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Scheibenfrostschutz: Können Autofahrer Frostschutz selbst anrühren?

Pflege im Winter  

Kann ich Scheibenfrostschutz selbst anrühren?

05.01.2021, 09:59 Uhr | dpa-tmn

Scheibenfrostschutz: Können Autofahrer Frostschutz selbst anrühren?. Scheibenfrostschutz: Schwache Batterien, fehlender Frostschutz oder Sommerbereifung zählen zu den häufigsten Nachlässigkeiten unvorbereiteter Fahrzeugbesitzer. (Quelle: dpa/tmn/Christin Klose)

Scheibenfrostschutz: Schwache Batterien, fehlender Frostschutz oder Sommerbereifung zählen zu den häufigsten Nachlässigkeiten unvorbereiteter Fahrzeugbesitzer. (Quelle: Christin Klose/dpa/tmn)

Scheibenwischwasser mit Frostschutz ist in der kalten Jahreszeit wichtig für die klare Sicht. Viele Autofahrer greifen dann auf gängige Hausmittel zurück, um das Einfrieren zu verhindern. Funktioniert das? 

Jedes Jahr werden einige Autofahrer vom Winter kalt erwischt. Schwache Batterien, fehlender Frostschutz oder gar Sommerbereifung zählen zu den häufigsten Nachlässigkeiten unvorbereiteter Fahrzeugbesitzer. Andere sorgen rechtzeitig vor und greifen in Sachen Autopflege auf gute alte Hausmittel zurück.

"Die meisten Autofahrertipps rund um vermeintliche Hausmittel erweisen sich beim näheren Betrachten als wenig praktikabel oder schaden gar dem Fahrzeug", erläutert Achmed Leser vom TÜV Thüringen. "Wer beispielsweise seiner vereisten Frontscheibe mit heißem Wasser zu Leibe rückt, muss damit rechnen, dass diese aufgrund der großen Temperaturunterschiede Spannungen aufbaut und reißt", warnt der Autoexperte.

Brennspiritus für freie Sicht?

Auch von Brennspiritus als Ersatz für das Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage hält Leser nicht viel: Der Spiritus habe zwar eine hohe Frostschutzwirkung, da Ethanol erst bei sehr niedrigen Temperaturen gefriere. "Aber seine Reinigungswirkung ist im verdünnten Zustand nicht sonderlich hoch. So hinterlässt er auf der Scheibe eher Schlieren als einen klaren Durchblick", so Leser. Im Extremfall könne das zum Sicherheitsrisiko werden.

"Ein weiterer großer Nachteil des Brennspiritus ist sein unangenehmer und beißender Geruch", weiß Leser. Theoretisch ist es natürlich möglich, aus hochkonzentriertem Ethanol, Glasreiniger oder Spülmittel seinen eigenen Scheibenwaschanlagen-Zusatz zu mixen.

Der richtige Mix ist schwierig

Es sei aber sehr schwierig, hierbei das richtige Mischungsverhältnis zu finden. "Spülmittel neigt dazu, stark aufzuschäumen", so Leser. Und wenn der Ethanol-Mix zu hochkonzentriert ist, könnte das im Laufe der Zeit die Scheibenwaschanlage schädigen, da sich kleinste Partikel in den feinen Düsen festsetzen und diese verstopfen könnten.

Außerdem könnten wasserlösliche Lacke des Autos durch eine zu hohe Ethanol-Konzentration in Mitleidenschaft gezogen werden. Zu gering dosierte Mischungen wirken sich direkt auf die Frostschutzwirkung aus. "Bei Minusgraden friert die Scheibenwaschanlage dann möglicherweise ein", so Leser.

Alles in allem rät er von solchen Mixturen ab. Und es lohnt sich selbst für Sparfüchse nicht. Handelsübliche Frostschutzmittel gebe es bereits zu Preisen um einen Euro pro Liter zu kaufen. "Bei richtiger Anwendung werden die speziellen Waschanlagenzusätze mit Frostschutz immer besser sein als das selbstgemixte Hausmittel", so der Autoexperte.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

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