, dass die Warnhinweise an beiden Fahrzeugseiten und am Heck angebracht sein müssen. Wichtig ist dabei, dass die Kennzeichen und die vorgeschriebenen Beschriftungen des Fahrzeugs sichtbar bleiben. Auch Ihre Sicht und die Beleuchtung des Fahrzeugs dürfen nicht eingeschränkt werden, Glasflächen sind zur Anbringung ebenso verboten.

Sofern möglich, müssen die Aufkleber oder Schilder am Fahrzeugheck rechts von der Längsmittelachse in einer Höhe zwischen 90 Zentimetern und 1,5 Metern vom Boden entfernt befestigt werden.

Die seitliche Kennzeichnung links und rechts müssen Sie innerhalb des ersten Meters von der Fahrzeugfront gemessen in einer Höhe zwischen 0,9 und 1,5 Metern anbringen. Ist dies aus technischen Gründen nicht möglich, müssen die Schilder möglichst nah an diesen Vorgaben angebracht werden – maximal bis zu einer Höhe von 2,10 Metern vom Boden aus gemessen.

Wenn das Heck durch Ladung, zum Beispiel einen Fahrradträger, verdeckt ist, raten die Experten vom ADAC: Bringen Sie die Kennzeichnung trotzdem an und befestigen Sie eine zusätzliche am Heckträger oder an dessen Abdeckplane.

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Wie steht es um Gespanne?

Die Vorschrift betrifft nur Fahrzeuge (Kraftfahrzeuge und Anhänger) über 3,5 Tonnen. Entsprechend gilt: Wenn Zugfahrzeug ODER Anhänger (zum Beispiel ein Wohnwagen) einzeln mehr als 3,5 Tonnen wiegen, muss die Kennzeichnung auch nur an diesem Fahrzeug angebracht werden.

Welche Bußgelder drohen?

Seit dem 1. Januar 2022 wird ein Bußgeld über 135 Euro fällig, wenn der Warnhinweis nicht strikt den Normen entsprechend angebracht ist.

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